Karlsbader Mitteilungsblatt

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Großes Jubiläumswochenende bei bestem Wetter

20.06.2023 – 31.12.2023

Karlsbad feierte sein Jubiläum mit allem Drum und Dran

Karlsbad kann feiern – das wurde am  Wochenende 16.-18. Juni beim Jubiläumsfest eindrücklich bewiesen. Nachdem bereits am Freitagabend die Blaumeisen stimmungsmäßig einheizten, fand der offizielle Festakt am Samstagmorgen statt. Die geladenen Gäste in der Aula im Schulzentrum erlebten ein vielseitiges Programm. Das Jubiläum wurde dabei nicht nur mit Redebeiträgen, sondern auch mit Symbolik, Musik, Tanz, Gesang und Begegnungen von Alt und Jung gefeiert. Begleitet vom Spielmannszug der Feuerwehr zogen die Fahnenträger mit den fünf Ortsfahnen der ehemals selbstständigen Gemeinden Langensteinbach, Ittersbach, Spielberg, Mutschelbach und Auerbach ein. Schüler und Schülerinnen tauschten sich in einem Frage- Antwortteil mit früheren Mandatsträgern aus.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Jens Timm hielt Landrat Dr. Christoph Schnaudigel die Festrede. Bürgermeister a.D. und Ehrenbürger Rudi Knodel blickte als Zeitzeuge auf das Geschehen.

Umrahmt wurde die Feier vom Saxophonquartett der Musikschule Ettlingen/Karlsbad. Tanzeinlagen lieferte die Grundschule Langensteinbach. Gemeinderat Roland Rädle moderierte die Veranstaltung.

Spiel, Spaß, Unterhaltung und Kulinarisches sorgten anschließend für ein fröhliches Feierevent im Bereich des Schulzentrums. Neben den Ess- und Programmangeboten stellten sich Mitwirkende auch mit ihrer Arbeit vor. Am Samstagabend erfreuten sich die Gäste an der „Sean-Treacy-Band“. Der Sonntag startete mit einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst. Vertreterinnen und Vertreter der Partnergemeinde Hüttau freuten sich ebenfalls über das große Event

 

Im kommenden Mitteilungsblatt folgt noch eine weitere Bildernachlese vom Festsonntag!

 

 

V.l.: MdL Christine Neumann-Martin (CDU), Bürgermeister Jens Timm, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, MdB Nicolas Zippelius (CDU) sowie Bürgermeister a.D. und Ehrenbürger Rudi Knodel schneiden die Jubiläumstorte an.

Begrüßung

Im Folgenden ist die Festrede von Bürgermeister Jens Timm wörtlich wiedergegeben: „Verehrte festliche Versammlung, liebe Gäste aus nah und fern, meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr verehrter Herr Landrat Dr. Schnaudigel, Herrn Bundestagsabgeordneter Zippelius und Frau Landtagsabgeordnete Christine Neumann-Martin beide von der CDU verehrte Kollegin Sabrina Eisele aus Marxell, die Bürgermeisterkollegen Christian Stalf aus Waldbronn, Rudi Knodel und Franz Masino sowie Herrn Kornmüller, Bürgermeister Stellvertreter aus Malsch Herrn Werner Scherer,  für die Realschule und Gemeinschaftsschule und die Grundschulen und das SBBZ Frau geschäftsführende Schulleiterin Ulrike Frank und den Rektor des Gymnasiums Herrn Werle, Vertreter vom Klinikum Herrn Schwarzer, für die Stadtwerke Frau Karina Herrmann  unsere Pfarrerin Frau Schweitzer, Herrn Pfarrer Werle sowie die anwesenden Kreis- und Gemeinde- sowie Ortschaftsräte ich freue mich unsere Delegation aus Hüttau unserer Partnergemeinde begrüßen zu dürfen – leider hatte ihr Bürgermeister keine Zeit umso schöner, dass sie es sich einrichten konnten heute hier mit uns zu Feier, ich begrüße dich lieber Gerhard Auer als stellv. Bürgermeister mit deiner Delegation. Mein herzlicher Willkommensgruß gilt Ihnen allen, meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste. Ich freue mich, dass Sie mit Ihrer Anwesenheit Ihre Sympathie zu unserem Gemeinwesen ausdrücken – hier ist Ihre Heimat, hier fühlen Sie sich zuhause. Ich weiß, dass heute zahlreiche Gäste unter uns sind, die diese Jubiläumsfeier zum Anlass genommen haben, ihrer „alten Heimat“ einen Besuch abzustatten, Erinnerungen aufzufrischen, nachzuschauen, was aus dem vertrauten Karlsbad geworden ist. Sie werden feststellen: es ist viel passiert, vieles hat sich verändert. Das gilt erst recht, wenn wir den Blick einige Generationen zurückwerfen. Dann wird noch deutlicher, wie einschneidend der Wandel ist, den unsere Gemeinde erlebt hat und der sich auch weiter abzeichnet.
Es wurde vieles angepackt und es gibt noch viel zu tun. Die Zukunft hält noch zahlreiche spannende Aufgaben für uns und die nächste Generation bereit. Das erfordert unsere ganze Kraft und Konzentration.

