Karlsbader Mitteilungsblatt

Heimatmuseum

Heimatverein Karlsbad

06.06.2021

Elektrischer Strom in Karlsbad:

Auerbach – Mutschelbach - Spielberg

Wie bereits berichtet:
Am 9. Juni 1909 floss - dank des Dampfziegelwerks in Langensteinbach - erstmals Strom in Karlsbader Stuben; der Ortsteil Ittersbach erhielt seine erste Stromlieferung am 21. April 1921 aus Forbach vom Murgwerk.

Und in den anderen Ortsteilen?

Auerbach

Der Bürgerausschuss stimmte am 16.02.1920 den Stromversorgungsvertrag mit dem „Murgwerk Forbach“ zu. Die Einrichtung eines elektrischen Ortsnetzes kostete 12000 Mark.
Die Finanzierung erfolgte über einen außerordentlichen Holzhieb /-verkauf. Für die Schule, Kirche und die Lehrerwohnung wurden für 170,50 Mark Wotanlampen angeschafft. Das besondere an diesen Lampen: Sie sind mit Stickstoffgasen gefüllt; dadurch konnte die Glühfadentemperatur und damit die Leuchtkraft erhöht werden.


© Deutsches Historisches Museum

Für die Monteure gab es zur Einweihung des Elektrizitätsversorgungsnetzes ein Festessen im „Strauß“; Kosten für die Gemeinde: 320 Mark. Für die Wartung des Ortsnetzes war der Lichtmeister Emil Müller zuständig.
Hinweis: Nach mündlichen Aussagen des ehemaligen Bürgermeister Gustav Müller hat die Gemeinde 1923 einen neuen Stromvertrag mit dem Badenwerk abgeschlossen, das aus dem Murgwerk hervorging.
(Der Bericht entstand aus den Rechercheergebnissen unseres Vereinsmitglieds Horst Sommer)

Mutschelbach und Spielberg

Nach Recherchen von Liselotte Schroth (Mutschelbach) kam die Elektrizität 1923 nach Mutschelbach.

Ebenso floss der Strom zu Beginn der 1920-er Jahre nach Spielberg (Helmut Müller).

Digitalisierung und Stromverbrauch

„Im vergangenen Jahr sorgte eine viel beachtete Studie laut des Thinktanks "The Shift Project" weltweit für Furore: Demnach käme das Internet – wäre es ein Staat – auf Platz sechs in Sachen Energieverbrauch (Stromverbrauch). Die gesamte Informations- und Kommunikationstechnik, also auch persönliche Geräte wie Smartphones, PCs und sogar Smart-Fernseher, Rechenzentren und Verteilertechnik wie Mobilfunknetze, sind jetzt schon weltweit für zwei Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. In der Klimabilanz liegen sie gleichauf mit Flugbenzin. Deshalb fragen Kritiker: Ist Surfen das neue Fliegen?“
Allein das Streamen von z.B. Filmen verschlingt so viel Strom wie Polen, Italien und  Deutschland zusammen. Wie der Metereologe Sven Plöger unterstreicht, wächst der Stromverbrauch der Digital-Technologien um jährlich rund 9 %. (Quelle: SWF-Fernsehen)

Weiterer Strombedarf entsteht natürlich mit der Zunahme der Elektromobilität. Will man diesen Mehrbedarf mit erneuerbaren Energien decken, braucht es mehr Windkraft - und Photovoltaikanlagen, auch auf Ackerflächen (ob das sinnvoll ist? Strom kann man halt nicht essen!).

Vielleicht sollten wir uns auch einen sparsameren Umgang mit Strom angewöhnen!?

Aber auch der einzelne User ( = Nutzer digitaler Technologien) sollte sich darüber bewusst sein, was so ein Mausklick anrichten kann.

 

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