Karlsbader Mitteilungsblatt

Rubrikenübersicht > Redaktionelle Berichte > Schulweg üben – das sollten Eltern beachten

Redaktionelle Berichte

Schulweg üben – das sollten Eltern beachten

07.09.2021

Eigenständig zur Schule laufen fördert unabhängige Mobilität und Eigenständigkeit der Kinder -  ADAC Verkehrsexperte gibt Tipps  - ADAC Stiftung liefert begleitende Materialien

Für tausende Kinder beginnt schon bald ein neuer Lebensabschnitt – der Schulstart! Eine aufregende und wichtige Zeit, auch für die Entwicklung der Eigenständigkeit und die unabhängige Mobilität der Kinder, beispielsweise beim alleinigen Meistern des Schulweges. Umso wichtiger ist es, dass Eltern ihren Nachwuchs für die neue Aufgabe fit machen. Der ADAC Nordbaden und die ADAC Stiftung geben Tipps.
Bevor die Kleinen allein zur Schule laufen dürfen, sollten Eltern für sich selbst einige Fragen mit ‚ja‘ beantworten können. Dazu gehören: Kann mein Kind auf einem sicheren Weg zur Schule gelangen? Kennt es wichtige Verkehrszeichen und Verhaltensregeln? Aber auch, ob das eigene Kind mit gut sichtbarer Kleidung ausgestattet ist. Thomas Hätty, Leiter Verkehr und Technik beim ADAC Nordbaden rät: „Eltern sollten genügend Zeit dafür einplanen, den Schulweg mit dem Kind zu üben und auch Gefahrenstellen wie Kreuzungen oder Straßenüberquerungen ausführlich mit den Kleinen zu besprechen.“
Die häufigsten Fehler von Kindern im Straßenverkehr sind laut ADAC unter anderem die plötzliche Überquerung einer Straße oder die Überquerung einer Straße bei Sichthindernis. Aber auch wenn Kinder alles richtig machen, kann es durch die Fehler anderer Verkehrsteilnehmer brenzlig werden. „Daher ist es sehr wichtig, dass die Kleinsten auch verstehen, dass Auto- oder Fahrradfahrer womöglich Fehler machen und die Kinder beispielsweise an Ampeln oder Überwegen warten, bis die anderen Verkehrsteilnehmer auch wirklich anhalten“, so Hätty.
Der kürzeste Weg ist nicht immer der Sicherste. Eltern sollten einen Schulweg finden, bei dem das Kind Straßen so selten wie möglich überqueren muss. Ampeln, Zebrastreifen, Unterführungen oder ähnliches sind am sichersten. „Viele Schulen haben außerdem einen Schulwegplan, auf dem Gefahrenstellen im Umkreis vermerkt sind“, merkt der ADAC Verkehrsexperte an. Außerdem sollte auf breite Gehwege und ein möglichst geringes Verkehrsaufkommen geachtet werden. Auf längeren Schulwegen könnte ein markanter Punkt als Anlaufstelle für den Notfall festgelegt werden: Vielleicht findet sich in einer freundlichen Bäckerei oder Apotheke eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, an die oder den sich das Kind wenden kann, sollte es einmal in Not sein oder nicht weiter wissen und abgeholt werden müssen.
Ist ein sicherer Schulweg gefunden, geht das Üben los. Der Weg sollte mehrfach gemeinsam abgelaufen werden – unter realen Bedingungen. Also beispielsweise zu der Uhrzeit loslaufen, an der das Kind später auch zur Schule laufen muss. „Im besten Fall wird der Schulweg auch bei schlechter Sicht und schlechteren Wetterbedingungen geübt“, so Hätty. Die Kinder sollten den Weg einmal allein mit gleichaltrigen Freunden oder Schulkameraden ablaufen. Die Eltern folgen in gewissem Abstand und können ihrem Nachwuchs im Anschluss ein entsprechendes Feedback geben.
Zeitdruck vermeiden! Wer unter Zeitdruck steht, macht sich selbst Stress. Das wirkt sich negativ auf die Konzentration aus und kann zu gefährlichen Situationen führen, sowohl bei Eltern als auch bei Kindern.
Das Elterntaxi: Das morgendliche Verkehrschaos vor der Schule führt zu verstopften Straßen, riskanten Wendemanövern, sowie Halten in Verbotszonen, an Bushaltestellen oder in zweiter Reihe. Thomas Hätty mahnt: „Die Kinder, die mit dem Auto gebracht werden, geraten dann leicht in Gefahr durch das Aussteigen zur Straße hin oder das Überqueren der Straße hinter Fahrzeugen.“ Wenn es nicht anders geht, sollten Eltern einfach etwas weiter weg parken, beispielsweise an einer eingerichteten Elternhaltestelle und dem Nachwuchs zumindest einen kurzen Schulweg zu Fuß und damit etwas Selbständigkeit ermöglichen. Der ADAC Nordbaden steht als Berater für die Einrichtung solcher Elternhaltestellen zur Verfügung.
Zu guter Letzt sollten Kinder immer gut sichtbare Kleidung, im besten Fall mit Reflektoren, tragen. Hier empfiehlt sich unter anderem eine Kinder-Sicherheitsweste. Damit sind sie für andere Verkehrsteilnehmer besser zu erkennen, was gleichzeitig das Unfallrisiko minimiert.
Alle Informationen gibt es zum Nachlesen im ADAC Schulwegratgeber, der kostenlos in allen nordbadischen ADAC Geschäftsstellen und Reisebüros abgeholt werden kann. Neben zahlreicher Multimedia-Inhalte, wie lehrreiche Online-Games und Videos für Kinder oder Informationen zum Thema Elterntaxi, finden Lehrer und Eltern auf www.verkehrshelden.com der ADAC Stiftung nützliche Checklisten und Begleitmaterial zum sicheren Schulweg. Die Verkehrs-Experten des ADAC Nordbaden stehen telefonisch unter 0721 810 49 11 für Fragen zur Verfügung. Text: ADAC

Foto: ADAC

Rubrik-Archiv anzeigen