Bei der Fusion wurde 1971 auch um die wichtigsten Aufgaben gerungen und jede bisher selbständige Gemeinde brachte ihre Wünsche und Vorstellungen für den künftigen weiteren Ausbau ein, die dann im Vertrag und in den Protokollen festgehalten wurde um die Verwaltungskraft zu bündeln und die Leistungskraft zu stärken (Minimum 5000 Einwohner, noch besser 8000):

Bürgermeister Ried für Langensteinbach:

-Umbau des Schwimmbades – Bau eines FWw-Gerätehauses – Bau 3-teilige Sporthalle – Bau Schulsportplatz – Bau Gymnasium – Bau eines Hallenbades

Bürgermeister Konstandin Mutschelbach

- sehr bescheiden – Verdolung des Bocksbaches und Bau einer Kita sowie Verbesserung des ÖPNV

Bürgermeister Steger Spielberg

- Neubau MZH – Bau Sportplatz mit Golf und Tennis – Handwerker Gebiet beim Sportplatz – Verbindungsweg von Spielberg zum Schulzentrum – Neubau Schule – Bebauung des Hamberggebietes (heute Photovoltaikanlage in Planung) – AVG Anbindung Stadtbahn

Bürgermeister Fehringer Auerbach

-Fertigstellung Kita – Ausbau Geh- und Radweg mit Beleuchtung nach Langensteinbach – Buslinie mit Bezuschussung – Bau einer MZH – Herstellung einer Grünanlage mit See – Bau einer Ausfahrt auf die L562 – Sportanlage mit Golf und Tennis – evtl. ein Wildgehege

Bürgermeister Würl Ittersbach

- Bau einer Turnhalle bei der Hauptschule mit Lehrschwimmbecken – Bau einer MZH – Verbindung und Anschluss an AVG mit Straßenbahn

Eigentlich wäre die Gemeinde Karlsbad bei diesen Vorstellungen eine Golfgemeinde mit 2 Golfplätzen und 1 Freibad, Hallenbad, See und Lehrschwimmbecken – manche Dinge sind gut, dass sie trotz diesen Verträgen nicht umgesetzt wurden.
Es besteht kein Zweifel: die Gegenwart lastet uns voll und ganz aus. Mancher wird sich daher fragen: Müssen wir in dieser Situation einen Blick zurückwerfen? ­Müssen wir uns damit beschäftigen, was Generationen vor uns bewegt hat? Ist es notwendig, und was bringt es uns, wenn wir vergangenen Zeiten nachspüren, uns historische Ereignisse vor Augen führen, die auf den ersten Blick mit unserer Gegenwart nichts zu tun haben? Das wird sich mancher fragen, vielleicht sogar gerade heute Abend.
Diese Überlegungen stelle ich bewusst zu Beginn des heutigen Festaktes aus Anlass unseres Gemeindejubiläums. Denn ich halte es für wichtig, dass wir Rechenschaft darüber ablegen, wofür wir Zeit und Mittel einsetzen und welchen Sinn wir darin sehen.
Grund für die Beschäftigung mit der Geschichte ist nicht allein das Ortsjubiläum und weil es sich gewissermaßen gehört, aus diesem Anlass zurückzublicken und vergangene Zeiten Revue passieren zu lassen. Nein, diese Sichtweise greift zu kurz. Es kann nicht darum gehen, den Blick auf eine erstarrte Vergangenheit zu werfen. Es geht um mehr. Vom ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss stammt der Satz: „Nur wer weiß, woher er kommt, weiß, wohin er geht“. Dieser Satz gilt immer noch. Er ist so aktuell wie eh und je. Wir müssen uns fragen, was unsere Vorfahren richtig – und vielleicht auch falsch – gemacht haben. Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Das schärft unseren Blick für die Gegenwart. Vielleicht finden wir dadurch auch Anhaltspunkte und Orientierung für unser heutiges Handeln.
Wenn wir uns mit der Vergangenheit befassen, wappnen wir uns im Grunde für die Herausforderungen der Zukunft. Erfahrungen früherer Generationen, positive Impulse einzelner Persönlichkeiten, aber auch Schlussfolgerungen aus Fehlentwicklungen schärfen unseren Blick für die Gegenwart und die Zukunft. Wir wären schlecht beraten, wenn wir all das ungenutzt ließen. Um aus der Vergangenheit zu lernen, müssen wir nicht Jahrhunderte zurückblicken. Allein das Wissen um die große Aufbauleistung der Generation unserer Eltern und Großeltern gibt uns die notwendigen Fingerzeige. Wir tun gut daran, wenn wir uns bewusst machen, auf welchem Fundament wir aufbauen konnten und können. Auch in früheren Generationen war das bürgerliche Selbstbewusstsein ein besonderes Kennzeichen unserer Gemeinde. Die Devise lautete: „Wir machen uns stark für das Gemeinwohl“. Das ist erfreulicherweise auch heute noch so. Bestes Beispiel dafür sind die Vereine und vielfältige örtliche Initiativen, sei es im sportlichen oder kulturellen Bereich. Viele Bürgerinnen und Bürger fühlen sich dazu berufen, zur Lebensqualität unserer Gemeinde beizutragen. Dafür möchte ich auch an dieser Stelle Dank und Anerkennung aussprechen. Ohne diese Aktivitäten wäre manches von dem, was in den letzten Jahren erreicht wurde, nicht zu schaffen gewesen. Aus diesem bürgerschaftlichen Verständnis heraus hat sich der sprichwörtliche Stolz auf die Heimatgemeinde entwickelt. Das war auch früher schon so. Es sind nicht nur die historischen Gebäude unseres Ortsbildes, die diesen Stolz ausdrücken. Auch Stiftungen, wie die Karl- und Hilde Holzschuhstiftung, zeugen vom Verantwortungsbewusstsein der Altvorderen. Und das wie wir derzeit die Bürger- und Jugendbeteiligung neu geordnet und aufgestellt haben wird auch in der Zukunft dazu beitragen, dass wir hoffentlich immer genügend Ehrenamtliche und der Gemeinde wohlgesonnene Bürgerinnen und Bürger haben, die diese guten Ansätze weitertragen und mit neuen Ideen unterfüttern.

