Karlsbader Mitteilungsblatt

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Redaktionelle Berichte

Vielfältig gefordert

13.11.2018

Hauptversammlung der Karlsbader Feuerwehr

Auf ein ereignisreiches Jahr und weiterhin eine positive Entwicklung blickt die Freiwillige Feuerwehr Karlsbad im Jahr 2018. Bei der Jahreshaupthauptversammlung am  Freitag, 9. November 2018 in der Ittersbacher Wasenhalle berichtete Gesamtkommandant Holger Fuhr über das vergangene Jahr und zeigte sich zufrieden. Zahlreiche  Gemeindevertreter zollten neben vielen Repräsentanten der Feuerwehr der Karlsbader Einrichtung ihren Respekt. Zu Beginn der Jahreshauptversammlung zeigte der Spielmannszug Mutschelbach unter der Stabführung von Franz Konstandin sein Können auf. Aktuell weist die Feuerwehr eine Mitgliederstärke von 186 aktiven Personen auf und blieb dabei im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die Zahl der Altersmannschaft wurde auf aufgrund von Todesfällen auf 36 dezimiert. Zusätzlich bekennen sich 106 Jugendliche zur Feuerwehr. „Die Entwicklung in der Jugend ist als sehr erfreulich zu betrachten“, so Fuhr. Insgesamt nahm die Anzahl der Jugendlichen von 85 auf 106 zu. Für seine hervorragende Arbeit wurde Jugendwart Martin Bonavia mehrfach gelobt. Aktivitäten wie Szenarien einer Berufsfeuerwehr zu erleben und auszutesten waren unter anderem wichtige Bestandteile der Jugendarbeit.

Überdurchschnittliches Einsatzjahr

Insgesamt musste die Feuerwehr zu 200 Einsätzen ausrücken. „Somit können wir auf ein überdurchschnittliches Jahr zurückblicken“, erklärte der Kommandant. Dabei entfielen 90 Einsätze auf technische Hilfen es gab 55 Fehleinsätze, 36 Brände und 19 Sicherheitswachen und Sonstiges. Bei den Einsätzen sind 33 Überlandhilfen in Waldbronn und Marxzell enthalten. 19 Menschen konnten aus Notlagen befreit werden. Eine Person verstarb. Bereits zu Jahresbeginn musste die Feuerwehr beim Sturmtief Burglind ausrücken. Vor allem umgestürzte Bäume forderten die Einsatzkräfte. In der darauf folgenden Nacht wurde die Feuerwehr zu einem Kellerbrand in Langensteinbach alarmiert. Während die Bewohner sich ins Freie retten konnten, stand die Garage beim Eintreffen der Retter bereits in Vollbrand. Die Brandschäden waren so stark, dass das Gebäude unbewohnbar war und später abgerissen werden musste. Später stellte sich heraus, dass ein Jugendlicher das Feuer absichtlich gelegt hatte. Ende April musste eine Person aus einem Fahrzeug befreit werden. „Unfälle mit eingeklemmten Personen werden immer seltener. Allerdings ist es bedauerlich, dass viele die Anschnalltechnik nicht nutzen“, bedauerte Fuhr. Als ein trauriger Höhepunkt stellte sich ein Brand in Mutschelbach heraus. Ein Garagenbrand verteilte sich schnell auf das Gebäude. Eine Holztreppe war nicht mehr begehbar, so dass die Schutzmaßnahmen der Feuerwehr vor allem den angrenzenden Gebäuden galt. Dies gelang auch, allerdings wurden drei Feuerwehrangehörige verletzt. „Dieser Einsatz hat gezeigt, dass ein umsichtiges Handeln und eine gute körperliche Verfassung notwendig sind“, so Fuhr. Bei einem Suizidversuch Ende Juni unterstützte die Feuerwehr das SEK der Polizei. Ende September musste die Feuerwehr beim Sturmtief Fabienne tätig werden. Größere Schäden blieben allerdings aus. „Vor allem der Arbeit des Forstamtes ist es zu verdanken, dass eine ständige Kontrolle der Bereiche der Landstraße vollzogen wird und Bäume oftmals vor Brüchen entfernt werden“, freute sich Fuhr. Als trauriger Alltag in der Arbeit der Feuerwehr bedauerte die Fuhr die steigende Anzahl von Fehlalarmen. Insbesondere die Fehlalarme von Brandmeldeanlagen nehmen immer weiter zu. Bei 50 Fehleinsätzen war dies jedes Mal die Ursache. „Dennoch sollten wir dies sportlich nehmen und froh sein, dass nichts Schlimmeres passierte“, mahnte Fuhr. Er nannte auch einige Beispiele aus der Region, wo sich ein vermeintlicher Fehlalarm als ein schweres Feuer entpuppte.

