Redaktionelle Berichte | 13.01.2026
Am Freitag, 09. Januar 2026 fand der Neujahrsempfang der Gemeinde Karlsbad in der stimmungsvoll gestalteten Berghalle in Spielberg statt. Rund 400 Gäste folgten der Einladung und sorgten für eine lebendige und wertschätzende Atmosphäre.
Bereits zum dritten Mal führte Martin Wacker mit viel Charme, Witz und Leichtigkeit durch den Abend. Für die musikalischen Highlights sorgten Timo Buttendorf und das Duo der Kunst- und Musikschule Karlsbad, Nina Muñoz Ramos am Klavier und Saxofonist Elmar Schäfer. Sie bereicherten die Veranstaltung gesanglich und instrumental.
An die Ansprache von Bürgermeister Björn Kornmüller schloss sich eine Talkrunde zu den Themen Infrastruktur und Digitalisierung sowie Bildung an. Die Themen konnten die geladenen Gäste vorab auswählen, die beiden meistgenannten wurden behandelt.
Ein besonderer Höhepunkt war erneut die Verleihung der Bürgerpreise der Karl und Hilde Holzschuh Stiftung. Es wurden drei Einzelpersonen sowie eine Gruppe für ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet.
Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein blieb viel Zeit für persönliche Gespräche und Begegnungen bei Essen und Getränken. Die traditionelle Neujahrsbrezel wurde dankenswerterweise wieder von der Bäckerei Nußbaumer gespendet.

Ansprache Bürgermeister Björn Kornmüller
„Es ist tatsächlich ein wunderbares Gefühl, dass ich heute wieder vor Ihnen stehen darf. Das vergangene Jahr hat nach meinem Gefühl, ein beachtliches Tempo an den Tag gelegt und wir feiern somit wieder den Start in ein neues Jahr. Ich darf Ihnen sagen, hier zu stehen und diese prall gefüllte Halle zu erblicken, ist dabei immer wieder ein ganz besonderer und bewegender Moment. Es ist schön, wenn Karlsbad an diesem Abend ein Stück weit zusammenkommt. Ihnen allen daher zuerst einmal ein frohes neues Jahr, liebe Gäste – ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben Glück und Gesundheit für dieses neue Kalenderjahr das nun vor uns liegt.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
werte Gäste und Freunde unserer Gemeinde Karlsbad,
vor allem aber liebe Bürgerinnen und Bürger,
ich heiße Sie herzlich Willkommen zu unserem Neujahrsempfang 2026. Danke auch, lieber Martin Wacker, für die einleitenden Worte, es sind alle begrüßt worden. Ich schließe mich diesen Begrüßungen sehr gerne an und bin sehr glücklich, dass Sie diesen Abend mit uns gemeinsam verbringen.
Vergleich früher und heute
Es gibt Erzählungen und alltägliche Ereignisse, die nicht laut beginnen, sondern leise. Eine solche spielt an einem frühen Wintermorgen hier bei uns in Karlsbad. Es ist eine ganz alltägliche Schilderung eines noch viel alltäglicheren Vorganges, vielleicht sogar ein völlig banaler Vorgang wie er ständig geschieht, aber dennoch ist er es wert darüber zu erzählen. Berichtet wurde mir dieses Alltagserlebnis in meiner Bürgersprechstunde – im Grunde nur um mir zu erzählen, wo gewisse Dinge gegenwärtig nicht rund laufen. Bei genauerer Betrachtung ist es aber durchaus auch symbolisch.
Noch bevor an einem Morgen der Ort richtig erwacht stand dieser Mann, ein älterer Mann, an der Bahnhaltestelle. Das macht er seit Jahrzehnten – früher zur Arbeit, später zum Einkaufen, heute vielleicht nur noch um Besorgungen zu machen oder jemanden zu besuchen. An diesem geschilderten Morgen ist es offenbar kalt, die Bahn hat Verspätung und der Fahrplan wurde wieder einmal geändert – das war in den vergangenen Monaten ja leider durchaus häufiger der Fall. Für einen Moment wirkt alles mühsamer als früher. Er schüttelte bei dieser Erzählung den Kopf und sagte: „So kompliziert und so unzuverlässig war das doch alles mal nicht.“
Und vielleicht hat er recht – das war zumindest mein Gedanke im Nachgang. Früher schien zumindest manches einfacher, überschaubarer und möglicherweise auch verlässlicher. Entscheidungen konnten schneller getroffen werden, Herausforderungen waren klarer benannt.
Heute dagegen fühlt es sich oft an als müssten wir mehrere Wege gleichzeitig im Blick behalten: Finanzielle Engpässe, steigende Anforderungen, neue gesetzliche Vorgaben, gesellschaftliche Veränderungen, Stresstest für unsere demokratischen Strukturen – und all das unter den wachsamen Augen der Menschen, die zu Recht erwarten, dass ihre Gemeinde oder ihr Gemeinwesen funktioniert, ein Stück weit zusammenhält.