Ich möchte an dieser Stelle nicht im Einzelnen auf die Geschichte des Orts eingehen. Viele interessante Facetten wären anzusprechen. Das überlasse ich unserem Landrat und Rudi Knodel vorbehalten. Nur so viel möchte ich hier festhalten: Wir Heutigen zehren von vielem, wofür unsere Vorfahren den Grundstein gelegt haben. Nehmen wir daher das Gemeindejubiläum als Herausforderung und die Vergangenheit als Wegweiser und Verpflichtung gleichermaßen. Dann werden wir unsere heutigen Aufgaben verantwortungsbewusst und zukunftsgerecht für die nächste Generation bewältigen.
Handeln wir stets so, dass spätere Generationen stolz darauf sein können, was unsere Generation zuwege gebracht hat. Ich blicke mit Respekt auf die vergangenen mehr als 50 Jahre Karlsbad zurück und bin auch ein wenig Stolz einen Teil zur guten Weiterentwicklung beigetragen zu haben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein anregendes, unterhaltsames und interessantes „Jubiläumsfest“-genießen sie die jetzt folgende Festrede von Herrn Landrat Dr. Schnaudigel und die folgenden Programmpunkte. Und seien sie im Anschluss Gast unseres Jubiläumsfestes mit den Aktivitäten und Besonderheiten die unsere Vereine und Teilnehmenden zu bieten haben.“

 

 

Festrede Landrat Dr. Christoph Schnaudigel

Im Folgenden ist die Festrede von Landrat Dr. Christoph Schnaudigel wörtlich wiedergegeben. Von der Redaktion des Mitteilungsblattes wurden zusätzlich noch Zwischenüberschriften eingebaut. Sie erleichtern es, sich einen Überblick zu bestimmten Aspekten der Rede zu verschaffen:

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister Timm,

sehr geehrte Damen und Herren aus dem Kreistag, dem Gemeinderat und aus den Ortschaftsräten, werte Festgemeinde,

herzlichen Dank für die Einladung zum heutigen Festakt. Ich bin gerne heute Vormittag nach Karlsbad gekommen, um der Gemeinde ganz offiziell zur „goldenen Hochzeit“ zu gratulieren.

Nachträglich – der Titel „50 Plus zwei“ deutet darauf hin, dass wir mit zweijähriger Verspätung feiern. Manchmal hat man fast den Eindruck, die Beschränkungen der Corona-Pandemie sind schon wieder vergessen, so selbstverständlich ist nun wieder, dass wir zusammen feiern können. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen, diese Rück-kehr zur Normalität. Darüber freue ich mich heute mindestens genauso, wie darüber, dass wir gemeinsam dieses Jubiläum feiern.

Bei aller Freude sollten wir uns aber bewusst darüber sein, dass ein solch ungezwungenes Zusammentreffen für viele Menschen derzeit nicht möglich ist. Menschen in der Ukraine, keine zwei Flugstunden von hier entfernt, die ebenfalls mitten in Europa leben, werden von Bomben und Raketen bedroht oder sind ebenso wie Menschen aus anderen Ländern auf der Flucht.

Dankbarkeit

Ein Grund für mich, einmal mehr dankbar zu sein. Dankbar dafür, dass wir in Deutschland, hier in Karlsbad im Landkreis Karlsruhe, in Frieden und Freiheit, in einem vereinten Europa und auch in einem Wohlstand leben dürfen, um den uns viele Menschen in der Welt beneiden. Leider alles keine Selbstverständlichkeit mehr.

Dankbar, meine sehr geehrten Damen und Herren, dürfen wir heute aber vor allem auch deshalb sein, dass es vor über 50 Jahren verantwortungsvolle und auch mutige Politiker - und ganz wenige Politikerinnen - gab, die eine Verwaltungsgebietsreform auf den Weg gebracht haben, von der wir heute immer noch profitieren.

Bewegte Zeiten und verantwortungsbewusstes Handeln

Es waren turbulente Zeiten damals, Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre, als sich Baden-Württemberg anschickte, eine tiefgreifende (Verwaltungs-)Gebietsreform durchzuführen. Durch größere Verwaltungseinheiten leistungsfähigere Gemeinden zu schaffen, war das Ziel dieser Reform, die in Folge auch eine Neuordnung der Landkreise beinhaltete – der „neue“ Landkreis Karlsruhe, der aus der Fusion der früheren Kreisen Karlsruhe und Bruchsal entstand, wird in diesem Jahr ja auch 50 Jahre alt. Die damaligen Reformüberlegungen gingen aber noch viel weiter. Schon damals wurde auch an die Zusammenlegung der Sonderbehörden gedacht. Doch erfolgte dies erst in den neunziger Jahren und dann nochmals im Jahr 2005. Zur damals ebenfalls vorgesehenen Abschaffung der Regierungspräsidien ist es (meiner Meinung nach zum Glück) überhaupt nicht gekommen.

