Karlsbader Mitteilungsblatt

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Aus der Arbeit des Gemeinderates

Grünes Licht für Planentwurf zum Neubau einer Aussegnungshalle in Karlsbad-Langensteinbach

08.12.2020

Vorschlag von Architekturbüro Adler+Retzbach überzeugt Gemeinderat

In der November-Gemeinderatssitzung befürwortete der Gemeinderat einstimmig bei einer Stimmenthaltung den von der Projektgruppe „Aussegnungshalle Langensteinbach“ ausgewählten Entwurf des Architekturbüros Adler+Retzbach Freie Architekten Partner GmbH, Karlsruhe und vergab einen entsprechenden Auftrag. Bürgermeister Jens Timm erläuterte, dass der Gemeinderat sich 2016 grundsätzlich für einen Neubau statt einer Sanierung des bestehenden Luthersaals ausgesprochen habe. Das Thema habe eine lange Geschichte und sei auch vom Ortschaftsrat Langensteinbach in die Diskussion eingebracht worden. Im Juli diesen Jahres befürwortete dann das Gremium einen Planungswettbewerb als Mehrfachbeauftragung mit 4 Architekturbüros. Daraufhin erarbeitete die 2015 gebildete Projektgruppe „Aussegnungshalle Langensteinbach“ unter fachlicher Anleitung von Verfahrensbetreuer Dipl.-Ing. Architekt Klaus Fehrenbach, Karlsruhe, Empfehlungen für das Procedere zum Wettbewerbsverfahren. Timm bedankte sich ausdrücklich bei  allen Architekturbüros, die mit großem Engagement versucht hätten, individuelle Lösungen für eine Aussegnungshalle in Langensteinbach zu präsentieren. Zum Planungswettbewerb wurden folgende Architekturbüros eingeladen: Lennermann Krämer Architekten PartGmbH, Karlsruhe, Kränzle + Fischer-Wasels BDA, Karlsruhe, Adler+Retzbach Freie Architekten PartGmbH, Karlsruhe und A 21 Architekten, Stefan Niederhöfer, Karlsruhe/Karlsbad.

Bewertung der Entwürfe

Fehrenbach bewertete den Wettbewerb als sehr gutes Verfahren für ein so wichtiges Vorhaben an exponierter Stelle in Karlsbad-Langensteinbach. Generell seien alle Entwürfe sehr interessant und gut erarbeitet. Sie seien auch recht unterschiedlich im Ergebnis. Beispielsweise gebe es einen sehr zurückhaltenden Entwurf mit Holz (Lennermann Krämer) und einen sehr expressiven Entwurf (A 21 Architekten). Zwei Entwürfe seien in das Mittelfeld gekommen, weil sie mehr als in den Wettbewerbsbedingungen gefordert umgesetzt hätten. Letztlich habe sich in einer Feinbewertung der Entwurf von Adler+Retzbach einstimmig durchgesetzt. Dabei seien auch die Faktoren Folgekosten (angemessen und wirtschaftlich) berücksichtigt worden. Bei dem Entwurf von Adler+Retzbach ergebe sich eine deutlich höhere Funktionalität und durch einen Anbau in Form eines “Patios”, ein Element, das gegenüber den anderen Entwürfen einzigartig sei.

Der Siegerentwurf

Architekt Andreas Adler erläutert daraufhin seinen Entwurf: Die Stelle für die Halle liege an einer ganz besonderen, gut belichteten Stelle mit Überblick über ganz Langensteinbach. Im Entwurf sei berücksichtigt, dass über die Verabschiedung Verstorbener hinaus Räume für Begegnung oder zum Ruhen lassen der Gedanken vorhanden sind. Unabhängig von der Religion seien überkonfessionelle Beerdigungen – von kleinen bis zu ganz großen Gesellschaften - möglich. Die Planung besticht nach Ansicht der Jury durch ein einfaches bauliches Grundkonzept und klassischer Dreigliedrigkeit. Das Raumprogramm umfasst 296 Quadratmeter. Die mittig platzierte helle Halle wird westlich durch Verabschiedungs- und Nebenräume und auf der Ostseite durch ein teilüberdachtes Patio mit Sitzbänken, Wasserspielen und viel Grün flankiert. Es seien Beerdigungen mit bis zu 150 Sitzplätzen und 50 Stehplätze innen sowie darüber hinaus 200 überdachte Stehplätze im Außenbereich möglich. Nördlich bilden die erweiterbaren Funktionsräume den räumlichen Abschluss zum vorhandenen Baumbestand. Besonders gewürdigt wurden neben der Flexibilität der räumlichen Nutzungen eine öffentliche Nutzung der überdachten Freiflächen als Begegnungsstätte und die kostenechte Realisierbarkeit entsprechend dem vorgegebenen Kostenrahmen.

Diskussion im Gemeinderat

Auf Nachfrage aus dem Gremium bemerkte Architekt Adler, dass wegen der Nachhaltigkeit der Baustoff Holz schon eingeplant ist für Ausbauteile in Naturholz und das Dach. Auch Natursteine kämen beim Bau zum Einsatz. In der weiteren Feinplanung könne noch mehr Holz eingeplant werden. Wichtig sei im Hinblick auf die Nachhaltigkeit ganz besonders auch, dass das Gebäude durch hohe Flexibilität über Generationen hinaus genutzt werden könne und einen minimalen Energieverbrauch habe. GR Otto Höger (Freie Wähler) gab einen Überblick über die Arbeit des Ausschusses und hoffte am Ende, dass die Planung im kommenden Jahr abgeschlossen und die Bauphase 2022 laufen könne. GR Roland Rädle (CDU) freute sich über das Ende eines jahrzehntelangen Prozesses. Aus seiner Sicht sei die seitliche Anbindung am Gebäude neu, prägend und überzeugend. Sie ermögliche es, dass weitere Personen von außen der Trauerfeier beiwohnen könnten. Dank gab es auch von Grin Heike Günther (Bündnis 90/Grüne) und Reinhard Haas (SPD). Dieser betonte auch nochmals die Wirtschaftlichkeit und die Folgekosten als wichtige Kriterien. GR Björn Kornmüller (FDP) sah in der Anbindung zum Gebäude auch eine Möglichkeit für einen allgemeinen Treffpunkt für die Bevölkerung. Treffpunkte seien, so hätte die Bürgerbefragung zum Thema Gutes Älterwerden in Karlsbad ergeben, wichtige Bedürfnisse der Bevölkerung. Bürgermeister Jens Timm bewertete das Vorhaben abschließend als sehr gut gelaufen. Die Planung sei gelungen  und was die Kosten angehe, so seien diese natürlich auch abhängig vom gesamtwirtschaftlichen Rahmen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass man mit dem erfahrenen Architekten Andreas Adler sehr kostenbewusst arbeiten könne.

Blick auf die Fläche auf der die neue Aussegnungshalle kommen soll. Foto: Archiv Gemeinde Karlsbad

Ansichten vom Siegerentwurf des Architektenbüros Adler+Retzbach aus Karlsruhe

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