Doch was dieser Mann, seiner Erzählung nach, an der Bushaltestelle schließlich tut, ist am Ende irgendwo das Entscheidende und dann doch symbolisch: Er bleibt stehen. Er wartet. Vor allem aber gibt er dabei nicht auf. Er könnte auch heimgehen – einen absolut festen Termin hat er ja nicht. Genau das tut er aber nicht, weil er weiß, dass diese Bahn am Ende doch mehr ist als nur ein Verkehrsmittel. Sie ist Teil seines Alltags, Teil der Gemeinschaft, Teil der Heimat wie er sie kennt. Im Grunde ist es möglicherweise wirklich herausfordernder geworden, mittlerweile undurchsichtiger – in jedem Fall aber erleben wir eine gewisse neue Realität.
Dem komplexen und herausfordernden Umfeld stellen
Als Gemeinde Karlsbad stehen wir ziemlich ähnlich an einem vergleichbaren Punkt, an dem die Zeiten für Städte und Gemeinden herausfordernder sind als je zuvor. Vielleicht waren sie noch nie so komplex, noch nie so anspruchsvoll. Aber ich habe heute auch eine Kernbotschaft für Sie dabei:
Wir sind bereit, diese Herausforderungen in ihrer ganzen Schwierigkeit anzunehmen. Wir sind dabei auch fest entschlossen, nicht wegzuschauen, nicht stehenzubleiben, sondern Verantwortung zu übernehmen und Lösungen zu suchen – Schritt für Schritt, gemeinsam.
Und dabei ist eines ganz entscheidend: Wir tun das nicht aus Pflichtgefühl allein. Wir tun es aus Überzeugung. Und vor allem aus Liebe zu unserer Heimat. Vielleicht ist es nämlich genau in ganz herausfordernden und komplexen Zeiten umso wichtiger, aus Überzeugung und Liebe zur eigenen Heimat zu handeln. In diesem Fall sind sie nämlich auch umso mehr bereit das Notwendige zu tun.
Im Allgemeinen ist es in diesem Jahr leider ähnlich wie im vergangenen Jahr bereits ausgeführt: Auch das vergangene Jahr 2025 hat die Städte und Gemeinden in besonderer Weise gefordert. Diese Entwicklungen sind auch an uns in Karlsbad nicht vorbeigegangen. Wir haben das ja erwartet, haben davor gewarnt und sind auch nicht überrascht. Kommunalpolitik ist längst keine Verwaltung des Bestehenden mehr und reich an Debatten um neue freiwillige Leistungen, sondern tägliches Ringen um Prioritäten unter schwierigen Rahmenbedingungen. Dabei ist wahr, dass unsere Handlungsspielräume immer deutlicher eingeengt wurden durch eine Vielzahl an Gründen wie steigende Energie- und Baukosten, eine dauerhaft angespannte Haushaltslage und immer neue Aufgaben, die von Bund und Land an die kommunale Ebene übertragen werden. Gleichzeitig fehlen oft die finanziellen Mittel oder die notwendige Flexibilität, um diese Aufgaben so zu erfüllen, wie es die Bürgerinnen und Bürger zu Recht erwarten.
Finanznot ist zentral – hinzu kommen weitere strukturelle Herausforderungen
Ein zentrales Thema war und ist weiterhin die finanzielle Ausstattung der Kommunen. Pflichtaufgaben nehmen zu, während freiwillige Leistungen – gerade jene, die das gesellschaftliche Leben vor Ort ausmachen – immer stärker unter Druck geraten. Für uns als Gemeinde mit über 16.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bedeutet das, sehr genau abzuwägen: Wo müssen wir investieren um die Zukunft zu sichern und wo sind wir gezwungen Entscheidungen zu treffen, die vielleicht auch nicht immer populär sind. Diese Verantwortung gehört zur kommunalpolitischen Realität und wird uns auch weiter begleiten. Die allgemeinen Fakten sind dabei so bitter wie deutlich:
Die Finanznot der Kommunen in Baden-Württemberg ist dramatisch: Über 90 % der Städte und Gemeinden sind verschuldet, mit einem Schuldenstand von 9,2 Mrd. Euro (Ende 2024), einem Rekorddefizit von fast 3 Mrd. Euro allein 2024, steigenden Ausgaben (Sozialbereich, Personal) und gleichzeitig sinkenden Steuereinnahmen (Gewerbesteuer). Der Städtetag meldet, dass 87 % der Städte 2025 mit negativen Ergebnissen planen, was zu massiven Sparmaßnahmen führt, da Kassenkredite und Kürzungen bei Leistungen (ÖPNV, Kultur) notwendig werden. Solche Leistungskürzungen betreffen dann eine Vielzahl an unterschiedlichen Bereichen die alle miteinander schmerzhaft sind.
Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen, die wir nicht kurzfristig lösen können: der Sanierungsbedarf unserer Infrastruktur, der Ausbau von Bildungseinrichtungen, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum sowie die personelle Situation in Verwaltung, Bauhof, Kitas und Pflege. An dieser Stelle dürfen wir auch die Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen nicht vergessen die natürlich weiterhin notwendig sind aber die Kommunen gleichzeitig vor weitere große Aufgaben stellt – notwendig, richtig und gesellschaftlich gewollt, aber oft verbunden mit hohen Kosten, komplexen Verfahren und langen Planungszeiten.