Das Ergebnis der Gebietsreform ist bekannt: Aus 3.379 Städten und Gemeinden wurden 1.110. Und aus 63 Landkreisen wurden 35. Es waren sicherlich nicht immer Liebesheiraten, die auf diese Weise geschlossen wurden, vieler-orts eher Vernunftehen. Aber das muss ja (zumindest in der Kommunalpolitik) nicht immer schlecht sein, wenn man sich manche Entscheidung gut überlegt und die damit verbundenen Vor- und Nachteile auch gegenseitig abwägt

Und deshalb hatte Friedrich Schiller meines Er-achtens nicht zu Unrecht im Lied der Glocke gedichtet:

„Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet, der Wahn ist kurz, die Reue lang“.

Und so war es ja auch hier in Karlsbad: Mit dem Herz hatte der Zusammenschluss von Auerbach, Ittersbach, Langensteinbach, Mutschelbach und Spielberg zum 01. September 1971 wenig zu tun - vielmehr mit Verstand und Räson. Und manche mögen es damals so empfunden haben: Durchaus auch mit sanftem Zwang. Dies bestätigt auch die Aussage des früheren Spielberger Bürgermeister Werner Steger, der sich im Rahmen des 40-jährigen Gemeindejubiläums im Jahr 2011 rückblickend genau mit dem Zitat an die Fusionsverhandlungen erinnert. „Klar ist, dass es keine Liebesheirat war“, sagte er, „Der Landesgesetzgeber hat die Vorgaben gemacht und ein kleines Dorf wie Spielberg hatte nur einen bescheidenen Spielraum“. Für Spielberg wäre eine Variante der Zusammenschluss mit Etzenrot gewesen. Das war auf Grund der Konfessionsgrenzen zwischen Katholiken und Protestanten aber ein zu heißes Eisen. Deshalb hatte man zunächst über einen Zusammenschluss von Langensteinbach, Spielberg und Ittersbach gesprochen. Durch die Initiative des Langensteinbacher Bürgermeisters Karl Ried kam dann noch Auerbach und Mutschelbach dazu. „Durch die Hintertür“, wie Werner Steger bemerkte. Ich zitiere weiter: „Das Schlitzohr hat die Bürgermeister der beiden Gemeinden vermeintlich nur als Zuhörer eingeladen und schon waren Sie dabei.“ Vermutet wurde, dass er sich dadurch auch als potenzieller Bürgermeister des neuen Gebildes ins Gespräch bringen wollte. Die anderen Bürgermeister bestanden dagegen darauf, dass ein völlig neues Gesicht das neue Karlsbad führt.

Auch bei der Namensgebung einigte man sich auf etwas ganz Neues: „Karlsbad“ erinnerte an das vom Markgrafen Karl-Wilhelm von Baden in Langensteinbach erbaute Fürstenbad, das im 18. Jahrhundert sehr berühmt war und auch von Großherzog Karl Friedrich von Baden gerne besucht wurde.

Mitgift der Gemeinden und Wünsche

Die Mitgift für die neue Ehe war ganz unterschiedlich: Der größte Ort Langensteinbach brachte ein Krankenhaus mit 350 Betten ein, Ittersbach das große Industriegebiet „Im Stöckmädle“ und eine im Bau befindliche Schule, Auerbach eine neue Schule und einen neuen Kindergarten sowie die Planung für ein großes Neubaugebiet. In Mutschelbach dagegen war noch gar keine richtige Kanalisation vorhanden. Und Spielberg war damals schon heftig dabei, an die Stadtbahn angeschlossen zu werden, was mit enormen Kosten verbunden war: Viel Abstimmungs- und Vereinbarungsbedarf für die Fusionspartner also! 

Vor solchen Herausforderungen stand damals aber nicht nur Karlsbad; im Prinzip ging es bei allen Gemeindefusionen darum, den Kuchen so zu verteilen, dass alle Beteiligten den Eindruck haben konnten, dass jeder Ort vermeintlich das größte Stück bekam.

Eine kluge Entscheidung der Verhandlungskommission hier in Karlsbad war sicher, mit der unechten Teilortswahl die Präsenz aller Stadtteile im Gemeinderat zu garantieren und die lokalen Belange zusätzlich über Ortschaftsräte abzusichern.

Ebenso klug war es, das örtliche Brauchtum, hauptsächlich die Vereine, unangetastet zu lassen - wie die Schulen oder Jagdbezirke auch. Und auch, dass sich die jeweiligen Teilgemeinden verpflichteten, die schon begonnenen oder im Haushaltsplan 1971 vorgesehenen Projekte vorrangig durchzuführen, sorgte für Kooperationsbereitschaft. 

Auf dieser „Basis“ einigte man sich dann auf wichtige zukünftige Projekte wie einer Zufahrt zur Landstraße 562, eine Mehrzweckhalle, eine Kulturhalle, ein Hallenbad, Gymnasium, Feuerwehrgerätehaus und Kindergarten, alles fein über die Ortsteile austariert – und natürlich einem Stadtbahnanschluss nach Ittersbach über Spielberg. Steuern und Gebühren wurden vereinheitlicht; Die bereits gültigen Bebauungspläne sollten aber nur dann geändert werden, wenn dies für die Weiter-entwicklung unerlässlich ist.

