Karlsbader Mitteilungsblatt

Redaktionelle Berichte

Umzug Ittersbach

27.02.2019

Zünfte zelebrierten schwäbisch alemannische Fasenacht vor mehr als 12 000 Besuchern 

Wahres Kaiserwetter sorgte für ideale Rahmenbedingungen beim großen „Narri-Narro“ in Ittersbach. Im Jahre des 35-jährigen Bestehens der Ittersbacher Narrenzunft hat sich der Umzug im Karlsbader Ortsteil längst zu einem Höhepunkt der Straßenfasnacht in der Region entwickelt. Offensichtlich sorgten die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, wonach viele Besucher aus dem Industriegebiet zu Fuß in den Umzugsbereich laufen mussten, für keinen spürbaren Publikumsrückgang. So säumten rund 12 000 Besucher, immer wieder schunkelnd, bei bester Stimmung die zwei Kilometer lange Umzugstrasse. Immerhin 77 Gruppierungen mit mehr als zweitausend Teilnehmern, darunter etwa 1 600 Hästräger, zelebrierten Brauchtumsfasnacht. Dabei kann man immer wieder neue Formationen aus den Fasnethochburgen begrüßen. „Unser Umzug genießt unter den Fasenachtern einen sehr guten Ruf“; so Manuel Ochs vom Zunftmeister-Trio. Erstmals in Ittersbach mit dabei waren die lustigen „Zähringer Burgnarren“ aus Freiburg mit lachender Maske und einem mit 26 Glocken bestückten Häs in den badischen Farben gelb und rot. Gruselig hingegen die Siebenmühletal-Hexen aus Musberg mit ihren überlangen Backenzähnen oder die Bärenlochhexen aus Hörden mit dem riesigen Bär an der Eisenkette, den es immer wieder zu zähmen galt. Wiederholt eine Attraktion waren die „Philippsburger Geese“ mit ihren drolligen Tiermasken aus Lindenholz. Für den Marschrhythmus des närrischen Lindwurms sorgten zahlreiche Musikgruppen und Guggen-Musiken oder Fanfarenzüge. Darunter die „Chaos Moggel“ aus Schöllbronn, die „Dannazäpfle“ aus Schielberg, die „Radaugugge“ aus Spessart, die „Bü-Hoi Cravallos“ aus Büchenbronn, die Narrenkapelle des Ittersbacher Musikvereins oder der Fanfarenzug aus Schwann. Lateinamerikanischer Flair im bunten Tross brachte erstmals eine portugiesische Trommlergruppe aus Pforzheim. Der Raum Karlsruhe/Ettlingen war unter anderem vertreten durch die Welschkorn-Narren aus Forchheim, die Narrengilde Ettlingen mit ihren „Schlosseulen“, die Waldbronner Hexen, die „Rieberger Moorschlammbe“ aus Durlach oder die Narren aus Waldprechtsweier mit ihren gefürchteten „Nachtschrecks“. Eindrucksvoll präsentierte sich der Raum Pforzheim/Enzkreis mit den „Kräheneck-Hexen“ aus Dillweißenstein, den Köhler-Hexen aus Büchenbronn, den „Ebbtroll`s aus Bilfingen oder den Birkenfelder „Hogebiere“ mit der „Baumkrone“ auf der handgeschnitzten Holzmaske. Mit gleich sieben Gruppen bereicherte der Carnevalsverein Tiefenbronn das bunte Treiben und für die Kleinen am Straßenrand gab´s von manchen „gruseligen Gesellen“ oft eine süße Belohnung, so dass der erste Schreck schnell verdaut war. „Das neue Sicherheitskonzept hat sich offensichtlich positiv ausgewirkt. Es blieb erheblich ruhiger als im vergangenen Jahr, gerade in Sachen Alkohol bei Minderjährigen“; so der Einsatzleiter der Polizei, Hauptkommissar Martin Rickersfeld. Bestätigen konnte dies auch DRK-Einsatzleiter Michael Ochs.

Fotos: Weber

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