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Redaktionelle Berichte
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Verschiedene Faktoren für hohe Unfallzahlen ursächlich

Karlsruher Studenten befassen sich mit den Problemen der L 623

Passieren muss etwas mit der Strecke, der L 623, zwischen Langensteinbach und Palmbach. Darüber sind sich alle Beteiligten, Polizei, Behörden, Gemeinde, einig. Über 10 000 Fahrzeuge nutzen täglich in beiden Richtungen die Verbindung von Karlsbad Richtung Autobahn. Nur was tun, um die Straße, die heutzutage so gar nicht mehr gebaut werden dürfte, zu entschärfen? Darüber machten sich Studenten/innen innerhalb eines Seminars am Institut für Straßen- und Eisenbahnwesen an der Uni Karlsruhe Gedanken. Vergleichbare Seminare mit praktischen Aufgabenstellungen und Lösungen gibt es regelmäßig an dem Institut. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen präsentieren nun vor Vertretern der Fachbehörden und der Gemeinde Karlsbad Alexander Kronimus, Stephanie Lehmann, Ruth Petters-Raskob und Seckin Sakarya. Dass Handlungsbedarf vorliegt, belegen die Unfallzahlen: Zwischen 2004 und 2009 kam es auf der L 623 zu 45 Unfällen mit neun Schwer- und 34 Leichtverletzten. Als Unfallschwerpunkte machten die Studenten die Links- und folgende Rechtskurve einige 100 Meter nach Langensteinbach aus. Ein weiterer Unfallschwerpunkt befindet sich an den Einfahrten (im Steinig) zu den Aussiedlerhöfen. Zu hohe Geschwindigkeit, so ein Ergebnis der Untersuchung, dürfte kaum Schuld an den Unfällen haben. Entlang der Strecke gelten „70" - und daran hielten sich die meisten Autofahrer. Viel problematischer wirkten sich der schlechte Oberflächenzustand der Straße aus, die Streckenführung mit teilweise engen Kurvenradien und kaum einzusehenden Kurven, zu schmale Randstreifen und abgefahrene Fahrbahnmarkierungen. Längerfristig gesehen, heißt es in der Seminararbeit, müsse die Streckenführung partiell verändert werden. Gleichwohl kommen die Studenten nicht zu dem Ergebnis, dass man die Asphaltdecke erneuern müsse: Das würde die Unfallzahlen erhöhen, weil aller Voraussicht nach dann schneller gefahren werde. Als kurz- und mittelfristige Möglichkeiten, Gefahrenpunkte zu entschärfen, nannten die Studenten extra Linksabbiegespuren bei den Einfahrten zu den Aussiedlerhöfen. Zudem sei eine Mittelinsel - in der Nähe der beiden Bushaltestellen - als Querungshilfe für Fußgänger empfehlenswert. Von einer Beschilderung, die deutlicher auf die gefährlichen Kurven hinweist, versprechen sich die Studenten ebenfalls einiges. Als kurzfristige Maßnahme schlugen sie vor, die Einmündung eines Wirtschaftsweges zu schließen. Die Einmündung liegt auf einer Kuppe und gaukelt so den Autofahrern vor, die Strecke würde geradeaus weitergehen. Mitnichten. Es folgt eine enge Linkskurve. Wie geht es weiter? Aufmerksam verfolgten die Vertreter der Fachbehörden und der Gemeinde die Ergebnisse der Seminararbeit. Ob und in welcher Form sie in Planungen fließen, bleibt abzuwarten. Angeblich wird im Regierungspräsidium an einem Vorentwurf für die L 623 gearbeitet. „Eine Rückmeldung hatten wir bisher aber noch nicht", ließ der Bürgermeister Rudi Knodel durchblicken.

L 623 1  

Mit dem Zustand der Landesstraße 623 (Autobahnzubringer) befassen sich jetzt Studenten der Uni Karlsruhe. Text und Foto: kdm - mit freundlicher Genehmigung der BNN.