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Redaktionelle Berichte

Karlsbad erhält European Energy Award

23.05.2022

Bei Verleihung in Reutlingen wurden mit 27 Kommunen so viele wie noch nie ausgezeichnet

Am Mittwoch, 18. Mai erhielt die Gemeinde Karlsbad den European Energy Award (eea). Karlsbad erreichte 60,1 Prozent der maximal möglichen Punkte. Damit ist die Gemeinde rezertifiziert. 2014 konnte Karlsbad zum ersten Mal den eea  erringen.  Bürgermeister Jens Timm nahm die Auszeichnung entgegen. Zusammen mit ihm freute sich Garten- und Umweltamtsleiterin Sarah Esaias.

Gute Arbeit honoriert

Bereits in den 90er Jahre gewann die Gemeinde einen Umweltpreis des Landes. Seine Ziele zu mehr Energiesparen und der Wärme- und Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verfolgt Karlsbad seit vielen Jahren. Der Beitritt zum eea mit der ersten Zertifizierung im Jahr 2014 war die logische Fortführung der kommunalen Klimaschutzaktivitäten.

Die Gemeinde setzte engagiert ein Radverkehrskonzept um, mit dem sie im Bereich Mobilität punktete. Auch bei der Entwicklungsplanung und Raumordnung legte Karlsbad seit der zweiten eea-Verleihung 2018 nach, wie etwa mit einem Sanierungsmanagement in zwei Teilorten. Außerdem stellt Karlsbad den Gemeindewald sukzessive auf hitzebeständigen Mischwald um.

Für die kommende eea-Runde hat sich die Gemeinde schon weitere Ziele gesteckt und teilweise bereits umgesetzt. So will sich Karlsbad auch auf nachhaltiges Bauen fokussieren und eine Gebäudeenergieleitlinie für Bau, Sanierung und Betrieb kommunaler Liegenschaften erstellen. Außerdem gestaltet die Gemeinde den Pausenhof am Schulzentrum investiv klimawandelgerecht um und saniert einige Kommunalgebäude nachhaltig. Die Ziele werden von der Politik und Bürgerschaft unterstützt.

Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann hob bei der feierlichen Verleihung die zentrale Rolle der Kommunen beim Klimaschutz und der Energiewende hervor. Baden-Württemberg habe sich das ambitionierte Ziel der Klimaneutralität bis 2040 gesetzt. Andre Baumann: „Noch mehr als bisher brauchen wir die engagierte Arbeit der Landkreise, Städte und Gemeinden.“

Wie erfolgreich baden-württembergische Kommunen vorangehen, zeigt sich laut Baumann daran, dass 27 Kommunen in einem Jahr ausgezeichnet werden – ein Rekord! Fünf Landkreise und zwei Städte erreichen mit dem eea in Gold sogar die höchste Auszeichnungsstufe. Mit dem European Energy Award ausgezeichnet werden vier Landkreise, acht Städte und acht Gemeinden.

Energiewende – ohne die Kommunen geht es nicht

„Der wesentliche Schlüssel zum Erreichen unserer Klimaziele liegt im Umbau der Energieversorgung“, betonte der Staatssekretär. „Hier stehen wir vor einer enormen Herausforderung.“ Zusätzlich habe der brutale russische Angriffskrieg auf die Ukraine schmerzlich vor Augen geführt, „dass wir unsere Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas schnellstmöglich reduzieren müssen“. Baumann betonte: „Mittel- und langfristig kennen wir die richtige Antwort auf beide Herausforderungen – Klimakrise und Energiesicherheit – bereits: Wir brauchen deutlich mehr Tempo bei der Energiewende!“

Ein wesentliches Merkmal der „neuen“ Energiewelt sei die Dezentralität. „Der Erfolg der Energiewende hängt wesentlich von ihrer lokalen Umsetzung ab – sprich von den Kommunen“, sagte der Staatssekretär. Gleichzeitig eröffne die Energiewende den Kommunen aber auch neue Wertschöpfungsmöglichkeiten, beispielsweise durch steigende Pacht- und Gewerbesteuereinnahmen aus dem Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen.

Neben der Stromerzeugung muss laut Baumann ein besonderer Fokus auf den Wärmebereich gelegt werden, auf den in Deutschland knapp die Hälfte des Energieverbrauchs entfällt und der derzeit in hohem Maße von fossilen Energieträgern abhängig ist. „Auch hier kommt es auf die Kommunen und auf die kommunale Wärmeplanung an.“ Bis Ende 2023 müssen Stadtkreise und Große Kreisstädte einen kommunalen Wärmeplan erstellen, der aufzeigt, wie bis 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreicht werden kann.

Die Preisträgerkommunen

Fünf Landkreise bekommen die höchste Auszeichnung – den European Energy Award Gold: Biberach, Bodensee, Böblingen, Reutlingen und Sigmaringen.
Gold gibt es auch für die beiden Städte Mengen und Ulm.

Mit dieser höchsten Auszeichnung werden Kommunen prämiert, wenn sie mindestens 75 Prozent der maximal möglichen Punkte erreichen.

Wer 50 Prozent erreicht, bekommt den European Energy Award:
Auf Landkreisseite sind es Freudenstadt, Ortenaukreis, Rhein-Neckar-Kreis und Waldshut. Bei den Gemeinden sind es Baienfurt, Frickingen, Karlsbad, Langenargen, Rudersberg, Schemmerhofen, Sigmaringendorf und Ummendorf. Dazu kommen noch acht Städte: Ehingen (Donau), Kehl, Konstanz, Pfullendorf, Reut-lingen, Rheinfelden (Baden), Walldorf und Wehr.

Im Jahr 2006 starteten 16 Pilotkommunen. Inzwischen nehmen im Südwesten 175 Städte, Gemeinden und Landkreise am eea teil.

Zum European Energy Award

Der eea ist ein europäisches Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, das eine umsetzungsorientierte Energie- und Klimaschutzpolitik in Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Ziel hat. Dabei werden Klimaschutzaktivitäten der Kommunen systematisch erfasst und bewertet. Anschließend werden Maßnahmen passend für die jeweilige Kommune geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft. So sollen Potenziale nachhaltigen Klimaschutzes identifiziert und genutzt werden. Im Auftrag des Umweltministeriums führt die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) die Landesgeschäftsstelle des eea. Sie berät interessierte und teilnehmende Kommunen, gibt praktische Hilfestellung für das Zertifizierungsverfahren und organisiert den Austausch zwischen den teilnehmenden Kommunen in Baden-Württemberg. Weitere Informationen gibt es unter www.kea-bw.de/eea Text: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft / Gemeinde Karlsbad

V.l. Bürgermeister Jens Timm und  Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann. Der Prozess der Zertifizierung fand 2021 statt.  Foto: KEA-BW / Martin Stollberg 

Fotos:  KEA-BW / Martin Stollberg

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