Karlsbader Mitteilungsblatt

Rubrikenübersicht > Redaktionelle Berichte > Veränderter Feuerwehralltag

Redaktionelle Berichte

Veränderter Feuerwehralltag

16.11.2021

Feuerwehr Karlsbad ist gut aufgestellt

Nach zweijähriger Pandemiepause führte die Feuerwehr Karlsbad erstmals wieder eine Hauptversammlung in der Spielberger Berghalle durch, die gut besucht war. Kommandant Holger Fuhr beleuchtete in seinem Rückblick das Wirken der Feuerwehr im letzten Jahr. „Die Pandemie hat auch den Alltag der Feuerwehr verändert“, so der Kommandant. „Helfer sollten gesund bleiben um Hilfe leisten zu können“. Der Kommandant fasste zusammen: “Alles war verboten, aber der Einsatz musste laufen“. Die FW Karlsbad ist mit 189 Mitgliedern (Stichtag 31.10.2021) gut aufgestellt. Hierfür zollten neben Bürgermeister Jens Timm, auch der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverband Landkreis Karlsruhe Eckhard Helms sowie Dominik Wolf, stellvertretender Kreisbrandmeister Landkreis Karlsruhe, großes Lob. Fuhr bekräftigte, „dass der Zuwachs nicht nur aus den 10 Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr rekrutiert, sondern auch durch Quereinsteiger“. Dem Spielmannszug gehören 16 Musiker an, während die Altersmannschaften 35 Kameraden in ihren Reihen haben. Im Berichtsjahr 2020 mussten die Wehren zu 164 Einsätzen (darunter auch 35 Überlandhilfen / 31 Brandeinsätze / 63 technische Hilfen / 19 Sicherheitswachen und 51 Fehlalarme) ausrücken. Dagegen steht für das Berichtsjahr 2021 die traurige Rekordsumme von 386 Einsätzen mit 41 Überlandhilfen aus (41 Brandeinsätze / 281 technische Hilfen / 3 Sicherheitswachen und 61 Fehlalarme) zu Buche. Starkregenereignisse im Juni und Juli haben Karlsbad schwer getroffen und sind Ursache für über 200 Einsätze an lediglich drei Einsatztagen. Am 18.Juni wurden in 90 Minuten über 165 Einsatzstellen übermittelt. Schwerpunkte waren die Ortsteile Langensteinbach, Auerbach und Mutschelbach. Straßen waren überflutet, Fußwege mit Kies und Schlamm verschmutzt und zerstört und die Keller wurden bis zu einer Höhe von zwei Metern überflutet. Die Karlsbader Einsatzkräfte waren an diesem Tag 14 Stunden im Einsatz. An den drei Starkregen-Einsätzen wurden mehr Einsatzstunden geleistet als in einem durchschnittlichen Jahr. In Sachen Ausbildung konnten in den vergangenen zwei Jahren durch Grundlehrgänge insgesamt 15 Feuerwehrangehörige hinzugewonnen werden. Eine Besonderheit war auch der Zugführer-Lehrgang, der wegen der Pandemie zu einem reinen Online-Lehrgang wurde. Die neue Drehleiter ist aktuell das meist eingesetzte Fahrzeug in Karlsbad, so Fuhr. Durch die Stationierung einer Drehleiter in Waldbronn, rechnet der Karlsbader Kommandant mit einem massiven Rückgang der Überlandhilfen. In Dienst gestellt wurde auch ein Gerätewagen-Transport, der in Ittersbach stationiert ist. Zuschussbescheide liegen vor für einen LF 10 (Ittersbach), zwei MTWs (Ittersbach und Auerbach) sowie für ein MLF (Langensteinbach). In Betrieb genommen wurde im Dezember 2020 nach 20 monatiger Bauzeit das neue Feuerwehrhaus für die Abteilung Ittersbach. Eine würdige Einweihung mit der Bevölkerung wird im kommenden Jahr nachgeholt. Dankesworte schickte Fuhr an Bürgermeister Jens Timm und den Gemeinderat, die allzeit eine positive Einstellung zu den Anliegen und Anforderungen haben. Eine beträchtliche Summe konnte umgesetzt werden. Der Dank galt aber auch allen Floriansjüngern für das ehrenamtliche Engagement sowie an deren Angehörige, „denn ohne deren Akzeptanz wäre die Arbeit der FW nicht möglich“. In Vertretung des Jugendwarts Martin Bonavia hat Fuhr auch dessen Bericht zum Besten gegeben. Die Jugendfeuerwehr verzeichnet mit 110 Floriansjüngern einen stabilen Personalstand. Übernommen in den Einsatzdienst wurden 10 Mitglieder. Trotz der besonderen Umstände konnten 22 Neueintritte verzeichnet werden. Präsenzübungen konnten über mehrere Monate nicht durchgeführt werden. Kreis-Feuerwehrverbandsvorsitzender Eckhardt Helms bezeichnet die Karlsbader Wehr als das Rückgrat der Gemeinde. Beim Blick nach vorne bezeichnete Helms die mangelnde Tagesverfügbarkeit als ein großes Thema. Auf gutem Weg ist dagegen nach Aussage vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Dominik Wolf der langersehnte Digitalfunk. Die Wehren werden auch im kommenden Winter weiter mit der Pandemie zu kämpfen haben. Hier heißt es Kräfte zu bündeln und Maßnahmen konsequent umzusetzen. „Die Wertschätzung der Karlsbader Wehr ist in hohem Maß in der Bevölkerung und im Gemeinderat gegeben“, so Wolf.

Ehrungen und Beförderungen:

Mit dem Ehrenzeichen in Silber des Landes Baden-Württemberg wurde für 25 Jahre Diensteinsatz im Feuerwehrlöschwesen Leitender Hauptbrandmeister Holger Fuhr ausgezeichnet. Das Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktive Feuerwehrtätigkeit wurde verliehen an Oberbrandmeister Markus Dietz, Hauptfeuerwehrmann Bertram Egginger und Oberbrandmeister Michael Kronenwett. Befördert zum Löschmeister wurden Philipp Coens und Simon Brecht, zum Hauptlöschmeister Jochen Ruppender und zum Brandmeister Pascal Bodemer. Text: Mit freundlicher Genehmigung Jürgen Keller

vlnr: Holger Fuhr (Ehrenzeichen in Silber), Markus Dietz, Bertram Egginger, Michael Kronenwett (alle Ehrenzeichen in Gold) und Bürgermeister Jens Timm. Foto: Mit freundlicher Genehmigung Jürgen Keller           

Rubrik-Archiv anzeigen

Alle Artikel der Rubrik