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Der Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder im Landkreis Karlsruhe stößt aufgrund des Fachkräftemangels an Grenzen

19.09.2023 – 03.10.2023

Der Bedarf an Kinderbetreuung und die Anforderungen an die Angebote steigen. Das Landratsamt Karlsruhe erhebt daher jährlich bei den Kommunen den Bestand der Kindertagesbetreuung und erstellt einen Bericht zu den Planungen und Bedürfnissen – sowohl von Eltern, Kindern, Einrichtungen als auch Kommunen. Dieses Vorgehen ist essentiell, um dem Rechtsanspruch auf Betreuung ab Vollendung des ersten Lebensjahres nachkommen zu können. Die gute Kooperation zwischen dem Landkreis und seinen Kommunen macht sich hierbei besonders bemerkbar. Der Jugendhilfe- und Sozialausschuss nahm den Bericht in seiner Sitzung, die am Montag, 18. September, in der Sporthalle der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee stattfand, zur Kenntnis.

Aktuell gibt es im Landkreis Karlsruhe 317 Kindertageseinrichtungen. „Die Kommunen investieren viel in den Ausbau der Kinderbetreuung. Der bestehende Personalmangel stellt dabei eine große Herausforderung dar, und führt dazu, dass die Möglichkeiten eingeschränkt sind und letztlich die Kapazitäten nicht entsprechend dem Bedarf weiterentwickelt werden können“, betonte Dominik Weiskopf, Leiter des Jugendamtes im Landratsamt Karlsruhe. Denn die Kindertagesbetreuung verzeichnet Höchstzahlen. Steigende Kinderzahlen, insbesondere auch von Kindern mit Fluchthintergrund, die wachsende Nachfrage nach Betreuungsplätzen, die kontinuierlich zunehmenden Wünsche der Eltern nach längeren Betreuungszeiten, Inklusion, Erstellung von Schutzkonzepten und die Pluralisierung der Bedürfnisse und Bedarfe der Kinder bilden nur einen Teil der Lebensrealität der Einrichtungen ab. Neben dem notwendigen Ausbau zur Erfüllung aller Rechtsansprüche und der qualitativen Weiterentwicklung sind besonders die Auswirkungen des Fachkräftemangels nunmehr auch im täglichen Betrieb  zu spüren. Nicht in allen Städten und Gemeinden gelingt es, den Rechtsanspruch zu decken. Die Unterstützungsanfragen von Eltern beim Jugendamt haben im Vergleich zum Vorjahr weiter zugenommen. „Damit der Landkreis die Gesamt- und Planungsverantwortung erfüllen kann, ist die Zusammenarbeit und die transparente Bedarfsplanung von und mit den Kommunen unabdingbar“, sagte Dominik Weiskopf. Wo diese vorbildlich erfolgt, gebe es weniger Probleme.

Um dem Mangel an Fachpersonal entgegenzutreten, haben der Landkreis und seine Kommunen die Praxisintegrierten Ausbildungen etabliert. Die dreijährige Ausbildung wird sowohl in Teilzeit als auch in Vollzeit an der Bertha-von-Suttner-Schule Ettlingen angeboten, an der Käthe-Kollwitz-Schule Bruchsal in Vollzeit. An den Beruflichen Schulen Bretten startet zum Schuljahr 2023/2024 die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistenz praxisintegriert.