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Redaktionelle Berichte | 14.05.2012 – 25.06.2012
- Geschichtliches aus dem Ort, der Region und auch aus Europa -
Die Langensteinbacher Chronik aus dem Jahr 1912 schildert kurz aber treffend alte Begebenheiten, auch aus der Zeit um 1662. Diese Chronikschrift wurde ebenfalls von Gerhard Beutelspacher zur Verfügung gestellt.
1656:
Auf Anregung des deutschen Ordens kommt ein Kirchenvisitator von Speyer. In dem aufgenommenen Protokoll schreibt er: In Spielberg habe der Schultheiß Bittmann den verkauften Kelch zu ersetzen, an dem Pfarrhaus in Langensteinbach sind Reparaturen vorzunehmen und für die bevorstehende Kommunion ist dem Priester ein neues Ornat anzuschaffen. Die Barbarakapelle ist umzudecken und die ruinierten Wandgemälde vom Maler auszubessern.
1658:
Hans Kern und Friedrich Gegenheimer von Ittersbach sowie Heinrich und Martin Dietz von Spielberg werden wegen Wilddieberei nach Durlach abgeführt.- In diesem Jahr war so hoher Schnee und so große Kälte, daß man am Bodensee über die Rebpfähle ging und im Lande die Reben bis auf den Grund erfroren.
1661:
Am 14. Februar wurde im benachbarten Durlach eine Ratsmahlzeit gehalten wegen Erneuerung von Gericht und Rat. Es wurden durch Hof-, Kammer- und Rechnungsräte die Geistlichkeit, den Sekretär, Landschreiber, Amtskeller, Untervogt, Bürgermeister, Stadtschreiber, Gericht und Rat samt anderen dazu gehörenden Personen, wozu auch der Amtmann von Langensteinbach geladen war, an 4 Tischen verspeist: Zum ersen Gang Suppe und Fleisch, 4 Hühner in Meerettig, 4 Spansäue, 4 Pasteten, 4 wälsche Hahnen, Forellen, Grundeln gesotten und gebacken, Kraut und Fleisch, gebackene Fische, kleine Pasteten,4 Enten. Zum zweiten Gang kamen: 4 Gänse, 4 Kapaunen, Ganspfeffer, eingemachter Lummel, gesottene Hechte, Bratfische, 1 Hase, Bratwürste, Kalbsgebratenes, Zwetschgen, Torten, Gebackenes, gebratene Leber, - Kapern, Senf, Rotrüben, Käs, Konfekt etc. -- Diese Herren hatten wohl einen guten Appetit und gesunde Mägen!
1663:
schreibt Markgraf Friedrich einen herzlichen Brief an Amtmann Bürklin in Langensteinbach, daß er d.M. gegen die Türken ziehe, welche in Österreich stünden. Der Amtmann solle einstweilen sein Amt getreu und rechtschaffen verwalten, wie er es einst vor Gott verantworten könne. -- Es wird Erlaubnis erteilt zum Saitenspiel und der Maientänze.
1664:
Der Kirchenvisitator scheibt an Amtmann Joh. Gg. Siegwart: Es seien verschiedene Mängel im Pfarrhaus in Langensteinbach, die Barbara-Kirche sei zwar wieder eingerichtet, doch fehlen immer noch Stühle und alles Ornat. -- Offene Lichter werden in den Scheunen verboten.
1667:
Die Grenze vom Kammergut Steinich wurde vom Renevator Ernst Dennhofer aus Pforzheim geregelt. Die Grenze war bis dahin etwas ungenau und führte zu Irrungen und Streit.
1670:
Dem Amtmann Johann Kirnling wird befohlen, alle Namen der in Langensteinbach Fronbefreiten sofort nach Durlach einzusenden.
1675:
Nasser und kalter Sommer, im Herbst gefriert der Most in den Fässern, Schlitten und Herbstfuhren begegnen einander, Krankheiten, Teuerung, große Not und Armut.
Hildegard Ried