Finger in die politischen Wunden legen und Optimismus bewahren
Sie werden in vielen politischen Reden gegenwärtig ähnliches hören wie heute von mir. Gerade die Kommunalpolitik ist hier auch gefordert immer wieder diese Tatsachen anzusprechen und immer wieder den Finger in die Wunde zu legen. Die Beschreibung der Situation ist dabei notwendig, um unter anderem der höheren Politik klar zu sagen: Ihr müsst uns zuhören! Ihr müsst uns ernst nehmen bei der Beschreibung der politischen Lage in den Städten und Gemeinden, weil bei uns das gesellschaftliche Leben stattfindet. Auf der anderen Seite – und diesen Balanceakt gilt es zu meistern – wir müssen unbedingt den Optimismus vor Ort erhalten.
Als Gemeinde können wir diese eben geschilderten Herausforderungen nicht wegdiskutieren, aber wir können trotzdem gestalten. Unsere kommunalpolitische Antwort ist es, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen transparent zu treffen und die vorhandenen Mittel gezielt einzusetzen. Dazu gehört auch, interkommunale Zusammenarbeit zu stärken, Förderprogramme konsequent zu nutzen und Verwaltungsprozesse weiter zu digitalisieren.
Selbstverständlich registrieren wir auch positive Nachrichten: Das beschlossene Sondervermögen des Bundes kommt und unterstützt die Gemeinde Karlsbad mit über 10 Millionen Euro in den kommenden Jahren. In Anbetracht der hohen Investitionssummen die zur Abarbeitung des Sanierungsstaus notwendig sind hilft uns diese Summe sehr. Nicht weniger als die konsequente Abarbeitung dieses Staus haben wir uns, Gemeinderat und Verwaltung, ja auch für die kommenden Jahre auf die Fahne geschrieben.
Aber so sehr uns diese hohe Summe unterstützt – es gibt Gründe weshalb die Städte und Gemeinden in diese Situation geraten sind und diese Gründe haben alle strukturelle Ursachen. Kein einziges Problem wird dadurch gelöst.
Daher kann ich festhalten: Gut gedacht, tolle Unterstützung, aber sprichwörtlich wird die „Krankheit“ damit leider nicht grundsätzlich bekämpft. „Symptomlinderung“ ist die richtige Einordnung.
Daher meine Damen und Herren ändert sich erst mal nichts an unserer grundsätzlichen Herangehensweise. Für die Kommunen kann es daher gegenwärtig in der Hauptsache darum gehen, die grundlegenden Güter und Dienstleistungen sicherzustellen. Daseinsvorsorge zu leisten wie Sie benötigt wird.
Vor allem ist es entscheidend, standhaft zu bleiben. Standhaft gegenüber kurzfristigen Forderungen, standhaft gegenüber der Versuchung, notwendige Entscheidungen aufzuschieben und standhaft in der Überzeugung, dass kommunalpolitisches Engagement dennoch einen Unterschied macht. Aufgeben ist keine Option – weder für den Gemeinderat noch für die Verwaltung noch für mich als Bürgermeister. Auch wenn diese Sätze natürlich alle bedeuten, dass Kommunalpolitiker deutlich häufiger nein sagen müssen als in den Jahrzehnten davor. Aber daneben benötigt es eben auch Zuversicht um die daraus entstehenden Spannungen bewältigen zu können.
Zuversicht wiederum entsteht aber auch nicht von selbst. Sie wächst aus dem gemeinsamen Willen, Probleme anzupacken, aus sachlichen Debatten, aus Kompromissen und aus dem Vertrauen darauf, dass wir als Gemeinschaft mehr erreichen können als jeder für sich. Wenn wir diesen Weg weitergehen – verantwortungsvoll, realistisch und mit einem klaren Blick nach vorne –, dann werden wir auch die Herausforderungen des Jahres 2026 bewältigen und Karlsbad Schritt für Schritt weiterentwickeln.
Wir haben auch in diesem Jahr wieder tolle Gäste für Sie vorbereitet deren fachliche und menschliche Expertise Sie später in unserer Talkrunde wieder genießen können. Gleichzeitig hatten Sie ja auch die Möglichkeit, im Rahmen Ihrer Anmeldung, uns die zwei Themengebiete vorzugeben die sie am meisten interessieren und wir geben uns Mühe das selbstverständlich zu erfüllen. Im Rahmen meiner Neujahrsrede möchte ich aber natürlich an dieser Stelle ein wenig auf die Projekte des vergangenen Jahres eingehen die uns beschäftigt und die wir als Kommune verfolgt haben.
Wir hatten uns im laufenden Doppelhaushalt viel vorgenommen und daher ist auch viel passiert. Und gerade daran sehen Sie, dass priorisiert wird. Sie sehen daran wie priorisiert wird und vor allem sehen Sie daran, dass wir an der Bushaltestelle stehen bleiben und unseren Weg fortsetzen – auch wenn uns die Verspätungen oder Ausfälle durchaus auch auf die Nerven gehen.
Blick auf Karlsbader Vorhaben
Baumaßnahmen beschäftigen die Städte und Gemeinde natürlich immer das ganze Jahr über.
Die Weichen für das neue und auch notwendige Feuerwehrhaus in Langensteinbach sind gestellt – wir haben in hervorragender Zusammenarbeit mit der Feuerwehr den Bedarf des Hauses ermittelt, die Kosten umfassend analysiert und daneben alle bis dato notwendigen Planungsaufträge vergeben.