Alles sehr rational also, sehr auf Ausgleich bedacht, die Tageszeitung schrieb damals sogar von einem „Musterbeispiel“ eines Gemeindezusammenschlusses.

Was damals aber richtig war, kann heute durchaus anders betrachtet werden. Ob heute die unechte Teilortswahl und auch die Bildung von Ortschaftsräten immer noch notwendig ist, muss jede Gemeinde für sich entscheiden. Die Ausgangssituation ist da oft ganz unterschiedlich. Die Befürchtungen aber, dass bei einer Abschaffung die Interessen der jeweiligen Ortsteile nicht ausreichend beachtet werden, sind bislang nie eingetreten. Denn – und das ist nach 50 Jahren Zusammenwachsens auch nicht verwunderlich – verstehen sich nahezu alle Gemeindevertreter heutzutage nicht mehr als Vertreter des jeweiligen Ortsteils sondern als Vertreter der Gesamtgemeinde.

Gleiches gilt für die Arbeit der Vereine oder auch der Feuerwehren. Selbstverständlich war es vor 50 Jahren klug, diese Strukturen unangetastet zu lassen.

Heute sehen wir jedoch in vielen Gemeinden, dass sich Vereine zusammenschließen, teilweise in Arbeitsgemeinschaften zusammenarbeiten, oder Abteilungen auch ganz fusionieren. Die Feuerwehren arbeiten heute ganz anders zusammen als dies vor 50 Jahren der Fall war, was natürlich nicht zuletzt auf die immer knapper werdenden Ressourcen zurückzuführen ist.

Das politische Umfeld

Doch zurück zur Gebietsreform im Jahr 1971. Störfeuer für den Zusammenschluss in Karlsbad gab es dennoch. Für ein kleines Erdbeben sorgten nämlich kurz vor der Fusion noch Gedankenspiele der parallel laufenden Kreisreform, wonach die künftige Gemeinde Karlsbad möglicherweise einem vergrößerten Landkreis Rastatt zugeschlagen werden könnte.

Es wurde damals tatsächlich diskutiert, ob die südliche Hälfte des damaligen Landkreises Karlsruhe Rastatt und die nördliche Hälfte dem Landkreis Bruchsal zugeschlagen wird. In einem Landtags-Sonderausschuss am 18. Juni 1971 war der Erhalt des Kreises Bruchsal zum Greifen nahe, als das Plenum mit einer knappen Mehrheit für dieses Modell votierte. Damit wäre der Kreis Karlsruhe Vergangenheit gewesen! Ittersbach, welches ja im damaligen Landkreis Pforzheim lag, hätte damit aber nicht leben können und hätte dann den heutigen Enzkreis bevorzugt.

Der Landtag entschied sich am 23. Juli 1971 in einer dritten Lesung dann aber doch für die Fusion von Karlsruhe und Bruchsal. Diese Entscheidung, den Landkreis Bruchsal aufzulösen, hatte damit unmittelbare Auswirkungen auf die Gründung der Gemeinde Karlsbad gehabt.

Aber so blieb Ittersbach bei Karlsbad und kam damit in den Landkreis Karlsruhe. Der damalige Landrats-Amtsverweser Dr. Ditteney, hat daraufhin auch unmittelbar Kontakt zum „neuen Kind“ aufgenommen, dem Ortsteil Ittersbach einen offiziellen Besuch abgestattet und dabei unter anderem auch die Verlängerung der Stadtbahnlinie zugesagt.

Erstes Fazit nach dem Start schon positiv

Nicht lange nach dem nüchternen Start im Jahr 1971 zogen Verantwortliche ein durchaus positives Fazit. So etwa der Auerbacher Ortsvorsteher Rudolf Kohl im Jahr 1978 bei der 700-Jahrfeier von Auerbach, der sagte, dass „Vorhaben verwirklicht wurden, die wir als alleinstehende Gemeinde nicht hätten bewältigen können“. Ähnli-ches gab 1981 der Spielberger Ortsvorsteher Werner Steger gegenüber der Tageszeitung zu Protokoll – ebenfalls anlässlich des 700-jährigen Bestehens des Ortes.

Er sagte, dass Gemeinschaftsprojekte wie Schulzentrum, Stadtbahnanschluss oder Wasserversorgung von der Großgemeinde besser zu lösen waren, wenngleich sich aus seiner Sicht die Vor-stellungen auf Bürgernähe und billigere Verwaltung nicht eingelöst hätten.

In einem Aktenvermerk des Rechts- und Kommunalamts von 1989 – damals war Karlsbad 18 Jahre alt und somit quasi "volljährig" geworden - heisst es, ich zitiere: "Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint es nunmehr zu gelingen, die spezifischen Interessen der einzelnen Ortsteile in gesamtgemeindliche Zielvorstellungen zu integrieren."

Beim Festabend zum 40-jährigen Bestehen der Gemeinde hatte ich festgestellt, dass die Gemeinde die Chancen, die sich aus der unter-schiedlichen Geschichte ergeben, genutzt hat und wie in einem Orchester aus ganz verschiedenen Tönen ein harmonischer Wohlklang entstanden ist.

