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Landkreisinformationen | 05.01.2026

Runder Tisch Notfallversorgung im Dialog mit der Gesundheitspolitik in der Region Karlsruhe

Analyse zeigt Potenzial zur besseren Patientinnen- und Patientensteuerung

Die Inanspruchnahme des Notfallversorgungssystems beschäftigt die Region Karlsruhe seit mehreren Jahren. Notaufnahmen und Rettungsdienste berichten von hoher Auslastung und steigenden Kosten. Seit November 2024 treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Akut- und Notfallversorgung der Stadt und des Landkreises Karlsruhe beim „Runden Tisch Notfallversorgung“ – zuletzt am Montag, 15. Dezember, bei der Ärzteschaft Karlsruhe in den Räumlichkeiten der Bezirksärztekammer Nordbaden. Ziel ist es, gemeinsam Herausforderungen zu identifizieren und praxisnahe Handlungsansätze zu entwickeln. Das Landratsamt Karlsruhe – Gesundheitsamt – initiierte gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe den Runden Tisch, erfolgreich umgesetzt wird er durch das große Engagement der Akteurinnen und Akteure aus Akut- und Notfallversorgung in Stadt- und Landkreis.

Die jüngsten Analysen der Daten von Notfallpatientinnen und -patienten aus den fünf zentralen Notaufnahmen der Region Karlsruhe über zwei Jahre zeigen folgende Trends: Die Zahl der Patientinnen und Patienten bleibt konstant hoch. Etwa die Hälfte der Fälle benötigt keine dringende Behandlung – besonders bei jüngeren Patientinnen und Patienten. Mehr als die Hälfte kommt auf eigene Initiative, davon werden rund 80 Prozent ambulant behandelt und 20 Prozent stationär aufgenommen. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass in der Patientensteuerung weiterhin deutlicher Handlungsbedarf besteht. „Diese Zahlen zeigen, dass wir noch Potenzial haben, die Steuerung der Patientinnen und Patienten in den Notaufnahmen zu verbessern“, betont Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamtes Karlsruhe. Mit Ausnahme lebensbedrohlicher Fälle sollte vor Inanspruchnahme der Notfallversorgung eine Ersteinschätzung erfolgen. So kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der letzten Runde zum Ergebnis: Die knappen Ressourcen erfordern eine gezielte und verbindliche Steuerung der Patientenströme. Fehlversorgung ist teuer und gefährdet die Versorgung tatsächlicher Notfälle.

Für die Bevölkerung bedeutet eine bessere Steuerung der Notfallversorgung vor allem mehr Versorgungssicherheit: Echte Notfälle können schneller versorgt werden, während Menschen mit weniger dringlichen Beschwerden frühzeitig an die passende Stelle im Gesundheitssystem geleitet werden. Kürzere Wartezeiten, klarere Orientierung und eine effizientere Nutzung der Ressourcen kommen damit allen zugute. Vor diesem Hintergrund arbeitet die Region Karlsruhe im Rahmen des Runden Tisches und der daraus entstandenen Arbeitsgruppe an Lösungen, wie etwa dem Konzept der Gemeindenotfallsanitäterinnen und -sanitäter, das eine niedrigschwellige Ersteinschätzung und Behandlung vor Ort ermöglichen soll. Der entsprechende Antrag wurde im Rahmen der Experimentierklausel dem Innenministerium vorgelegt, eine Entscheidung steht noch aus. Gemeinsam fordern die Akteurinnen und Akteure des Runden Tischs die Gesundheitspolitik dazu auf, die Umsetzung des Konzepts in der Region Karlsruhe zu unterstützen.