Wenn bei den weiteren Schritten nichts Außergewöhnliches mehr geschieht, können wir im Spätsommer dieses Jahres mit den Baumaßnahmen beginnen. Der komplette Ablauf des Projektes war sehr professionell und auf den Punkt – was auch notwendig ist – denn Verzögerungen kosten bekanntlich Geld und dies sollte man bei einem rund 8 Millionen Projekt tunlichst vermeiden.
Bereits beim vergangenen Neujahrsempfang haben wir darauf hingewiesen, welch wichtige Bedeutung unsere freiwillige Feuerwehr hat und wir dementsprechend auch immer darauf achten werden, dass wir die richtigen Rahmenbedingungen für einen reibungslosen Dienst unserer Kameradinnen und Kameraden leisten können. Für die Bevölkerung in Karlsbad ist diese Investition in die Sicherheit eine enorm wichtige und daher sind wir glücklich darüber wie reibungslos und professionell die Arbeiten verlaufen. Das bisherige Haus ist mittlerweile sehr in die Jahre gekommen und muss zukunftsfit gemacht werden.
Im Bildungs- und Betreuungsbereich hat sich enorm viel getan im vergangenen Jahr: Die Gemeinde Karlsbad ist für den künftigen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an den Grundschulen gut aufgestellt. Dieser Rechtsanspruch gilt ab dem laufenden Jahr bzw. ab Sommer und wird dann schrittweise hochlaufen. In den meisten Ortsteilen haben wir dies kosteneffizient durch Neuorganisationen hinbekommen – in Langensteinbach und Mutschelbach waren größere finanzielle Investitionen notwendig. In Mutschelbach haben wir das evangelische Gemeindehaus erworben indem nun ganz wunderbare Räumlichkeiten für die Betreuung unserer Grundschulkinder entstanden sind und in Langensteinbach ertüchtigen wir gegenwärtig die Bestandsgebäude um dem künftigen Bedarf gerecht zu werden. Beide Investitionen gemeinsam sind mit fast 2 Millionen Euro veranschlagt und fordern auch personell entsprechend viele Kapazitäten. Auch dieser Rechtsanspruch zeigt aber wieder einmal ganz deutlich, dass wir Städte und Gemeinde liefern, wenn wir liefern müssen. Es wäre aber auch in einem solchen Beispiel unbedingt notwendig, dass Bund und Land künftig genau hinhören, wenn wir Kritik und Bedenken an gewissen Abläufen und Entscheidungen äußern – die Praktiker vor Ort sind diejenigen die Entscheidungen in Realität umwandeln.
Die jahrelange Sanierung des Karlsbader Schulzentrums steht langsam aber sicher vor dem Abschluss und wir haben hier nun Bildungseinrichtungen die baulich sicherlich als Vorzeigeeinrichtungen bezeichnet werden können.
Weit über 20 Millionen Euro sind am Ende für alle Maßnahmen dort investiert worden. Es wird dabei nicht bleiben – wir beschäftigen uns aktuell mit Vorplanungen für die notwendigen Sanierungen der Hallen am Schulzentrum. Dies wird kein einfaches Projekt werden. Aber es beschäftigt uns seit Jahren und wir müssen es angehen – nach Abschluss der Maßnahmen wird auch dies eine tolles Beispiel für die hohe Qualität unserer Sport- und Bildungseinrichtungen sein. Ebenso wie die Berghalle hier in Spielberg – auch diese soll und wird eine notwendige Sanierung erhalten.
Im Kindergartenbereich haben wir neue Alternativen für die frühkindliche Bildung geschaffen. Der Waldkindergarten „Langolino“ wurde zwischenzeitlich bereits eröffnet bzw. in Betrieb genommen und auch der ebenfalls notwendige Neubau des Kindergarten Kleine Strolche ist auf den Weg gebracht – wir erwarten hier in naher Zukunft den Baustart, verbunden mit modernen Wohnformen für Senioren inklusive Pflegeangebote. Gerade mit dem neuen Waldkindergarten haben wir in kürzester Zeit eine weitere tolle Alternative der frühkindlichen Bildung geschaffen und Karlsbad ist, gerade was die Vielfalt an unterschiedlichen Einrichtungen angeht, ganz hervorragend aufgestellt.
Die Karlsbader Photovoltaikanlagenoffensive sollte ein wesentliches Ziel der Gemeinde sein, als wir diese im Jahr 2024 beschlossen haben. Der Ausbau aller öffentlicher Gebäude mit Photovoltaik, sofern dies auf dem entsprechenden Dach möglich ist, war die formulierte Zukunftsaufgabe. Wir haben für alle Jahre die finanziellen Mittel im Haushalt eingestellt und kommuniziert, dass wir diesen Weg konsequent gehen wollen. Die Ziele dabei sind klar damit, dass wir große Schritte zur Energiesicherheit und auch zur Klimawende in unserer Gemeinde machen. Gleichzeitig wollen wir aber auch langfristig unseren Haushalt. Im vergangenen Jahr war überwiegend der Ortsteil Auerbach an der Reihe mit der Talblickhalle, dem Rathaus und der Grundschule. Außerdem haben wir in Langensteinbach an der Grundschule weitergemacht sowie Projekte mit der Bürgerenergiegenossenschaft Durmersheim realisiert – deren Anlage auf dem Kindergarten St. Franziskus ist ebenfalls bereits in Betrieb ist. Wir setzen die Aufgabe in diesem Jahr fort und gehen davon aus, dass wir unser Gesamtziel spätestens im Jahr 2028/2029 vollständig erreicht haben.
