Karlsbader Mitteilungsblatt

ARCHIV: Redaktionelle Berichte

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Vielzahl an Ehrungen

14.11.2023 – 31.12.2023

Hauptversammlung der Karlsbader Feuerwehr

Bei der diesjährigen Hauptversammlung der Karlsbader Feuerwehr gab es etliche Ehrungen. Feuerwehrkommandant Holger Fuhr konnte am Freitag, 10. November in der Berghalle in Karlsbad-Spielberg unterschiedliche Vertreter aus Kommunalpolitik, Gemeindeverwaltung und Feuerwehrwesen (Landkreisebene) begrüßen. Vor dem offiziellen Beginn stimmte der Spielmannszug der Feuerwehrabteilung Mutschelbach auf die kommende Sitzung ein.

 

Auszüge aus dem Bericht des Kommandanten von Oktober 2022 bis Oktober 2023

Statistik:

Die Karlsbader Feuerwehr weist zum Stichtag 1. November 2023 187 Angehörige auf. Die 8 Austritte und Übernahmen in die Altersmannschaft konnten mit 6 Zugängen aus Jugend-Quereinsteigern nicht ganz kompensiert werden. Dennoch könne – so Fuhr - von einem stabilen Personalstand gesprochen werden. In der Altersmannschaft sind 31 männliche Mitglieder. Der Spielmannszug konnte mit 21 Musikerinnen und Musiker gestärkt aus den letzten Jahren hervorgehen. Er vertritt die Feuerwehr Karlsbad überregional. Mit einer stattlichen Zahl von 133 Jugendlichen könne die Feuerwehr getrost die kommenden Aufgaben erwarten.

 

Fahrzeugbestand und Einsatzstatistik:

Drei neue Fahrzeuge kamen in den Dienst: Ein neuer Kommandowagen und zwei Mannschaftstransportwagen für die Abteilungen Auerbach und Ittersbach. Die Feuerwehr Karlsbad hat aktuell 22 Fahrzeuge im Dienst. Die Fahrzeugbeschaffungen sind sehr aufwendig geworden. Dies liege an teilweise sehr lange Wartezeiten auf bestimmte Teile und Fahrgestelle und sehr dynamisch steigenden Preisen bei Ausrüstungen. Von November 2022 bis Ende Oktober 2023 leistete die Karlsbader Feuerwehr 165 Einsätze. „Das Jahr war eher ruhig und es mussten nur wenige größere Einsätze erbracht werden“, resümierte Fuhr. Die Einsätze verteilten sich wie folgt auf die Einsatzarten: 107 Brände, 53 Technische Hilfen, 5 Sicherheitswachen und Sonstiges. Bei den Fehlalarmen ist das Klinikum mit 32 Alarmen ein trauriger Dauerbrenner, auch private Rauchmelder sind häufiger Auslöser. Weiterhin beschäftigen versehentliche Haus- und Autonotrufe die Feuerwehr. Durch die technische Entwicklung werden diese Fälle nicht weniger. Erfreulich sei, dass die Feuerwehr Karlsbad bei den Einsätzen 11 Personen retten konnte. In den Einsatzzahlen seien 9 Überlandhilfen für die Nachbargemeinde Waldbronn enthalten. Außerdem waren die Fachberater Bau fünf Mal unterwegs. Sie rücken für den Landkreis aus Karlsbad aus und unterstützen andere Wehren. Für die Bewältigung von Großschadenslagen, Krisen und Katastrophen hat das Amt für Bevölkerungsschutz teilweise organisationsübergreifende und überwiegend interkommunale Einheiten aufgestellt. Die Feuerwehr Karlsbad ist an dem Zug Brandbekämpfung Süd als Führung und mit einem Löschfahrzeug beteiligt. Im Wasserförderzug Süd stellt Karlsbad ein Logistikfahrzeug und Mannschaft.

 

Aus- und Weiterbildung:

Mit Lehrgängen auf Unterkreis- und Kreisebene konnten wieder zahlreiche Feuerwehrangehörige ausgebildet werden. 9 Teilnehmer schlossen im Frühjahr die Grundausbildung mit Funkausbildung erfolgreich ab. Den Lehrgang Atemschutzgeräteträger absolvierten 14 Feuerwehrangehörige.

