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Moment mal | 12.01.2026

"Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!" (Offenbarung 21,5)

Liebe Karlsbader Bürgerinnen und Bürger,

Die Jahreslosung ist mit ihrer Aussage kurz und knapp. Da ist das Ich Gottes. Denn Gott selbst ist Autor des Neuen. Sein Handeln ist allumfänglich. Ich selbst, wenn ich denn die Jahreslosung auf mich beziehen darf, werde zum Zuschauer, zum Beobachter. Denn mir gilt das „Siehe!“. Die Aufforderung lässt mich einerseits aktiv im Beobachten werden und doch passiv mit Blick auf das eigentliche Handeln. Denn der eigentlich Handelnde ist Gott selbst. Der Mensch bleibt Zuschauer.

Die Jahreslosung ist eine Zumutung für den aufgeklärten Menschen. Und doch ist sie eine Befreiung. Denn am Ende wird es gut ausgehen. Von Gott her wird alles neu werden. Die Weltenrettung ist menschlichen Händen entzogen.

So gelesen schützt mich die klare Ansage der Jahreslosung vor einer moralisierenden Überheblichkeit und vor der Gefahr einer Entmutigung. Denn die Verantwortung wäre zu groß, zu unrealistisch. Ehrlich müssen wir zugeben, dass das aufklärerische Modell der Menschheitsverbesserung durch Bildung nicht so einfach aufgegangen ist. Es gibt gute Gründe zu zweifeln, ob denn die Welt besser geworden ist oder der moderne Mensch die Welt retten könne – dass er sie zerstören kann, ist da realistischer.

Mit besten Wünschen für ein gesegnetes neues Jahr

Dekan Martin Reppenhagen