Auch der Glasfaserausbau hat einen enormen Sprung nach oben gemacht. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass dieser Ausbau in ganz Karlsbad eines der größten Investitionsprojekte der Gemeinde überhaupt ist. Natürlich werden viele Fördergelder an uns ausgeschüttet, aber bis es so weit ist und diese Gelder auch fließen werden alle Investitionen von uns brutto im Haushalt berücksichtigt. Insgesamt auch über 20 Millionen Euro.
In Mutschelbach und Auerbach stehen wir kurz vor Abschluss der Arbeiten und haben mit einer Anschlussquote von über 90% auch wirklich nahezu flächendeckend das schnelle Internet in die Häuser bekommen. Eine tolle Entwicklung die in Spielberg hoffentlich ähnlich verläuft – hier beginnt der Ausbau dann im ersten Quartal dieses Jahres und sollte nach einem Jahr dann ebenfalls auf der Zielgeraden sein. Diese drei genannten Ortsteile sind auch die Ortsteile, welche durch Fördergelder von Bund und Land ausgebaut werden. In Langensteinbach und Ittersbach ist das nicht der Fall – die Deutsche Glasfaser baut hier eigenwirtschaftlich aus. Wir werden oft gefragt wann es hier weiter geht. Die Antwort ist von uns immer dieselbe: Das Unternehmen baut nahezu den gesamten Landkreis aus und daher ist Langensteinbach und Ittersbach hier ab frühestens 2027 im Ausbauplan vorgesehen.
Das ist im wichtigen Bereich der Digitalisierung aber nicht alles. Der Ausbau mit Glasfaser in allen Ortsteilen sowie das IT- und Telefonie Konzept „Twisted“ machen die IT professionell und sicher. Sie sind aber ebenso weitreichend in Ihrer Wirkung, wenn Sie fertiggestellt sind.
Durch „Twisted“ in den Schulen wird die Struktur im Hintergrund professionell, zuverlässig und sicher aufgestellt. Dies geschieht durch eine komplette Neuausrichtung der Server-, Internet-, Backup-, und Telefonie-Ausstattung in Verbindung mit einer entsprechenden Firewall um das System ausreichend zu schützen.
„Twisted“ wird in diesem Jahr fertiggestellt und wir sind sehr stolz auf diese Neuausrichtung. Sie eröffnet uns künftig enorme Chancen darauf entsprechend aufzubauen. Innerhalb der Verwaltung sorgen wir mit immer weiterer moderner Digitalisierungsinfrastruktur dafür, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter modern und zukunftsorientiert arbeiten können. Von moderner Hard- und Software bis hin zu digitaler Verwaltung der Hallenbelegung ist hier vieles dabei und auch bereits vorhanden oder in den Startlöchern.
Erfreuliche Nachrichten hatten wir im Bereich der hausärztlichen Versorgung zu verkünden. Wir haben den drohenden Verlust dieser Versorgung sehr früh sehr ernst genommen. Insgesamt haben wir nun zweieinhalb Jahre lang intensiv alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ermittelt und angewandt. Von finanziellen Zuwendungen bis – und das war der Hauptgrund für den Erfolg – zum Zusammenspiel verschiedener starker Akteure auf unserem Gemeindegebiet. Auch heute nochmal geht mein Dank an das SRH Klinikum Karlsbad für die Einrichtung des Medizinischen Versorgungszentrums inklusive hausärztlichen Sitzen, sowie an die Karlsbader Privatinvestoren. Sie haben es ermöglicht, dass bestehende Hausärzte bleiben konnten und neue sich ansiedeln wollten. So ist es gelungen, dass wir das Problem über unser Gemeindegebiet hinweg insgesamt in den Griff bekommen haben. Ein enormer Erfolg für unsere Gemeinde und durchaus auch alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Seit wenigen Tagen praktiziert auch ein weiterer Hausarzt in Ittersbach – ein Kraftakt über mehrere Jahre der am Ende Erfolg gebracht hat. Auch wenn dies eigentlich keine kommunale Aufgabe darstellt und von anderer Seite aus hätte gelöst werden müssen. Die Thematik wird uns in den kommenden Jahren sicherlich auch nicht verlassen – die medizinische Versorgung in vielen Bereichen zu sichern, gerade im ländlichen Bereich, ist eine Herkulesaufgabe bei dem noch sehr viel politisch zu lösen ist.
Im laufenden Haushalt sind hohe Investitionsbeträge zum Schutz vor Überschwemmung und Starkregen vorgesehen. Wir haben gewusst, dass wir mit den notwendigen Grundstücksverhandlungen in eine Phase eintreten die mit die schwierigste und langwierigste werden kann – so ist es auch gekommen denn bei der Vielzahl an unterschiedlichen Eigentümern ist leider noch keine vollständige und abschließende Einigung in Sicht. Die Gemeinde führt weiter alle notwendigen Gespräche, aber dies haben wir nicht alleine in der Hand.
