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Redaktionelle Berichte

„Natur nah dran“ in Karlsbad - Wildtulpen, Blausterne und Windröschen für Wildbienen und Schmetterlinge

04.05.2021

Online-Schulung zur Flächenpflege für Mitarbeitende der Kommunen auch in Zeiten der Corona-Pandemie

Erste Blüten auf den neu angelegten Projektflächen: Ende April 2021 trafen sich sieben der Kommunen, die 2020 am NABU-Projekt „Natur nah dran“ teilgenommen hatten, zum Online-Seminar. Gemeinsam begutachteten sie die Wildpflanzen-Blühflächen, die sie im Herbst 2020 in Marbach am Neckar angelegt hatten. Der NABU-Landesverband hat kurzerhand eine digitale Schulung auf die Beine gestellt, um die Mitarbeitenden der Städte und Gemeinden trotz der derzeitigen Kontaktbeschränkungen weiter bei der Pflege der Fläche zu unterstützen.

Teilnehmer aus Karlsbad

Thomas Anderer vom Karlsbader Garten- und Umweltamt  freut sich, diese Entwicklung aufmerksam zu begleiten: „Die Flächen haben sich gut entwickelt, seit wir im letzten Herbst Wildblumen-Zwiebeln gesetzt und -samen gesät haben. Solche naturnahen Oasen sind lebendig und werden sich immer wieder verändern. Diesen Wandel mitzugestalten bereitet meinen Kolleginnen und Kollegen und mir viel Freude. Wir hoffen, dass unsere Bürgerinnen und Bürgerinnen sich davon inspirieren lassen und in ihrem eigenen Garten auch Wildblumen und -stauden pflanzen.“ Die umgestalteten  Flächen in Karlsbad sind beschildert und liegen an folgenden Standorten: Auerbach in der Remchinger Straße, Langensteinbach in der Hauptstraße und  Spielberg bei der Berghalle und im Friedhof. „Für uns als Gemeinde Karlsbad ist es wichtig, den vorhandenen Lebensraum auch für unsere Insekten und Kleintiere vielfältig zu gestalten. Zusätzlich haben wir eine Vorbildfunktion und wünschen uns natürlich, dass wir viele Eigentümer und Gartenbesitzer so Wege aufzeigen, wie Sie auch kleinere Flächen naturnah und ohne Flächenversiegelung gestalten können. Gerne sind wir mit unserem Team vom Garten- und Umweltamt für Fragen aus der Bevölkerung als Ansprechpartner erreichbar“, so Bürgermeister Jens Timm.

Fachlicher Austausch beim Webinar

Am Webinar nahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünflächenämter, Stadtgärtnereien und Bauhöfe aus sieben der 15 für 2020 für „Natur nah dran“ ausgewählten Kommunen teil. Das sind: Dornstadt, Karlsbad, Künzelsau, Marbach am Neckar, Neckarsulm, Waldenbuch, Zaisenhausen. Mit Hilfe eines Videos nahm Naturgartenplaner Dr. Reinhard Witt die Teilnehmenden auf einen Rundgang über die Flächen in Marbach am Neckar mit. Er zeigte, welche Jungpflanzen der im Vorjahr eingebrachten Arten bereits auf den gemeinsam angelegten Flächen zu sehen sind. Und vor allem, wie die Jungpflanzen der Arten zu erkennen sind, die die Fläche schnell überwuchern würden und deren Samen noch im Boden geschlummert hatten. Anhand von eingesandtem Bildmaterial aus den Kommunen konnte Reinhard Witt außerdem individuelle Tipps zur weiteren Pflege der Flächen geben.

Diese Fotos zeigen bereits erste Blüten  von sich gut selbst vermehrenden Arten von Krokus, Narzisse, Blaustern usw., auf denen Hummeln und andere Insekten den dringend benötigten Pollen und Nektar finden. Naturgartenplaner Witt wies darauf hin, dass weitere Projektflächen, die heute vielleicht noch etwas unspektakulär aussehen, bald bunt blühen werden. NABU-Projektleiter Martin Klatt ergänzt: „Die im Projekt angelegten Wildblumenflächen brauchen anfangs etwas Geduld und Pflege, um sich zu entwickeln. Das gilt vor allem für Standorte mit mageren, nährstoffarmen Böden. Hier dauert es etwas länger, bis die Pflanzen sich in voller Pracht zeigen. Auf lange Sicht werden dies aber besonders artenreiche Flächen, die Mauerbienen, Bläulingen oder Distelfinken für viele Jahre Nahrung und Unterschlupf bieten.“

Hintergrund

Das NABU-Projekt „Natur nah dran“ wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten.

Weitere Informationen: www.naturnahdran.de

Noch etwas zurückhaltend sind die Pflanzen auf der Pflanzfläche in der Hauptstraße in Karlsbad-Langensteinbach. Das wird sich bald ändern. Fotos: Gemeinde Karlsbad

 

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