Ausbildung bei der Feuerwehr und Ausstattung

Wie wichtig eine gute Ausbildung in der Feuerwehr ist, machte Fuhr am Abend vielfach deutlich. Im laufenden Jahr wurden zahlreiche Ausbildungen und Fortbildungen durchgeführt. „Aktuell haben wir einen guten Stand und erfüllen fast vollständig die Anforderungen der Bedarfsplanung“, so Fuhr. Dennoch müsse man weiterhin am Ball bleiben. Vor allem gelte es dabei auch die zugehörige Technik und das Fahren der schweren Einsatzfahrzeuge zu beherrschen. Der Fahrbetrieb unterscheide sich deutlich von dem eines normalen PKWs. Im kommenden Jahr bekommt die Freiwillige Feuerwehr Karlsbad eine neue Drehleiter. Technische Gespräche wurden bereits geführt, die Verantwortlichen gehen von einer Lieferzeit von acht Monaten aus. Kurz vor der Auftragsvergabe steht die Feuerwehr ferner bei einem neuen Gerätewagen Transport. Im kommenden Jahr soll auch der Spatenstich für das neue Gerätehaus in Ittersbach erfolgen. Bürgermeister Jens Timm verdeutlichte, wie wichtig ihm eine enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ist. „Es ist wichtig, wenn die Gemeinde weiß, wo der Schuh drückt“, so Timm. Deshalb gebe es viele und direkte Gespräche mit der Feuerwehr. Dabei sei vor allem eine moderne technische Ausstattung notwendig. Er lobte nicht nur die gute Arbeit der Feuerwehr, sondern freute sich vor allem über die positive Entwicklung in der Jugendfeuerwehr. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Ullrich Koukola attestierte der Feuerwehr Karlsbad eine hervorragende Arbeit und freute sich ebenfalls über die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Eine negative Entwicklung bei den Aktiven erkannte der Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende Eckhard Helms. „Deshalb ist es wichtig, die Arbeit der Feuerwehr noch mehr nach außen zu tragen und neue Personen zu gewinnen“, so sein Appell.

Ehrungen

Für ihre Tätigkeit im Spielmannszug wurden Susanne Wrazidlo für 10 Jahre, Sandra Löffler für 20 Jahre und Maren Küst und Susanne Walch für jeweils 30 Jahre geehrt. Die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber erhielt Markus Dietz. Für 15 Jahre wurden Ulli Dannenmaier, Matthias Dworschak, Hagen Gassert, Reiner Geissler, Nils Roth und Stefan Wildenmann ausgezeichnet. Für 25 Jahre wurden Andreas Huck, Torsten Kirstein und Benjamin Rau geehrt. Das Ehrenzeichen in Gold erhielten Oliver Walch und Andreas Ahr für 40 Jahre. Befördert wurden Martin Bonavia zum Löschmeister, Michael Christoph und Andreas Hocewar zum Brandmeister und Nils Roth zum Oberbrandmeister.

Von links: Eckhard Helms Vorsitzender Kreisfeuerwehrverband, Stefan Wildenmann (Mu), Mathias Dworschak (MU), Hagen Gassert (LA), Nils Roth (LA), Markus Dietz (Itt), Oliver Walch (LA), Andreas Ahr (Itt), Holger Fuhr (Kommandant), Bürgermeister Jens Timm, Ulrich Kokoula (stv. Kreisbrandmeister)

Von links: Eckhard Helms Vorsitzender Kreisfeuerwehrverband, Bürgermeister Jens Timm, Andreas Huck (Au), Benjamin Rau (Au), Markus Dietz (Itt), Oliver Walch (La) Andreas Ahr (Itt), Holger Fuhr Kommandant, Ulrich Kokoula stv. Kreisbrandmeister.

Ehrung für Mitglieder des Spielmannszuges der Abteilung Mutschelbach durch Kreisstabsführer Jörg Kemm - links, v.l. Bürgermeister Jens Timm, Sabrina Walch (MU), Franz Konstandin (MU), Maren Küst (MU), Sandra Löffler (MU), Susanne Wrazidlo (MU), Holger Fuhr (Kommandant).

Von links Bürgermeister Jens Timm, Martin Bonavia (LA), Nils Roth (LA), Andreas Hocewar (Sp), Michael Christoph (Itt), Kommandant Holger Fuhr. Alle Fotos: Meister

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