Auch darüber hinaus haben wir die Sicherheit der Bevölkerung im Blick behalten. Die wesentlichen Themen die mit den finanziellen und personellen Mitteln der Gemeinde priorisiert werden sollten sind hierbei die Notstromversorgung sowie die kommunale Notfallplanung.
Verwaltung und Feuerwehr müssen im Krisenfall einsatzbereit und handlungsfähig sein. Daher benötigen wir in den Feuerwehrhäusern und im Rathaus Notstrom zur Sicherstellung dieser Handlungsfähigkeit. Aus einem theoretischen Krisenhandbuch haben wir eine praktische Ablauforganisation erstellt, die im Fall der Fälle jederzeit Ihre Arbeit aufnehmen kann.
Auch die zentralen Sammelstellen für die Bevölkerung erhalten Notstrom. Die Versorgung mit Strom ist ein wesentlicher Bestandteil der Notfallplanung und stellt die Basis für alles weitere dar. Die wichtigste Botschaft aber ist: Wir sind handlungsfähig in der Hoffnung, dass wir es nie sein müssen.
Die Trinkwasserversorgung der Karlsbader Bürgerinnen und Bürger wird mit der laufenden Baumaßnahme des Hochbehälters „Sallenjagen“ auf sichere Beine gestellt. Das Projekt läuft absolut im Zeit- und Kostenrahmen und wird in diesem Jahr fertiggestellt werden. Wir sind stolz auf den reibungslosen Ablauf am Hochbehälter und werden diese wichtige Fertigstellung und Inbetriebnahme dann auch mit einer kleinen würdigen Einweihung feiern.
Zuletzt hat sich die Gemeinde Karlsbad im vergangenen Jahr auch mit weiteren Projekten beschäftigt. Das von mir angekündigte Parkraumkonzept ist mit der Erhebung der Parkraumbelastung gestartet und wird nun weiter fortgesetzt. Ebenso hat das überregionale Thema „Vorranggebiete für Windenergieanlagen“ in Karlsbad Einzug gehalten. Über beides werden Sie später bei unserem Talk noch etwas hören.
Sie sehen meine Damen und Herren, dass die Gemeinde Karlsbad vielfältig und mit Fokus an einer Vielzahl von Projekten arbeitet. Dies ist nur ein Auszug der umgesetzten oder begonnenen Maßnahmen. An allen Wünschen und Notwendigkeiten zu arbeiten ist leider niemals möglich – die Kolleginnen und Kollegen Bürgermeister wissen was ich damit meine – gerade auch in Zeiten bei denen der strenge Blick auf die Finanzen unabdingbar ist.
Über allem steht aber was ich bereits häufiger betont habe. Wenn Sie wissen wie heraufordernd die Zeiten sind und wenn Sie wissen wie komplex die Verhältnisse in Deutschland und der Welt gerade laufen dann müssen Sie mit einem gesunden Realismus auf die Dinge blicken. Gleichzeitig aber auch reinen Wein einschenken. Und diese Wahrheit liegt eben darin begründet, dass wir sehr viel damit beschäftigt sein müssen unserer Qualität, die sehr hoch ist, zu halten. Daher investieren wir nun viel Geld, Fachwissen und Einsatz in unsere Infrastruktur.
Ich weiß ja auch durchaus, dass viele von uns zurückblicken und denken: Es war mal überschaubarer, vertrauter, vielleicht auch leichter. Dieser Gedanke ist menschlich. Doch das Zitat eben lädt uns ein, den Blick sanft nach vorne zu richten.
In der kommenden Zeit sind wir als Gesellschaft gefordert. Wir sind als Gesellschaft gefordert eine strukturelle Antwort zu geben. Wir brauchen selbstverständlich auch politische Reformen. Es wird nicht mehr anders möglich sein, als festzuhalten, dass es weniger Einzelfallgerechtigkeit braucht und dafür mehr Eigenverantwortung. Wir brauchen natürlich auch eine Aufgaben- und Standardkritik, die den Mut hat, Prioritäten zu setzen. So wie wir es hier in Karlsbad auch bereits handhaben.
Und wir brauchen dabei auch die Bereitschaft, immer wieder zu fragen: Was kann und muss der Staat leisten – und was kann er nicht mehr leisten, ohne sich selbst zu überfordern?

Dankbarkeit
Diese Erkenntnisse sind in der Theorie alle einzeln leicht auszusprechen. Diese dann in der Kommunalpolitik auf einen gemeinsamen Nenner zu bekommen ist eine ganz andere Frage.
Die politische Arbeit hier in Karlsbad zeichnet sich aber genau dadurch aus. Das kann sicherlich nicht jede Kommune behaupten und macht mich auch stolz. Denn nicht nur Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind hier zu nennen, sondern vor allem auch die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte die wahrlich keine einfachen Zeiten für Ihre Mandate erwischt haben. Aber meine Damen und Herren der örtlichen Politik:
Einfach kann jeder oder zumindest viele und wenn die Zeiten wieder andere sind werden wir sehr gestärkt davon sein.
