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Redaktionelle Berichte | 13.01.2026

Mit drei Bürgerpreisen und einem Gruppenpreis besonderes Engagement wertgeschätzt

Karl und Hilde Holzschuh Stiftung unterstützt wieder bürgerlichen Gemeinsinn

Am Ende des offiziellen Teils des Neujahrsempfanges konnte die Karl und Hilde Holzschuh Stiftung wieder Preise überreichen. Stiftungsvorsitzender Ragnar Watteroth freute sich, dass bis zum Jubiläumsjahr 2025 bereits über 750.000 Euro ausgeschüttet werden konnten. Damit werden viele Gemeinsinn-Aufgaben, u.a. in den Bereichen Erziehung und Bildung, Jugend- und Altenhilfe sowie Ehrenamt gefördert. Dies ganz im Sinne der Stiftungsgründer Karl und Hilde Holzschuh. Sie wollten unter anderem damit einen Beitrag zu einer besseren und gerechteren Welt geleistet. „Der Bürgerpreis der Karl und Hilde Holzschuh Stiftung steht für Menschen, die unsere Gemeinde aktiv mitgestalten. Für Menschen, die Verantwortung übernehmen, Traditionen bewahren und Zukunft ermöglichen“, sagte Watteroth. Alle Preisträgerinnen und Preisträger in der Kategorie Einzelpersonen erhielten ein Preisgeld von 3.000 €, der Gruppenpreis ein Preisgeld von 3.500 €.

Peter Konstandin

Peter Konstandin ist seit 1970 Mitglied des ATSV Mutschelbach. Das allein spreche – so Watteroth - schon für eine außergewöhnliche Verbundenheit mit dem Verein. Er habe den ATSV über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg aktiv mitgestaltet und geprägt. Bereits früh übernahm er Verantwortung: Als Spieler, als Mitglied der Verwaltung und des Spielausschusses wurde er 1984 für zehn Jahre aktive Tätigkeit geehrt. Zusätzlich war er immer dort zur Stelle, wo Hilfe gebraucht wurde. Ob bei der Dacheindeckung des Clubhauses, der Drainagenverlegung des Sportplatzes oder bei anstehenden Bauarbeiten – er packte immer mit an. Auch die Jugendarbeit lag ihm immer besonders am Herzen. Als C-Jugend-Trainer, später als E-Jugend-Trainer, A-Jugend-Trainer und zweiter Jugendleiter führte er junge Menschen nicht nur zu sportlichen Erfolgen. Er vermittelte auch Werte wie Teamgeist, Fairness und Zusammenhalt. Meisterschaften in Langensteinbach zeugen von seinem Engagement und seiner Kompetenz. Im Jahr 2000 wurde Peter Konstandin zum zweiten Vorstand, 2002 schließlich zum Vorstand des ATSV Mutschelbach gewählt. In dieser Funktion sowie rund um das 100-jährige Vereinsjubiläum 2004 leistete er unzählige Stunden Arbeit im Hintergrund. Sein Engagement reicht weit über den ATSV hinaus: Hausmeister der Grundschule Mutschelbach, Ehrenmitglied des Gesangvereins Edelweiß und Auszeichnungen beim TTC Mutschelbach. Peter Konstandin ist ein Mensch, der Verantwortung für die ganze Dorfgemeinschaft übernimmt. Die goldenen Ehrennadeln, die Ehrenmitgliedschaften und die vielen Auszeichnungen, zuletzt 2024 die Ehrenmitgliedschaft des ATSV Mutschelbach, sind sichtbare Zeichen eines Lebens im Dienst der Gemeinschaft.

Klaus Kappler

„Klaus Kappler ist eine prägende Persönlichkeit Karlsbads – und ganz besonders von Ittersbach. Sein Name ist untrennbar mit dem Heimatverein Karlsbad e.V. verbunden“, so Watteroth. Als eines der wenigen noch lebenden Gründungsmitglieder hat er den Verein von Anfang an mit großem Engagement, Weitblick und Herzblut geprägt. Bereits 1981 wirkte er bei der Vorbereitung der 750-Jahr-Feier von Ittersbach mit. Es folgten zahlreiche verantwortungsvolle Aufgaben: Als Gründungsmitglied des Heimatvereins, als Leiter des Arbeitskreises Heimatmuseum, als Museumsverwalter, als erster und zweiter Vorsitzender sowie über viele Jahre hinweg als Kassier und Schatzmeister. Über Jahrzehnte hinweg hat Herr Kappler Verantwortung übernommen – verlässlich, sachkundig und immer im Dienst der Sache. Besonders hervorzuheben sei sein entscheidender Beitrag zur Entwicklung des Heimatmuseums. Dabei hat er nicht nur organisatorisch gewirkt, sondern auch inhaltlich Maßstäbe gesetzt. Er war beteiligt an der Erstellung von Festbüchern und Ausstellungen. Er hat Filme, historische Bilder und Dokumente gesammelt, archiviert und aufbereitet. „Das ist ein unschätzbarer Beitrag zur Bewahrung unserer lokalen Geschichte“, so Watteroth. Auch zahlreiche sichtbare Projekte tragen seine Handschrift: Der Umbau der ehemaligen Kochschule zum heutigen Heimatmuseum in Ittersbach, die Freilegung des Brunnens im Ortskern und des Röhrlbrunnens sowie der Bau des Backhauses im Museumshof. Diese Orte sind heute identitätsstiftende Treffpunkte – ohne das Engagement von Klaus Kappler wären sie in dieser Form nicht denkbar. Zusätzlich war und ist er bei unzähligen ehrenamtlichen Einsätzen präsent mit vollem Einsatz. Bemerkenswert sei außerdem, dass sein Engagement auch nach dem Ausscheiden aus der Vorstandschaft nicht endete. Ein aktuelles Beispiel ist sein Einsatz für den Erhalt der historischen Eingangstür des Wasserreservoirs in Ittersbach. Durch seinen Anstoß und die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde, dem Ortsvorsteher und der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe konnte dieses Denkmal im Juni 2025 erfolgreich restauriert und wieder in Gebrauch genommen werden. Beim 40-jährigen Jubiläum des Heimatvereins Karlsbad im September 2025 wurde er bereits in besonderer Weise als Gründungsmitglied und prägende Persönlichkeit geehrt.