Und gleiches gilt auch für den Landkreis. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Landkreises Karlsruhe im Jahr 1998 resümierte der frühere Bruchsaler Landrat Dr. Friedrich Müller, der bei der Entscheidung des Landtags zur Abschaffung des Landkreises Bruchsal, noch empathisch aus-gerufen hatte. „Gott schütze den Landkreis Bruchsal“: „Der Landkreis ist in den 25 Jahren zusammengewachsen und bei aller Verschiedenheit zu einer Einheit geworden.“

Und an seinem 90. Geburtstag im Jahr 2012 zog er das Fazit, dass „die Gebietsreform Begleiter und Katalysator für große Veränderungen in unserem Land“ war und gestand, dass „manche Befürchtungen aus der Zeit vor der Fusion nicht eingetreten sind“.

Das Wirken der Karlsbader Bürgermeister

Karlsbad und der Landkreis Karlsruhe haben sich trotz aller Mühen und Unbilden sehr gut entwickelt – insbesondere in den vergangenen 52 Jahren, auf die wir heute blicken. Das dürfen sich neben dem ersten Bürgermeister der neuen Gemeinde Erich Hoffmann und seinem Nachfolger Alfred Seeger auch der frühere Bürgermeister Rudi Knodel und der scheidende Bürgermeister Jens Timm auf die Fahnen schreiben, mit denen ich sowohl auf Arbeitsebene als auch im Kreistag sehr gerne und gut zusammengearbeitet habe.

Die Bürgermeisterposten waren in Karlsbad immer begehrt. Andere Gemeinden machen es ihren Bürgermeistern einfacher. Um das erste Amt, das zunächst vom vormaligen Langensteinbacher Bürgermeister Karl Ried als Amtsverweser ausübte, rangen 1971 fünf Bewerber.

Erich Hoffmann konnte die Wahl im zweiten Wahlgang für sich entscheiden, nachdem ihm im ersten Wahlgang nur wenige Stimmen zum Sieg gefehlt hatten. Dass er sich so stark vom vormaligen Ittersbacher Bürgermeister absetzen konnte, wurde als "Überraschung" gewertet. Die Wahlbeteiligung lag jeweils bei rund 78% ! Daran kann man das starke Interesse der Bürgerinnen und Bürger an einer guten Führung der neuen Gemeinde ablesen.

Dem fulminanten Start folgte aber acht Jahre später die Ernüchterung: Erich Hoffmann unterlag Alfred Seeger, der damals kommunalpolitisch ein unbeschriebenes Blatt war und gleich im ersten Wahlgang 59% der Stimmen erzielen konnte - bei einer noch gesteigerten Wahlbeteiligung von 80%.

Alfred Seeger musste sich dann nach acht Jahren im ersten Wahlgang gegen zwei Gegenkandidaten mit 62% der Stimmen behaupten. Nach weiteren acht Jahren setzte er sich mit 61% der Stimmen gegen drei Mitbewerber, wobei zwei die Dauerbewerber "Burladinger" und "Tereba" waren, die Mitte der 1990er Jahre bei fast allen Bür-germeisterwahlen auftraten. Seine Amtsperiode schöpfte er nicht voll aus; 1999 ging er etwa nach der Hälfte in den Ruhestand, als er die damalige Altersgrenze von 68 Jahren erreicht hatte.

Mit sechs Kandidaten war das Amt dann erneut sehr umkämpft und die Wahlbeteiligung erreichte mit 68% zwar nicht die Spitzenwerte der Vergangenheit, war aber dennoch hoch. Rudi Knodel holte mit 63 % der Stimmen den Wahlsieg, nach-dem er im ersten Wahlgang mit 46% deutlich vorne lag. Er wurde nach einem durchaus heftigen Wahlkampf 2007 gegen einen Mitbewerber mit 63% der Stimmen wiedergewählt.

Spannend war es dann bei Jens Timm. Er musste sich gegen zwei Konkurrenten durchsetzen. Obwohl er in den zweiten Wahlgang nicht als Favorit ging, konnte er die meisten Stimmen dazugewinnen und erzielte 53,5%.

Wenn man sich die Bürgermeistergeschichte in Karlsbad so vor Augen führt, dann kann man die Erkenntnis ableiten, dass das Amt des Bürgermeisters in Karlsbad immer umkämpft war, und dass ein Bürgermeister nie "durchmarschieren" konnte, auch nicht als Amtsinhaber. Diese Reihe ist nun in so weit beendet, dass mit Björn Kornmüller zum ersten Mal nur ein Bewerber auf dem Stimmzettel stand.

Ich werde jetzt natürlich nicht alle Entscheidungen der letzten 50 Jahre, die hier in Karlsbad getroffen worden sind aufzählen. Aber es ist mir doch ein Anliegen den beiden Bürgermeistern, mit denen ich zusammengearbeitet habe, für Ihre Arbeit auch im Rahmen dieses Jubiläums, zu danken.

Ich nenne, lieber Herr Knodel, zum Beispiel das „Modelvorhaben Kommunales Flächenmanagement Kreis Karlsruhe“ kurz: MOKKA, wo Karlsbad Pilotgemeinde war und Strategien für die Innenentwicklung von Kommunen entwickeln hat.