Wir haben Karlsbad in einem sehr guten Fahrwasser gehalten und darauf müssen wir stolz sein. Wir machen es doch vor: Nicht gegenseitig Stöcke in den Weg werfen, sondern um das beste Argument zu ringen und hinterher eine mehrheitliche Lösung für alle Karlsbaderinnen und Karlsbader zu finden.
Und mit all diesen Erkenntnissen möchte ich am Ende den wichtigsten Teil einer Neujahrsrede einleiten: Ich möchte überleiten an all die Menschen die dafür sorgen, dass die von mir ausgesprochenen Theorien in die Praxis umgesetzt werden. Ich möchte diesen Menschen Danke sagen!
Danke an all jene, die unsere Gemeinde Tag für Tag tragen, oft still, oft neben Beruf und Familie und oft ohne großes Aufsehen. Danke an unsere Ehrenamtlichen in Vereinen, Initiativen, Kirchen und sozialen Einrichtungen. Danke an unsere Feuerwehr, den Rettungsdienst und alle die für unsere Sicherheit sorgen und dabei oft nachts aufstehen.
Die vielen Firmen und Betriebe in unserer Gemeinde durch deren unternehmerischen Wirkens wir in der Lage sind unsere Finanzen zu stabilisieren.
Sie bieten den Menschen Arbeitsplätze und Sie übernehmen Verantwortung. Ich ziehe den Hut vor Ihrem Wirken an dieser Stelle und danke Ihnen.
Danke an die Kolleginnen und Kollegen der umliegenden Gemeinden. Auch hier ist ein Wir-Gefühl gefragt. Ich spüre dieses Gefühl in unserer gemeinsamen Arbeit und auch das ist für uns alle gut.
Lassen Sie mich einige Worte über meine Verwaltung verlieren. Wenn Sie Tempo in den Projekten wahrnehmen und Sorgfalt in der Behandlung der Themen – wenn Sie gleichzeitig auch Bürgernähe und Herzlichkeit wahrnehmen – dann liegt das eben nicht nur am Bürgermeister. Es liegt vor allem an den Menschen, die tagtäglich dafür arbeiten. Es liegt an den Frauen und Männern die all unsere Ideen umsetzen und gleichzeitig Rede und Antwort stehen, wenn manches einmal nicht reibungslos läuft.
Die Gemeinde Karlsbad kann, darf und muss sich glücklich schätzen diese hochkompetente und mit hoher Identifikation ausgestattete Mitarbeiterschaft zu haben. Ich bin euch dankbar für eure Leistungen und glücklich über eure Menschlichkeit. Alle Bürgerinnen und Bürger können und dürfen dies auch so fühlen.
Diese Gemeinde ist nicht nur eine Zahl von über 16.000 Einwohnern. Sie ist ein Wir.
Sie ist ein Wir, dass sich hilft, wenn es schwierig wird. Ein Wir, dass feiert, wenn es etwas zu feiern gibt. Ein Wir, dass nicht stehen bleibt, sondern sich weiterentwickelt. Genau diese Haltung hat uns durch das vergangene Jahr getragen – und genau sie wird uns auch im neuen Jahr stark machen. Dabei tun wir dies mit Lust auf alles was kommt und ohne Angst vor Herausforderungen. Aber gleichzeitig mit dem Willen unsere Freiheit innerhalb Karlsbads zu erhalten denn diese Freiheit nutzt sich ab, wenn Sie nicht genutzt wird.
Lassen Sie uns bitte von heute an – wieder - mit Mut, mit Zuversicht und mit Tatkraft in die kommenden Monate gehen. Nicht alles wird einfach, nicht alles wird sofort gelingen. Aber wenn wir zusammenstehen, wenn wir einander zuhören und gemeinsam Verantwortung übernehmen, dann können wir Großes bewegen. Jeder Beitrag zählt dabei. Jede Idee zählt. Jeder Mensch zählt.
Ich lade Sie ein: Gehen wir dieses neue Jahr mit offenen Herzen, klarem Blick und voller Energie an. Für unser Karlsbad.
Wir tun es heute mit diesem Empfang und ab morgen wieder in der täglichen Arbeit. Packen wir es an!
Ihnen ein frohes neues Jahr!“
Talkrunde
An der Talkrunde nahmen Bürgermeister Björn Kornmüller, Professor Dr. Volker Nürnberg (u.a. renommierter Berater und an TU München tätig) sowie Professor Doktor Matthias Proske (u.a. Direktor des Verbandes der Region Karlsruhe) teil.
Es ging um die Themenblöcke Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung sowie allgemeine Fragen. Bei der Themenwahl wurde die Bevölkerung beteiligt.
