Die Telefonanlage im Rathaus Ittersbach ist ausgefallen. Somit sind die Rathäuser sowie Garten- und Umweltamt und Technischer Dienst NICHT über die Telefonnummer des Ortsnetzes Marxzell (07248 / 9144-XXX) erreichbar.

Sie erreichen die Dienststellen aber über die parallel im Rathaus Langensteinbach betriebene Telefonanlage unter der Telefonnummer des Ortsnetzes Karlsbad (07202 / 9304-XXX). Die Durchwahlnummern der einzelnen Mitarbeiter bzw. Rathäuser oder Ortsverwaltungen sind in beiden Ortsnetzen identisch.

Sobald die Störung behoben ist, informieren wir wieder. Lt. Telekom soll es sich aber um einen Kabelschaden handeln.

Karlsbader Mitteilungsblatt

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Redaktionelle Berichte

Nachbarschaftshilfe von Haus zu Haus ist Gegenwarts- und Zukunftsthema

18.06.2024

Erste Schritte zu möglichem Karlsbader Nachbarschaftshilfeverein 

Sich nachbarschaftlich und generationenübergreifend helfen und kennenlernen – das interessiert offensichtlich viele Bürgerinnen und Bürger. Anfang Juni fand eine Infoveranstaltung in der Talblickhalle in Karlsbad-Auerbach statt. Dabei verfolgten etliche Personen die Vorträge zur Nachbarschaftshilfe und stellten Fragen. Am Ende registrierten sich auch Interessentinnen und Interessenten für eine mögliche Vereinsgründung in Karlsbad.

„Bereits in der großen Bürgerumfrage vom Projekt "Gutes Älterwerden in Karlsbad" war das Bedürfnis nach Hilfe und Gemeinschaft erleben wichtig“, so begrüßte Bürgermeister Björn Kornmüller die Anwesenden. Außerdem fanden in Karlsbad bereits zwei Kurse für 34 Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter statt. Diese Qualifikation ist eine sehr gute Grundlage, für sich selbst oder nachbarschaftlich aktiv zu werden.

Alexander Hölsch von SPES moderierte den Abend. Als Referentinnen waren Tina Bellhof-Hadwiger vom Verein „Für uns e.V.“ in Oberreichenbach und Susanne Hartmann vom Netzwerk Nachbarschaftshilfe in Freiburg e.V. gefragt. Auch die 1. Vorsitzende vom Oberreichenbacher Verein, Marlene Cornelissen, war vor Ort. 

Susanne Hartmann zog einen Bogen vom demografischen Wandel bis hin zu den vielfältigen Angeboten der Nachbarschaftshilfen in Baden-Württemberg. „Die Vereinsgründungen boomen, zwei Drittel der Verein sind in den letzten 8 Jahren dazugekommen“, so Hartmann. Dieser Boom wird durch viele Faktoren getrieben. Unter anderem sind dies veränderte familiäre Strukturen, Frauenerwerbstätigkeit, gestiegene Mobilität und mehr. Die Familie als größter Dienstleister bei den Alltagshilfen sei noch präsent, gehe jedoch zurück. Die pflegerische Versorgung der Bevölkerung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so formuliert es der Gesetzgeber. Doch letztlich könne der Staat nicht alles vollumfänglich bereithalten. Hier gebe es Raum für vielfältiges bürgerschaftliches Engagement. Eine Konkurrenz zu den ausgebildeten Kräften im pflegerischen Bereich sei dies jedoch ausdrücklich nicht. Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe können Menschen ergänzend tätig werden. Das Spektrum gehe weit über die Alltagshilfe für zu Pflegende hinaus. „Nichts muss, alles kann“, so lautet das Motto dafür.  Jeder Verein könne die individuellen Bedarfe vor Ort abdecken, beispielsweise beim Einkaufen, Betreuen, Spazieren gehen, Kinder betreuen und Treffmöglichkeiten von Menschen. Die Helferinnen und Helfer erhalten eine Vergütung im Rahmen der Ehrenamtspauschale.

Tina Bellhof-Hadwiger erläuterte lebendig, was der Verein „Für uns e.V.“ in Oberreichenbach so leistet. Wer in die Vereinsarbeit einsteigt, wird dabei auch unterstützt durch das Netzwerk Nachbarschaftshilfe in Freiburg, so Bellhof-Hadwiger. Aus dem Publikum waren unterschiedliche Bedürfnisse für Karlsbad zu hören: Neben Älteren und Kindern sollen auch Menschen mit Handicap unterstützt werden. Der Seniorenbeirat sieht Bedarf bei der älteren Bevölkerung. Andere berichteten von ihrer persönlichen Situation im Familien- und Verwandtenkreis. Auch sich um die eigene Zukunft Gedanken zu machen kann ein Anreiz sein. Nachbarschaftsvereine arbeiten niedrigschwellig, sind sozial orientiert und die Leistungen sollen bezahlbar sein.

 

Weitere Informationen

Interessenten und Interessentinnen für einen möglichen Karlsbader Nachbarschaftsverein können sich bei SPES – Andreas Hölsch – hoelsch@spes.de

melden. Hintergrundinfos gibt es auch beim Netzwerk Nachbarschaftshilfe www.netzwerk-nachbarschaftshilfe.de. In Baden-Württemberg gibt es mittlerweile über 80 Vereine, die nach dem Modell arbeiten. Ziel dieser Vereine ist es, die Menschen im Dorf und der Region weiter zusammen zu bringen. Die Vereine finanzieren sich neben der Vergütung der erbrachten Leistungen auch aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen sowie Zuschüssen von Land, bürgerlicher und kirchlicher Gemeinde. Die für die Vereine tätigen Helfer und Helferinnen erhalten eine Aufwandsentschädigung. 

 

Zuhörerinnen und Zuhörer bei der Infoveranstaltung Nachbarschaftshilfe in Karlsbad-Auerbach.

V.l. Die Referentinnen Susanne Hartmann – Netzwerk Nachbarschaftshilfe e.V. Freiburg und Tina Bellhof-Hadwiger vom Verein „Für uns e.V.“ in Oberreichenbach. Fotos: Gemeinde Karlsbad

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