Karlsbader Mitteilungsblatt

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Redaktionelle Berichte

Gutes Älterwerden in Karlsbad

05.12.2017

Auftaktveranstaltung gestartet – weitere Erhebungen in den Ortsteilen

„Nicht die Jahre, sondern die Untätigkeit macht uns alt.“ (Christine von Schweden - 1626-1689), unter diesem Motto begann am Montag, 27. November 2017 eine Veranstaltung zum Thema „Gutes Älterwerden in Karlsbad“ im Bürgersaal des Neuen Rathauses. Eingeladen waren Vereine, Kirchen, Organisationen, Einrichtungen und Geschäfte, die sich bereits mit dem Thema befassen. Auf Anregung des Seniorenbeirates möchte sich die Gemeinde Karlsbad dauerhaft mit dem Lebensumfeld der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, sowie deren Wünschen konzeptionell auseinandersetzen. Ziel der Arbeit ist das Vertiefen und Schaffen von Rahmenbedingungen in Karlsbad,  um mit einer guten Lebensqualität älter werden zu können. Dazu tragen Themenbereiche wie unter anderem Gesundheit, Wohnen, Pflege und soziales Miteinander bei. „Ganz wesentlich ist, dass das Thema nicht durch den Landkreis oder die Gemeinde von oben nach unten verordnet wird, sondern dass es von der Basis her praktiziert wird und die passenden Angebote entstehen, sofern sie nicht schon vorhanden sind“, betonte Bürgermeister Jens Timm bei seiner Begrüßung. Neben dem Seniorenbeirat und Hans-Dieter Stößer (Ansprechpartner in der Verwaltung für dieses Thema) begrüßten auch Peter Kappes (Sozialdezernent des Landkreises Karlsruhe) und Robert Roßkopf (Altenhilfeplaner im Landkreis) die Anwesenden. Nach einem Impulsreferat von Peter Kappes gab es viel Zeit und Raum, um sich auszutauschen und gegenseitig kennenzulernen, sowie das weitere Vorgehen abzusprechen.

Wie sieht die Situation der Älteren in Karlsbad und im Landkreis aus?

Peter Kappes verdeutlichte in einem Überblick, dass das Thema Älterwerden alle politischen Entscheidungsträger beschäftigt, vom Bund bis hin zu den Landkreisgemeinden. Karlsbad sei hier eine Kommune, die im Vergleich zu den anderen Landkreisgemeinden nicht besonders auffalle. Klar sei jedoch, dass die Bedürfnisse der Älteren auch hier wachsen, ebenso wie der reine Größenanteil dieser Gruppe an der Gesamtbevölkerung. Aus den Erkenntnissen des Landkreises über die Situation in Karlsbad ragten die Bedarfe in den Bereichen Tagespflege, betreutes Seniorenwohnen und Betreuungsgruppen zur Entlastung von pflegenden Angehörigen  besonders hervor. „Wir wollen mehr Pflegestützpunkte im Landkreis und auch das Thema Altersarmut wird bedeutender und schlägt sich beim Landkreis nieder“, so Kappes. Altenhilfeplaner Robert Roßkopf konnte mit interessanten Erkenntnissen einer Sozialraumanalyse zu Karlsbad aufwarten: Beim Wohnen gebe es immer wieder Probleme durch Häuser und Wohnungen die nicht pflegegerecht gebaut seien. Umbauten würden nicht im notwendigen Umfang realisiert und generell fehlten alternative Wohnräume. Im Vergleich zu anderen Gemeinden sei die Nachbarschaftshilfe in Karlsbad ausgeprägter. „Die Pflegeheime sind voll belegt“, so markierte Roßkopf ein weiteres, dringendes Handlungsfeld.

Bedarfserhebung in den Ortsteilen als nächster Schritt

Nach der Auftaktveranstaltung sollen die Verhältnisse in den Ortsteilen näher betrachtet und analysiert werden. Hierzu ist angedacht, dass sich die Ortsvorsteher mit den jeweiligen Kirchen kurz schließen. Als Grundlage für die Bedarfserhebung dient eine von der Verwaltung erstellte Übersicht zu den bekannten Angeboten. Wenn diese Grunddaten erhoben und aktualisiert sind (die Verantwortlichen planen hierfür einen Zeitraum bis circa April 2018 ein)  gilt es, die Ortsteil-Ergebnisse im Rahmen einer weiteren größeren Veranstaltung zu betrachten und zu bewerten. Dabei sollen die Angebote hinsichtlich Gemeinsamkeiten sowie weiterer Bedarfe und Handlungsfelder analysiert werden.  

Blick in die Runde bei der Auftaktveranstaltung "Gutes Älterwerden in Karlsbad". Foto: Gemeinde Karlsbad

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