Bildung
„Bildung ist teuer, aber noch teurer ist keine Bildung“, so Nürnberg in Bezug auf die Bildungspolitik in Deutschland. Er sprach sich dafür aus, diesen Bereich zu stärken. Dies gerade im Hinblick darauf, dass Deutschland kein Land der Bodenschätze ist. Lebenslanges Lernen sei essenziell. Das Fachwissen ist nicht mehr wichtig, gefragt sind Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten sowie empathisches Handeln. Nürnberg wünscht sich auch kritisches Denken. Die Künstliche Intelligenz dürfte die Menschen nicht dominieren. Sie müsse als Instrument eingesetzt werden. Kornmüller betonte, dass die Qualität in den Kindertagesstätten gesichert werden muss. „Eine verlässliche, pädagogische Ganztagsbetreuung und ein guter baulicher Zustand der Einrichtungen machen eine Kommune attraktiv“, so der Bürgermeister. Weiterhin sei ein guter Übergang von der Schule in die Ausbildung wichtig. Dieses Thema wird gegenwärtig noch intensiver bearbeitet und hat mit der ersten Karlsbader Ausbildungsmesse auch bereits ein passendes Format dafür erhalten. Der Sanierungsstau in den Einrichtungen ist natürlich in allen Kommunen ein Dauerthema. In der Vergangenheit habe die Gemeinde bereits viel begonnen und auch fertiggestellt, allen voran die Sanierungen im Schulzentrum in Langensteinbach es müsse jedoch weitergehen.
Infrastruktur und Digitalisierung
Bei der Verkehrswende ist – so Professor Dr. Proske – eine Dekarbonisierung im Verkehr ein wichtiges Ziel. Ohne ausreichende Finanzen könne der öffentliche Verkehr allerdings nicht ausgebaut werden und mehr Menschen transportieren. „Wir leben in einem hochverdichteten Raum, daher ist es sehr schwierig, Flächen für Infrastrukturvorhaben zu finden“, so Proske. Das verzögert solche Vorhaben enorm. Der Klimawandel verursache immer häufiger, extreme Wetterschwankungen. Vorbeugende Investitionen in diesem Bereich rechneten sich. „Jeder Euro ist da gut investiert“. Bürgermeister Björn Kornmüller informierte, dass die Gemeinde bei den Grundstücksverhandlungen für die im Haushalt vorgesehene Starkregenschutzmaßnahmen festhänge. In nur einem betroffenen Gebiet alleine müsse man mit rund 70 Betroffenen kommunizieren. In Sachen Verkehrswende will die Gemeinde den ruhenden Verkehr in den notwendigen Bereichen (Hotspots) ordnen. Bei der Digitalisierung sei es, so Nürnberg, wichtig, zuerst die Abläufe zu entbürokratisieren. Dann müsse Deutschland Tempo aufnehmen. Man sei hier „Entwicklungsland“. Bürgermeister Björn Kornmüller legte bei den Infrastrukturvorhaben Wert darauf, dass vorrangig der Bestand saniert wird und damit die bestehende Qualität zukunftsfit gemacht wird.
Allgemeine Fragen
Ein Update in Sachen Windenergie-Planungsstand lieferte Proske. Hier habe der Verband die Landesvorgabe, 1,8% der Landesfläche für die Windenergie bereitzustellen, erfüllt. Damit sind alle anderen Flächen für die Nutzung der Windenergie ausgenommen. Es gibt noch eine weitere Beteiligungsrunde mit den offen gebliebenen Punkten. Hier gehe es auch um Karlsbader Themen. Kornmüller verdeutlichte, dass die Gemeinde bezüglich der geplanten Flächen um Mutschelbach noch politisch kämpfe. Ein entsprechender Antrag auf Herausnahme der Flächen wurde im Verband durch den Bürgermeister gestellt und wird Mitte Februar abschließend entschieden. Am Ende lobte Nürnberg die Gemeinde Karlsbad. Diese sei hervorragend aufgestellt. Dazu zählen das Klinikum als besonderes Alleinstellungsmerkmal, die Autobahn A 8 und drei an das S-Bahn-Netz angeschlossene Ortsteile. Hinzu kommen die Hausärzteversorgung und die enorme Vielzahl an Einrichtungen für Bildung und Freizeit.
Prof. Dr. Volker Nürnberg ist ein renommierter Berater und Redner insbesondere zu den Themen „Arbeit und Gesundheit“. Mit seiner Unternehmensberatung berät er Bundesregierung, Dax Konzerne aber auch Start-ups und Kommunen. Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel spielen hier eine Rolle. Er lehrt u.a. an der sehr angesehenen TU München, ist Mitglied der Ethikkommission beim Gesundheitsministerium und in vielen Fachgesellschaften. Er hat über 1500 Vorträge und Veröffentlichungen zu den relevanten Themen gehalten." Wirtschaftswissenschaftler im Bereich der Gesundheitsökonomie mit den Spezialgebieten Digitalisierung im Gesundheitswesen, Qualitätsmanagement und Gesundheitsprävention. Seit dem 1. Juli 2025 bekleidet Prof. Dr. Volker Nürnberg das Amt als Mitglied in der Ethik-Kommission des Bundesministeriums für Gesundheit bis 2030. Prof. Nürnberg ist vor allem aber ein Karlsbader Bürger und war selbst einmal Mitglied des hiesigen Gemeinderates.
Prof. Dr. Matthias Proske ist Direktor des Verbandes der Region Karlsruhe, Sprecher der AG der Regionalverbände, Geschäftsführer der Touristik-Gemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz e.V. Zuvor war er u.a. beim Bayerischen Wirtschaftsministerium, der Industrie- und Handelskammer Ulm und dem Regionalverband Südlicher Oberrhein und dem Regionalverband Nordschwarzwald tätig.
