Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik

Laternenzeit im Kindergarten

20.11.2020

Nach einem langen Sommer ist es nun wieder herbstlich geworden. Die Blätter an den Bäumen haben sich verfärbt und viele sind schon herabgefallen. Auch die Tage sind kürzer und es wird schneller dunkel am Abend. Am Morgen ist öfters Nebel über den Wiesen und es gab auch schon den ersten Raureif auf den Dächern. In dieser Zeit ziehen wir uns wieder mehr in unsere Häuser zurück und es gibt andere Tätigkeiten als im Sommer. Wir genießen es Kerzen anzuzünden und machen es uns drinnen gemütlich.

Im Kindergarten haben wir verschiedene Laternen gebastelt. Dabei können die Kinder sehr gut mit Farben und Techniken experimentieren und das macht jede Laterne zu einem individuellen Kunstwerk.

Das Laternelaufen hat schon lange Tradition. In Verbindung mit dem Martinsfest ist es in vielen Gemeinden ein jährliches Ereignis, das die Kinder lieben. Doch dieses Jahr war es anders und jeder gestaltete das Laternelaufen anders. Auch wir haben uns Gedanken dazu gemacht, wie wir dieses Fest gestalten können. Im Kindergarten haben wir öfters Laternenlieder gesungen und die Kinder konnten mit den Laternen im Zimmer herumgehen, doch das ist natürlich etwas anderes, als dies im Dunkeln zu tun.

Wenn wir hinausgehen und unser Licht mitnehmen, so tragen wir symbolisch das Licht in die Welt. Mit dem Laternenfest erleben wir einen Höhepunkt des Herbstes. Die Kinder ziehen mit ihrem Licht, welches durch die Laterne geschützt wird, hinaus in die Dunkelheit. Das Tageslicht wird weniger und wir tragen unsere Laternen singend hinaus in die Natur. Das kann wie eine kleine Mutprobe sein, so in die Dunkelheit hineinzugehen. Das Laternenlicht und das Singen, helfen uns dabei, selbst, wenn es uns etwas unheimlich erscheint. Besonders, wenn wir im Wald oder anderen Stellen unterwegs sind, wo wenig künstliche Beleuchtung ist kann dies sehr gut wahrgenommen werden.

Dieses Jahr war jeder aufgerufen, selbst kreativ zu werden, das Fest neu zu gestalten. Viele Kindergärten haben am Morgen mit den Kindern gefeiert und am Abend zogen die Familien selbst mit ihren Kindern in die Dunkelheit hinaus.

 

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