Karlsbader Mitteilungsblatt

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Redaktionelle Berichte

Karlsbad insgesamt ins Visier genommen

21.09.2021

Bürgerauftaktveranstaltung „Gesamtörtliches Entwicklungskonzept“ im Rahmen der  Städtebaufördermaßnahme für das Kerngebiet in Langensteinbach

Bürgerinnen und Bürger sowie Gemeinderäte und Ehrenamtliche setzten sich Mitte September in der Schelmenbuschhalle mit grundsätzlichen Fragen zu Karlsbad auseinander. Wo steht Karlsbad? Wo möchte die Gemeinde in Zukunft hin? Was lässt sich finanzieren? Was sind gemeinsame Zielvereinbarungen und Handlungsfelder?  So lauteten u.a. die Fragen, an denen sich alle entlanghangelten. Arbeitsgrundlage war die bisherige Agendaarbeit. Sie wurde betrachtet und aktualisiert. Stadtplanerin Sundus Sherif und Stadtplaner Dr. Tilman Sperle von der projektbegleitenden STEG Stadtentwicklung GmbH moderierten das Ganze. Bürgermeister Jens Timm erläuterte zu Beginn, dass man mit der Städtebauförderung in Karlsbad vorankommen könne. Alte Strukturen könnten dabei eventuell erhalten oder zukunftsgemäß umgebaut werden. Um in das Auswahlverfahren für das Landesprogramm zu kommen, müsse die Gemeindeentwicklungsplanung aktualisiert werden. Dabei sei nicht Ziel, dies in aller Tiefe und Breite zu machen. Der groß angelegte Neustart habe die Gemeinde 2022 geplant. Planer Dr. Tilman Sperle ergänzte auf entsprechende Fragen, dass das Ziel der Arbeit an dem Abend nicht alleine das geplante Gebiet in Langensteinbach sei. Die Gemeinde müsse für den Antrag für die Städebaufördermaßnahme eine aktualisierte gesamtörtliche Gemeindeentwicklungs-planung liefern. „Diese kann natürlich auch die Sicht auf das Gebiet beinhalten, es geht jedoch zunächst um alle Ortsteile“. Jetzt sollen in einer Art „Zwischenstepp“ die Ziele für Karlsbad bewertet werden. Im kommenden Jahr könne dann die große Bürgerbeteiligung  neu starten und die Themen gründlich und umfassend angegangen werden.  

Lebendiges Format

„Sie haben schon Vieles im Sinne einer Gemeindeentwicklung umgesetzt, beispielsweise Wohlfühlplätze in den Ortsteilen und Tempo-30-Bereiche“, so Planerin Sundus Sherif. Trotzdem gelte es, alle Bereiche anzuschauen und in die Zukunft zu planen.  Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten mit drei Ansätzen kreativ arbeiten. Coronabedingt musste das Format auf 50 Personen begrenzt werden. Schade war, dass nur wenige Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Trotzdem erarbeiteten diese mit den anwesenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäten sowie Aktiven aus der Agendaarbeit Ideen. Sie setzten sich mit Fragekarten auseinander, stellten beschriebene Würfel auf einem Luftbild der Karlsbader Ortsteile auf und bewerteten den vorgestellten Querschnitt der Leitlinien der Gemeindeentwicklungsplanung. Nach getaner Arbeit zog Sperle eine erste Schnellbilanz. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern lagen u.a. die Themen ÖPNV, Fahrradverkehr zwischen den Ortsteilen,  Antworten zu den Fragen „Wofür stehen wir“ und „Was hält uns zusammen“, Angebote in den Ortsmitten (z.B. kleinere innerörtliche Ladengeschäfte), Gestaltungsthemen,  sichern von Grünflächen, Parkraumbewirtschaftung in Karlsbad,  Gastronomie und eine Umfahrung von Langensteinbach auf den Herzen. 

Fakten

In einem kurzen Vortrag warfen die Stadtplaner einen Zahlenblick auf Karlsbad. Im Überblick wurde u.a. die Bevölkerungsentwicklung in Karlsbad betrachtet. Dabei wurde klar, dass Karlsbad auch attraktiv werden soll für Neubürgerinnen und Neubürger, um die Bevölkerungszahlen zu stabilisieren oder ansteigen zu lassen. In den letzten vierzig Jahren stieg die Bevölkerungszahl der Gemeinde Karlsbad um 27 Prozent von 12.468 auf 15.810 Personen. Die meisten Einwohner:innen hatte Karlsbad im Jahr 2001, mit 16.299 Personen. Betrachtet man die Bevölkerungsentwicklung in Karlsbad im Vergleich zum Landkreis Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg, fällt auf, dass Karlsbad sich seit 2001 positiv entwickelt hat. Allerdings war der Anstieg geringer als im Landkreis und im Land. Der tiefste Punkt wurde im Jahr 2011 erreicht.  Die künftige Einwohnerentwicklung unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren und kann durch noch nicht absehbare Ereignisse erheblich variieren. Anhand der Vorausrechnung des statistischen Landesamtes zum Jahr 2035 lässt sich erkennen, dass Karlsbad, trotz im Moment noch positivem Geburtensaldo, ohne Zuzügler bis zum Jahr 2035 leicht schrumpft. Ferner zeigten die Stadtplaner auf, wie vielfältig die Einflussfaktoren für die Stadtplanung sind. Klimawandel und Hochwasser – in Langensteinbach mehrfach erlebt – seien Faktoren, die neben vielen anderen Faktoren auch berücksichtigt werden müssten. Es ginge auch darum, Kommunen resilienter (stärker) gegen solche Einflüsse von außen

zu machen.

Hintergrundinfos

Am 16. Juni beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, dass die Gemeinde beim Land Baden-Württemberg einen Antrag auf Aufnahme in das nächstmögliche Förderprogramm zur Städtebauförderung stellt. Der anvisierte Termin für das Einreichen des Antrages ist der 2. November. Das Förderprogramm hat eine Laufzeit von mindestens 8 Jahren. Die STEG erhielt den Auftrag,  das Verfahren zu begleiten. Den Gemeinderatsbericht dazu finden Sie im Archiv der Rubrik „Redaktionelle Berichte“ https://www.karlsbad.de/news mit dem Suchstichwort „Städtebauförderungsmaßnahme“.

Blick auf einen Teil des möglichen Bereiches für die Städtebaufördermaßnahme in Karlsbad-Langensteinbach. Alle Fotos: Gemeinde Karlsbad

 

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