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Redaktionelle Berichte | 10.04.2012 – 30.05.2012
Förderverein der Kindertagesstätte St. Elisabeth in Spielberg finanziert Anbau – weitere Mittel von Brunhilde-Baur-Stiftung und Bund
Das dürfte landesweit einmalig sein: Der Förderverein der Kindertagesstätte St. Elisabeth in Spielberg erweitert die Einrichtung um einen Wohn-Wintergarten, investiert rund 130.000,-- € und schenkt danach das Ganze der Gemeinde als Eigentümerin des Kindergartens. Rolf Karcher - erster Vorsitzender des Fördervereins - freute sich bei der Information vor Ort Anfang April über die ersten Arbeiten und den besonderen Charakter des Vorhabens. Bereits Ende April soll der vorgefertigte Wohn-Winterharten in Aluminiumkonstruktion erstellt werden. Mitte Juni soll – so Karcher weiter – das Vorhaben abgeschlossen sein. Die Einrichtung KiTa St. Elisabeth-Spielberg wurde im Jahr 2006 zu einer Kindertagesstätte (KiTa) weiterentwickelt. Seit 2007 werden Kinder ab dem 2. Lebensjahr betreut. Außerdem findet die Kernzeit- und Hortbetreuung der Schulkinder in den Räumlichkeiten der KiTa St. Elisabeth-Spielberg statt. Zur Projektvorstellung war aus Stuttgart auch Dr. Frank Mentrup, Staatssekretär des Kultusministeriums, nach Spielberg gekommen. Er lobte das Engagement des Fördervereins als enorme Hilfe und würdigte dies ferner als eine herausragende, gesellschaftlich höchst vorbildliche Aktion, denn die Förderung des frühkindlichen Bereiches ist ein sehr wichtiges Thema. Lob für den Einsatz des Fördervereins kam auch von Leo Oechsler, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der katholischen Kirchengemeinde St. Barbara und Träger der Kindertagesstätte St. Elisabeth. Er hob das außergewöhnliche soziale Engagement des Vorsitzenden vom Förderverein hervor, der sich nie vom Weg abbringen und entmutigen ließ, auch wenn das ein oder andere Problem „geschaffen" wurde. Dies auch vor dem Hintergrund, da er sich neben seiner täglichen Arbeit auch beim Badischen Fußballverband ehrenamtlich engagiert. Klaus Steigerwald führte namens des Gemeinderates aus, dass man von dieser Maßnahme „voll überzeugt sei" und bezeichnete sie als herausragende Vorbildaktion. Bürgermeister Rudi Knodel betonte, die Gemeinde schätze es, „wenn Eltern etwas leisten, was die Gemeinschaft nicht leisten kann". Ortsvorsteher Reinhard Haas freute sich ebenfalls über die Initiative des Fördervereins zum Wohle der Kinder.
Entstehungsgeschichte mit Vorlauf
Bereits vor fünf Jahren begann eine Entwicklung die letztlich zu den neuen Räumen führte. Der Ausbau zur Kindertagesstätte 2007 hatte den Wegfall eines Raumes zur Folge. Dieser wurde als Schlafraum für Kinder U 3 umgebaut und konnte für Betreuungszwecke nicht mehr genutzt werden. Eine Ausweichmöglichkeit stand und steht bisher nicht zur Verfügung. So ergab sich ein akuter Raumbedarf. Hinzu kam auch ein Engpass im Küchenbereich: Das seit nunmehr 3 Jahren angebotene warme Mittagessen wird in der kleinen Kinderküche gereicht und kann aufgrund der räumlichen Enge nur in Etappen eingenommen werden, da der Bedarf auch hier mittlerweile die räumlichen Kapazitäten sprengt. Von den voll belegten 75 Plätzen nehmen gut ein Drittel der Familien das Essensangebot für ihre Kinder wahr. Für den Förderverein war sehr schnell klar, dass aus den genannten Gründen dringend Abhilfe geschafft werden musste. Seit über fünf Jahren versuchte er durch verschiedene Raumkonzepte, diesem „Raumdefizit" entgegenzuwirken. Durch den bereits begonnenen Anbau eines Wohn-Wintergartens an das bestehende Gebäude wird der zusätzliche benötigte Raum nun endlich entstehen. Ein Teil an Eigenleistung fließt durch die Elternschaft in das Bauvorhaben mit ein.
Finanzierung aus Mix – weitere Spendenmittel erwünscht
Neben Mittel aus einem vom Bund aufgelegten Investitionsprogramm (Investitionsprogramm des Bundes zur Kinderbetreuungsfinanzierung 2008 – 2013 / für Kinder U3 in Höhe von 42.000 Euro), stehen dem Förderverein aufgrund der immer noch schwierigen finanziellen Lage der Kommunen auch weiterhin keine Mittel von der „öffentlichen Hand", sprich der Gemeinde Karlsbad, zur Verfügung. Aus diesem Grund erfolgte eine komplette Finanzierung des Bauvorhabens durch den Förderverein (Eigenmittel/Spenden – vornehmlich durch die Wilhelm-Baur-Stiftung in Höhe von 60.000 Euro sowie Eigenleistungen). Die aufzubringende Bausumme beläuft sich auf ca. 130.000,-- Euro, die bei Baubeginn vom Förderverein abgedeckt war. Die Kosten der Genehmigung des Bauvorhabens sind leider durch das Sponsoring des Fördervereins noch nicht gedeckt, so dass dieser noch Spender für die offenen Restposten in Höhe von 6.000 Euro sucht. Gerne steht der erste Vorsitzende Rolf Karcher für Interessenten unter der Telefonnummer 07202/942754 zur Verfügung.
V.l.n.r. Gemeinderat Klaus Steigerwald, Staatssekretär im Kultusministerium Stuttgart Dr. Frank Mentrup, Bürgermeister Rudi Knodel, Ortsvorsteher Reinhard Haas, Fördervereinsmitglied Claudia Dihlmann, Träger-Beauftragte der katholischen Kirchengemeinde Nicole Siegwart, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der katholischen Kirchengemeinde St. Barbara Leo Oechsler und erster Vorsitzender des Fördervereins Rolf Karcher vor der Kindertagesstätte. Über den Personen ist eine Information zum Ausbau zu sehen. Foto: privat