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Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik

Winterzeit

25.01.2022

Zuhause haben wir schon mit Weihnachten abgeschlossen. So schön es war, habe ich dann doch das Bedürfnis die vorweihnachtliche Ordnung wieder herzustellen. Sobald der 6. Januar vorbei ist, wird der Baum abgeschmückt, die Lichterkette wieder in den Keller geräumt und die Sterne vom Fenster abgehängt. Ich sehne mich nach ein wenig Ruhe und Klarheit. Eigentlich passiert genau das auch gerade in der Natur. Nichts. Die Kälte sorgt für Untätigkeit. Der dunkelste Tag der Winterzeit ist vorbei und es wird langsam aber spürbar wieder heller.

Im Waldorfkindergarten vermittelt dies den Kindern der Jahreszeitentisch. Das ist ein Tisch oder eine Kommode, die mit Tüchern und Stoffen in der für die Jahreszeit vorherrschende Farbe dekoriert wird. Im Januar ist das ein helles Blau, sowie Weiß und Silber. Geschmückt wird der Tisch mit Kristallen, gebastelten Schneeflocken, Dingen, die sich gerade in der Natur finden, wie Tannenzapfen oder Steinen, mit Kerzen, Filzpüppchen oder Kunstdrucken. Ein kleine, hinreißende Winterwelt wird in den Raum gezaubert. Sozusagen eine Mini-Waldorf-Disney‘s-Eiskönigin-Version. Etwas kitschig, aber wunderschön.

Die Weihnachtszeit ist aber genau genommen, entgegen meinem inneren Drang, nicht am 6. Januar vorbei. Sie endet erst an Maria Lichtmess, am 2. Februar. Das ist 40 Tage nach der Geburt Jesu. Solange dauerte im Judentum das Wochenbett. Die Kinder beschäftigen sich daher im Kindergarten weiterhin mit dem Jesuskind. Im Dreikönigsspiel ahmen sie die Ankunft der Heiligen Drei Könige nach. Mit Umhang und Krone schlüpfen sie in deren würdevolle Rollen und überbringen dem Kind die guten Gaben. So retten sie den Zauber von Weihnachten hinüber ins neue Jahr und zelebrieren ihn noch eine Weile länger.