Karlsbad war die zweite Gemeinde im Landkreis, die das Haushaltswesen auf die Doppik umgestellt hat. Mit dem Leitbildprozess „Zukunft Karlsbad 2020“ haben Sie gezeigt, dass Sie nicht nur über den Tag hinausblicken, sondern auch gewillt sind, alle gemeindlichen Akteure miteinzubeziehen.

Und Karlsbad hat sogar Rechtsgeschichte geschrieben, als es um die Einquartierung von Asylbewerbern in einem ehemaligen Hotelgebäude in einem Gewerbegebiet in Ittersbach ging.

Nach Auffassung eines Gerichts handelte es sich bei der Einquartierung von Asylbewerbern um „Wohnen“ und nicht um eine „soziale Einrichtung“, weshalb die bereits im Hotel einquartierten Asylbewerber rausgemusst hätten. Das war mit der Auslöser für eine entsprechende Gesetzesänderung. Die Flüchtlinge konnten somit bleiben.

Aber der Rechtsstreit war das Eine. Viel wichtiger für den Landkreis war die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger in Karlsbad eine solche große Flüchtlingsunterkunft nicht nur zu akzeptieren, sondern auch durch ein breites ehrenamtliches Engagement zu unterstützen. Dafür bin ich den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Karlsbad noch heute dankbar, denn die Flüchtlingsunterkunft war damals eine der ersten großen Unterkünfte im Landkreis. Und Karlsbad hat damit auch Maßstäbe für die Unterbringung im gesamten Landkreis Karlsruhe gesetzt.  

Ein anderes Beispiel ist die Breitbanderschließung. Hier in Karlsbad fand der erste Lücken-schluss einer Backbonetrasse statt. Das war da-mals so progressiv, dass es sich der damalige zuständige Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Alexander Bonde nicht nehmen ließ, selbst den Spaten zu schwingen.

Und auch unter BM Timm setzte sich diese gute Arbeit fort: Der Breitbandausbau wurde weiter intensiviert. Die letzte Meile beim ÖPNV um den innovativen On-Demand-Verkehr ersetzt. Oder auch die Fortführung des Energiequartiers in Langensteinbach und die neuen Energiequartiere in Ittersbach und Spielberg. Die anspruchsvolle Zertifizierung und Re-Zertifizierung des European-Energy-Awards waren jeweils erfolgreich. 

Der Kommunalaufsicht hat Karlsbad in den letzten Jahren keinen Kummer bereitet, die finanzielle Lage lässt sich als gut beschreiben.

Die Karlsbader Infrastruktur und zukünftige Herausforderungen

Karlsbad ist nicht zuletzt Standort für eine besonders wichtige Einrichtung im Landkreis, der Ludwig Gutmann Schule, ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Ich möchte allen Verantwortlichen dafür danken, dass die Ludwig Guttmann Schule über die letzten Jahre hinweg eine so breite Unterstützung durch die Gemeinde Karlsbad erfahren hat. Sie feiert in diesem Jahr, genauer gesagt am nächsten Wochenende, ihr 40jähriges Jubiläum. Mit 227 Schülerinnen und Schülern - davon 120 in der Stammschule hier in Karlsbad - 180 Lehrkräften und 47 Landratsamtsmitarbeitern ist sie die größte ihrer Art im Landkreis mit Außen-stellen in Karlsruhe, Neureut, Kronau und Gaggenau.  Die Pädagogen haben mit viel Engagement eine wirklich vorbildliche Einrichtung aufgebaut, in der Eltern ihre behinderten Kinder bestens aufgehoben wissen. Der Kreistag schätzt dies und sorgt für optimale Lehr- und Lernbedingungen. So wird die Stammschule in Langensteinbach seit drei Jahren und bis voraussichtlich Sommer 2024 im laufenden Betrieb energetisch saniert. Dafür wenden wir 11 Millionen Euro auf. Die Nutzung des Schwimmbads ist seit Beginn des Jahres wieder möglich. Die DLRG kann dadurch nachmittags wieder Schwimmkurse anbieten. Die Nutzung der Turnhalle durch die Gemeinde wird auch wieder möglich sein. Insgesamt hat der Kreis in diesen 40 Jahren 30 Millionen Euro investiert.

Karlsbad ist aber auch ein bedeutender Gesundheitsstandort. Die Strahlkraft des SRH Klinikums, das sich nicht in der Trägerschaft des Landkreises befindet, geht weit über Karlsbad hinaus bietet sichere Arbeitsplätze und ist ein wesentlicher Pfeiler in der Gesundheitsversorgung in der Region Karlsruhe.

Der kurze Blick auf die jüngere Geschichte seit dem Zusammenschluss zeigt, dass sich die fünf Teilorte aber sehr gut entwickelt haben. Die landschaftlich reizvolle Lage am Rande des Schwarzwaldes bei gleichzeitig bester verkehrlicher Anbindung an das Straßen- und Schienennetz trägt zur hohen Standortgunst der Gemeinde bei. Junge Familien, ältere Generationen und auch Firmen profitieren von der hervorragenden Infrastruktur mit zahlreichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, die Karlsbad zu einem attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort machen.  

Hinzu kommen vielfältige Sport- und Freizeitangebote, engagierte Vereine, die auch tatkräftig ihre Anlagen ertüchtigten oder ausgebaut haben, ehrenamtliche Initiativen und kulturelle Veranstaltungen, die das Gemeinschaftsleben bereichern.