Auf einen echten Führungskräftemangel steuere die Feuerwehr in den kommenden Jahren hin. Der Schulungsbedarf für neue Gruppen- und Zugführern konnte wie in den vergangenen Jahren nicht abgedeckt werden. Das Problem sei dem Landratsamt  bekannt. Allerdings habe sich die Situation an der Landesfeuerwehrschule nicht verbessert. Mit Hybrid-Lehrgängen (Online/Praxisschulung) wird versucht, dies zu kompensieren. Im September konnten 14 Feuerwehrangehörige in einer Brandübungsanlage in Waldbronn das taktische Vorgehen bei einem Zimmerbrand trainieren. Auch zur Ladungssicherung, Atemschutzwerkstatt (Gerätewarte), Digitalfunk, E-Mobilität und weiteren Themen fanden Lehrgänge statt. 

 

Weiteres und Ausblick

Die Feuerwehr beteiligte sich auch bei den Jubiläumsfeierlichkeiten der Gemeinde (50+2). Sie war beim Festwochenende präsent. Im Frühjahr konnte eine neue Homepage der Feuerwehr online gehen. Schlankes Design, klare Strukturen und Übersichtlichkeit verbessern die Benutzerfreundlichkeit.

Bei den Fahrzeugbeschaffungen konnte ein jahrelanger Rückstand aufgearbeitet werden. Der zukünftige Fokus sollte, so Fuhr, auf den Feuerwehrhäusern liegen. Hier seien die Mängel wesentlich gravierender. Stück um Stück soll die die Konzeption Feuerwehrhäuser weiter umgesetzt werden. Für den Betrieb des zentralen Übungshofes in Ittersbach fehle noch der Übungsturm.

Fuhr bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister, Gemeinderat, Landkreis und der Verwaltung. In den Dank bezog er zahlreiche Aktive aus den Feuerwehrabteilungen mit ein.

 

Bericht des Jugendwartes

Feuerwehrkommandant Holger Fuhr verlas für den erkrankten Jugendwart Felix Stolze dessen Bericht. Darin ging es zunächst u.a. um den Personalstand. Dieser entwickle sich erfreulich. Die Nachwuchsstärke konnte nicht nur gehalten, sondern sogar von  130 auf 133 Personen gesteigert werden. Auf Landkreisebene nahm die Jugendfeuerwehr Karlsbad an unterschiedlichen Aktionen teil. Bei der Baumpflanzaktion haben die Jugendlichen ca. 100 Eichensetzlinge im Wald beim Gewerbegebiet Schwarzenbusch in Marxzell gepflanzt. Sie fand anlässlich des 50jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg statt. In den Pfingstferien lief wieder das traditionelle Kreiszeltlager der Landkreis Jugendfeuerwehr.  Auch beim Karlsbad-Jubiläum beteiligte sich der Feuerwehrnachwuchs. An einer Station gab es unterschiedliche Spielangebote. Im April war die Abteilung Langensteinbach in Karlsdorf-Neuthard beim diesjährigen Pokalwettbewerb der Jugendfeuerwehr des Landkreises Karlsruhe aktiv. Sie nahm mit drei Gruppen erfolgreich am Wettbewerb teil. Die Jugendlichen zeigten großen Einsatz und konnten am Ende des Wettbewerbs drei Pokale mit nach Hause nehmen. Unter den insgesamt 12 teilnehmenden Gruppen belegten sie den ersten, zweiten und vierten Platz. Bei der Ausbildung wurden Ernstsituationen jugendgemäß geübt, beispielsweise bei der Brandbekämpfung unter „Nullsicht“. Hierfür zogen die Jugendlichen gefärbte Skibrillen auf. Fahrzeug- und Gerätekunde, Flächenbrände, Gefahrstoffunfälle und mehr Themen wurden fleißig vermittelt bzw. geübt. Die Jugendarbeit ist das wichtigste Standbein um Mitglieder zu gewinnen und kurz- bzw. langfristig die Mitgliederzahlen in den Einsatzabteilungen zumindestens stabil zu halten.

 

Kassenbericht

Die Kasse wurde gut und übersichtlich geführt. Die Prüfung habe – so Fuhr – bestätigt, dass sie ordnungsgemäß geführt wird.

