Karlsbader Mitteilungsblatt

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Redaktionelle Berichte

Grünes Licht für große Kindergartensanierung

31.05.2021

Gemeinderat genehmigt Vorhaben im evangelischen Kindergarten in Karlsbad-Spielberg – zuvor segnete der Bau- Planungs- und Umweltausschuss die umfangreichen Planungen ab 

Der evangelische Kindergarten in Spielberg wird grundlegend saniert, wärmegedämmt und umgebaut. Mehrheitlich befürwortete der BPUA in seiner Aprilsitzung die mit den Beteiligten abgestimmten Sanierungspläne des beauftragten Remchinger Architekturbüros Herbert Suedes. Der Gemeinderat befürwortete jetzt ebenfalls das Projekt in seiner Maisitzung.  Gerechnet wird danach mit einem voraussichtlichen Kostenaufwand von 585.000 Euro. Gegenüber dem Haushaltsansatz von 450.000 Euro ergeben sich Mehrkosten von 95.000 Euro.  Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Durch die Entscheidung, eine Aufstockung des Gebäudes und damit verbundenen Vergrößerung der Einrichtung an diesem Standort nicht vorzunehmen, mussten die Räumlichkeiten nochmals an die vorhandene Größe der Kita und den daraus resultierenden Raumbedarf angepasst werden. Zurückgestellt wurde die Frage, ob der katholische Kindergarten erweitert wird. Es soll zunächst abgewartet werden, ob ein Bedarf an mehr Gruppen – beispielsweise durch die Baugebietserschließung „Holderäcker II“ – entsteht.  Die Maßnahme rundet die unterschiedlichen Bautätigkeiten an Kindergärten  in Karlsbad in jüngster Vergangenheit ab. In den zurückliegenden 4 Jahren wurden alle anderen Einrichtungen mit Ausnahme der Kitas „Pestalozzi“ und „Die kleinen Strolche“ in Karlsbad-Langensteinbach saniert. Die beiden genannten Einrichtungen müssen durch Neubauten ersetzt werden.

Planungsgrundlagen

Bürgermeister Jens Timm sagte, dass man Räume zusätzlich vergrößert und auch  zahlreiche Heizkörper zu erneuern sind. Es gehe jetzt um ein ganzheitliches Konzept anstatt laufender Reparaturen. Dies ist für ihn der Ansatz der in den letzten Jahren konsequent verfolgt wurde. Im Untergeschoss (UG) sind folgende Anpassungen geplant: Im Bewegungsraum/Schlafraum im Ostflügel wird die Wand entfernt und durch tragende Stützen ersetzt  Daneben soll die WC-Anlage im Westen umgebaut und erweitert werden, sodass ein räumlich abgeschlossenes Kinder-WC für die Gruppe im UG entsteht. Der Bodenaufbau samt Fußbodenheizung muss in diesem Bereich komplett, sowie die Beleuchtung und Akustik im Zwischenbau erneuert werden. Im Erdgeschoss (EG) wird der Personalraum zur Flurzone hin erweitert. Bodenbelag, Unterdecke und Beleuchtung müssen ebenfalls erneuert werden. Das Parkett wird abgeschliffen und neu versiegelt. Zudem müssen mehr Fenster als ursprünglich geplant ersetzt werden. Die Kellertür im UG, der Zugang unter der Bibliothek, wird ausgetauscht. Im UG-Ausgang zum Innenhof muss das Pflasterpodest vor dem Eingang samt Entwässerungsrinne vertieft eingebaut werden. Weiterhin wird ein Stahlgitterrost zum Vermeiden von Überschwemmungen installiert. Die Elektrotechnik im Gebäude wird saniert. Die im Vergleich zu dem Kostenansatz erhöhten Kosten seien durch weitergehende Maßnahmen im Rahmen der Überprüfung durch die Fachplaner und Besprechung mit der Kita-Leitung und der Vor-Ort-Besichtigung entstanden. Die vorgesehenen Maßnahmen führten – so äußerte Architekt Herbert Suedes in der Sitzung des BPUA -  zu einer besseren Gesamtsituation sowohl in gebäudetechnischer, organisatorischer und pädagogischer Hinsicht.

Diskussion im Gremium

Ortsvorsteher Joachim Karcher (Freie Wähler) dankte der Verwaltung und sprach von einer zukunftsorientierten Lösung die allen Beteiligten dienen wird. Der Umbau sei ein lang gehegter Wunsch des Ortschaftsrates, der Eltern und der Kiga-Leitung.  Der Sanierungszyklus der Kitas in den Ortsteilen komme so langsam zum Abschluss, sagte GR Roland Rädle (CDU). Er stimmte dem Umbau grundsätzlich zu. Die Kostensteigerung sei jedoch ein kleiner Wermutstropfen. GR Reinhard Haas (SPD) meinte, dass der Kindergarten 1956/1957 gebaut worden und eine Generalsanierung angebracht sei. Die Mehrkosten müssten getragen werden. GR Uwe Rohrer (Bündnis 90/Grüne) stimmte dem Vorhaben mit den Umplanungen zu, sah allerdings auch die Kosten etwas kritisch. Ähnlich argumentierte GR Björn Kornmüller (FDP/Liberale Liste). Bürgermeister Jens Timm wies darauf hin, dass man bisher wenn überhaupt in der Planungsphase von Bauvorhaben in Karlsbad  Kostensteigerungen habe und nicht in der Bauphase. Zu diesem Zeitpunkt hat das Gremium die Möglichkeit jederzeit noch Dinge zu verändern oder Ausführungen zu streichen. Man werde auch hier hoffentlich, die Kosten in der Bauphase einhalten, wobei dies natürlich auch von der aktuellen Situation bei den Ausschreibungen bestimmt wird.  

Hintergrundinformationen

Ausführliche Informationen zu dem Tagesordnungspunkt mit der Vorlage findet man im Ratsinformationssystem der Gemeinde Karlsbad unter folgendem Link:

https://session.karlsbad.de/sessionnet_bi/to0040.asp?__ksinr=2572

Blick auf den evangelischen Kindergarten in Karlsbad-Spielberg. Die Pläne zur grundlegenden Sanierung wurden jetzt vom BPUA befürwortet.

Auch im Innenhof stehen sanierungsbedingte Arbeiten an. Fotos: Archiv Gemeinde Karlsbad