Die Voraussetzungen für diese erfolgreiche Entwicklung wurden durch die Gemeindegebietsreform geschaffen. Aber mit der Reform alleine ist es nicht getan. Wichtig ist, dass es Menschen gibt, die diese Voraussetzungen auch nutzen. In Karlsbad war dies in den letzten 50 Jahren der Fall. Dank umsichtig und vorausschauend handelnden Personen hat Karlsbad auch die Voraussetzungen dafür geschaffen, die Herausforderung in der Zukunft gut angehen zu können.

Und die Herausforderungen, die vor uns liegen sind groß: von den wieder steigenden Geflüchtetenzahlen über die Digitalisierung und die Mobilitätswende bis hin zur Energiekrise und Bewältigung des Klimawandels.

Ich möchte als Landrat am heutigen Vormittag aber dennoch zuversichtlich sein. Wir haben alle gemeinsam gute Voraussetzungen, auch diese Herausforderungen zu meistern. Und eine der wichtigsten Voraussetzungen, auch in Krisenzeiten gefasst zu bleiben, das sind starke Städte, Gemeinden und Landkreise. Und unsere Kommunen in Baden-Württemberg sind auch deshalb so stark, weil wir als kommunalpolitisch Verantwortliche selbst und unmittelbar über viele Belange vor Ort entscheiden dürfen.

Natürlich ist die kommunale Selbstverwaltung immer wieder einmal Gefahren ausgesetzt, um unseren finanziellen Spielraum müssen wir täglich kämpfen. Entscheidend ist und bleibt aber die Leistungsfähigkeit der Städte und Gemeinden. Und das eingangs von mir genannte Ziel der Gebietsreform. Durch größere Verwaltungseinheiten leistungsfähigere Gemeinden und Landkreise zu schaffen ist eine Voraussetzung dafür, dass wir eben gerade nicht den Kopf in den Sand stecken müssen.

Mit der Gemeindefusion von Auerbach, Ittersbach, Mutschelbach, Langensteinbach und Spielberg zur Gemeinde Karlsbad wurde dafür vor über 50 Jahren die Basis gelegt. Auch das ist ein Grund zur Freude und zur Dankbarkeit.

Und es ist wahrlich ein Grund zu feiern. Und so wünsche ich der Gemeinde Karlsbad alles Gute und eine gedeihliche Zukunft.“

 

 

Zeitzeuge Bürgermeister a.D. und Ehrenbürger Rudi Knodel

Knodel beleuchtete das Geschehen als Zeitzeuge.  Er schilderte unter anderem, wie die Ideen zu einer Gesamtgemeinde entstanden.  Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten zum Teil Ängste und Argwohn geäußert. Durch Diplomatie, „Bauernschläue“ und Grundvertrauen sei der Weg jedoch gut verlaufen. Wesentliche Schlüssel seien dabei die Namensgebung (neutral), Ortschaftsverfassungen und die unechte Teilortswahl gewesen. Bei einem gesunden „Lokalpatriotismus“ sei doch eine Karlsbader Identität entstanden. Die St. Barbara-Ruine, Kindergärten, Karlsbad-Veranstaltungen, Krankenhaus und mehr seien hier unter anderem verbindendende Elemente.  Für die Zukunft habe Karlsbad ein riesiges Potenzial, auch im Ehrenamt. „Karlsbad ist mehr als die Summe seiner Ortsteile“, so Knodel abschließend.

 

Abschließende Dankesworte Bürgermeister Jens Timm beim Festakt

„Ich danke Ihnen Herr Dr. Schnaudigel für die gelungene Festrede, den Mitwirkenden Schülern und Erwachsenen für Ihre Beiträge, Herrn Bürgermeister a.D. Rudi Knodel für seine Ansprache und Herrn Rädle für die Moderation – ein herzliches Dankeschön an das Saxophonquartett unserer Musikschule das uns zum Abschluss nochmals erfreuen wird – mit was wohl ???dem Badner Lied. Ich danke Ihnen allen für ihren Besuch und ganz besonders unseren Freunden aus Hüttau, und wünsche Ihnen und uns, dass wir eine frohe und unbeschwerte Zeit hier verbringen, alte Kontakte wieder auffrischen und neue Eindrücke mit nach Hause nehmen. Die Begegnungen von Mensch zu Mensch werden unsere Verbindung weiter stärken.

Ganz zum Schluss möchte ich noch die Personen des Organisationsteams zu mir bitten – ich darf Ihnen für die Mühe und das Engagement an dieser Stelle ganz herzlich Danken. Wochen und Monate der Vorbereitung liegen hinter Ihnen und uns – ein schönes Fest liegt vor Ihnen und soll der Lohn für das Ganze sein – ohne sie wäre dieses Fest nicht möglich geworden und hätten wir das Fest nicht feiern können dafür ein ganz herzliches Dankeschön und eine kleine Aufmerksamkeit für sie, in Form eines Gutscheines für die Therme. Ich darf zu mir auf die Bühne bitten: Herrn und Frau Lochmann, Frau Nonnenmann, Frau Seiter, Frau Danese, Herrn Fleck und Herrn Jung sowie Herrn Augenstein und meine Sekretärin Frau Gössel.  Mit einem riesigen Applaus bedanke ich mich bei Euch und freue mich auf das Saxophonquartett unter der Leitung von Rainer Möhringer."

 

 

Alle Fotos: Gemeinde Karlsbad / Di Nunzio