Karlsbader Mitteilungsblatt

Moment mal

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18.02.2021

Wenn fasten, dann fasten - wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn (Teresa von Avila)

Und schon sind wir mitten in der Fastenzeit. Das geht wirklich atemberaubend schnell. Aber ist in dieser Fastenzeit auch Fasten dran?

Corona bedingt fasten wir alle bereits ein ganzes Jahr. Auch Fastnacht ist ausgefallen: vollkommene Ausgelassenheit, unmäßige Völlerei und pure Lebensfreude, – bevor dann der Ernst des Lebens mit dem Aschermittwoch Einzug hält.

Ich finde nicht, dass wir dieses Jahr fasten müssen, zumindest fasten im Sinne auf „noch mehr verzichten“. Deshalb heißt unsere online Impuls-Reihe auch „Sieben Wochen mit …“ und nicht „Sieben Wochen ohne“ (siehe www.glauben-leben.sewk.de ).

Vielleicht können wir folgendes versuchen: das, worauf wir sowieso verzichten müssen, leichter nehmen. Dankbar sein für alles, was geht. Dankbar sein, dass der Frühling kommt. Dankbar sein, dass wir morgens in einem warmen und trockenen Bett aufwachen. Dankbar sein für einen freundlichen Blick und ein freundliches Wort. Und dasselbe den anderen Menschen auch zukommen lassen.

Und wenn wir die Nase so richtig voll haben, dürfen wir auch mal jammern. Gottes Ohren sind groß und können nicht so schnell überstrapaziert werden.

Ich werde nicht fasten, sondern die Rebhühner suchen (als Vegetarierin nicht die echten – Sie wissen schon, wie ich das meine). Ich werde mich in Gelassenheit üben, in Geduld und in Gottergebenheit. Und Nächstenliebe – da sollten wir nicht fasten.

Ich werde Kuchen essen, und – damit ich nicht verfette – mir auch Sport gönnen. Und wenn Sie möchten: Essen Sie ruhig ein Rebhuhn.

Viele Grüße, Ruth Fehling

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