 

Grußworte

Bürgermeister Björn Kornmüller sprach in dieser Funktion erstmalig zu den Feuerwehrangehörigen. „In dieser Halle sitzen heute Abend diejenigen Frauen und Männer, welche Jahr für Jahr, Monat für Monat und Woche für Woche ihre Zeit, ihre Leidenschaft und ihre Gesundheit dafür aufbringen bzw. riskieren, dass wir alle hier in Karlsbad geschützt sind“, so Kornmüller. Aggressivität gegenüber Feuerwehr- und Rettungskräften mache ihn regelrecht wütend. Die Feuerwehrangehörigen stünden nämlich für aktives Miteinander, Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt. Das sei der Kitt der Gesellschaft.  Das Zusammenspiel dreier Faktoren garantiere die sehr gute Arbeit der Feuerwehr.

Technik und die Ausrüstung

Das Geld für die Feuerwehr sei gut investiert und diene u.a. für hervorragendes Material.  Freiwilliges Engagement zum Schutz und zum Wohle aller sei in einer durchprofessionalisierten Welt ein kostbares Gut. Die politische Gemeinde sei stolz auf ihre Feuerwehr. Sie war bereits in der Vergangenheit bereit, alles Notwendige zu unterstützen. Auch in Zukunft werde man gute Lösungen finden.

Ehrenamtlichkeit

Das ehrenamtliche Engagement in der Karlsbader Feuerwehr sei ein hohes Gut. Es müsse gepflegt, unterstützt und gefestigt werden. Die Kameradinnen und Kameraden seien als „Leuchttürme des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements“ tätig. Ohne dieses komme eine Kommune nicht aus.  

Kameradschaft

Diese Eigenschaft sei, so Kornmüller, ein wesentlicher Punkt für den hohen Stellenwert der Feuerwehr in der Gemeinde. Alle politisch Verantwortlichen würden das so sehen. Kameradschaft werde im Einsatz und auch bei Feiern gelebt. Die Feuerwehr kümmere sich um die Jugend und leiste dabei Hervorragendes. Sie ehre ihre Kameradinnen und Kameraden bei Jubiläen und besonderen Leistungen. „Die Feuerwehrangehörigen tun alles dafür, um eine lebendige Kameradschaft zu pflegen“, so der Bürgermeister.

Kornmüller bedankte sich auch im Namen des Gemeinderates für den ständigen Einsatz, Mut und unermüdliche Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger in Karlsbad.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Bertram Maier überbrachte Grüße des Landratsamtes. Er bedankte sich bei der Feuerwehr Karlsbad für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Der Bericht zeige, dass diese gut gerüstet und ausgebildet sei um Einsätze sicher zu bewältigen.

Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Eckhard Helms äußerte sich lobend zur Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrverband.  Diese zeige sich durch die zahlreiche Teilnahme an Seminaren. Erfreulich sei ferner, dass das Seminar Ladungssicherung in Karlsbad ausgerichtet werden konnte.

 

Ehrungen und Beförderungen

Hauptbrandmeister Torsten Nitsch führte die Abteilung Spielberg 20 Jahre als Abteilungskommandant und wurde aufgrund dieser besonderen Leistung geehrt und zum Ehrenabteilungskommandanten ernannt. 

 

Feuerwehr Ehrenzeichen in Bronze (15 Jahre): V.l. Bürgermeister Björn Kornmüller, Holger Stolze, Sasa Mamic, Tobias Kronenwett, David Herrmann, Felix Mielke, stellvertretender Kreisbrandmeister Bertram Maier sowie Feuerwehrkommandant Holger Fuhr

Weitere Feuerwehr Ehrenzeichen: V.l. Bürgermeister Björn Kornmüller, Steffen Dannemaier (25 Jahre), Alexander Hikade (40 Jahre), stellvertretender Kreisbrandmeister Bertram Maier sowie Feuerwehrkommandant Holger Fuhr

Feuerwehr Ehrenzeichen Gold in besonderer Ausführung (50 Jahre): V.l. Bürgermeister Björn Kornmüller mit Ehrenkommandant Manfred Schwan, Klaus Heiß, Rüdiger Bossert, Werner Kronenwett, stellvertretender Kreisbrandmeister Bertram Maier und Feuerwehrkommandant Holger Fuhr.

Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Silber: V.l. Bürgermeister Björn Kornmüller mit Michael Lochmann, Lisa Maier und Martin Küst, Jan Becker (Kreisjugendwart) und Feuerwehrkommandant Holger Fuhr.

Zum Löschmeister befördert wurde Jannik Merz: V.l. Bürgermeister Björn Kornmüller, Jannik Merz und Feuerwehrkommandant Holger Fuhr. Alle Fotos: Feuerwehr Karlsbad