Guido Röder

Der Bürgerpreis der Gemeinde Karlsbad stehe für Menschen, die Verantwortung übernehmen – oft leise, oft im Hintergrund, aber mit großer Wirkung für unsere Gemeinschaft. Dies treffe auch besonders auf Guido Röder zu. Guido Röders Weg im SV Langensteinbach habe früh begonnen. Bereits 1980 trat er als Jugendspieler in den Verein ein und blieb ihm bis 1999 als aktiver Spieler treu. Wer glaubt, dass sein Engagement damit endete, der irrt gewaltig. Denn seine eigentliche, vielleicht sogar größere Leistung begann danach. Seit 2004 – und damit nun seit über zwei Jahrzehnten – engagiere er sich als Jugendtrainer in seinem Heimatverein. Unzählige Kinder und Jugendliche hätten bei ihm nicht nur das Fußballspielen gelernt, sondern auch Teamgeist, Fairness, Verlässlichkeit und Zusammenhalt. Werte, die weit über den Sport hinausreichen. Besonders hervorzuheben ist jedoch die Zeit ab 2018, in der die Jugendarbeit wegen geringer Kinderzahlen einer unsicheren Zukunft entgegensah. In genau diesem Moment übernahm Guido Röder zusätzlich zu seiner Trainerrolle auch die Aufgabe des Jugendleiters. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Sorge. Was dann folgte, sei eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Schritt für Schritt wuchs der Jugendbereich wieder. Neue Strukturen entstanden, Vertrauen wurde aufgebaut und Kinder und Eltern begeistert. Heute, nur wenige Jahre später, zeige sich das Ergebnis dieses Einsatzes deutlich: Alle Jugendmannschaften – von den Bambinis bis zur A-Jugend – sind besetzt, viele sogar doppelt oder dreifach. Mit der Gründung der Piccolinis wurde auch den Allerkleinsten der Zugang zu Sport und Bewegung ermöglicht. Inzwischen sind es über 250 Kinder und Jugendliche, die Woche für Woche das Sportgelände mit Leben füllen. Auch über die Gemeindegrenzen hinaus ist das Engagement sichtbar, durch das internationale U11-Turnier, das in diesem Jahr bereits zum fünften Mal stattfindet. Ohne den unermüdlichen Einsatz von Guido Röder wäre es nicht denkbar. Gerade die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bedeute weit mehr als Trainingseinheiten und Spieltage. Sie ist auch soziale Arbeit, Jugendhilfe, Prävention, Zuhören, Begleiten, Auffangen. Und genau hier wirke Guido Röder seit vielen Jahren – ruhig, verlässlich und mit großem Herzen.

Gruppenpreis KjG Karlsbad

„Das Engagement der KjG Karlsbad leiste einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft. Durch das jährliche Sommerlager, den Jugendtreff OTiLa und zahlreiche soziale Aktionen werden Kinder, Jugendliche und Familien zusammengebracht“, betonte Watteroth. Dabei werden zentrale Werte vermittelt: Solidarität, Rücksichtnahme, Gemeinschaft und Verantwortung füreinander. Besonders eindrucksvoll zeige sich dieses Engagement – so Watteroth - im Sommerlager, das seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Jugendarbeit ist. Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahren erleben dort nicht nur unvergessliche Ferien in Gemeinschaft und Natur. Sie lernen auch ganz selbstverständlich, was Zusammenhalt, Mitverantwortung und gegenseitige Unterstützung bedeuten. Das Lager wird von einem gemeinsamen Leiterteam getragen. Es besteht aus Mitgliedern der KjG Karlsbad und den Ministranten der Kirchengemeinde Waldbronn-Karlsbad. Auch in der offenen Jugendarbeit hat sich die KjG Karlsbad über viele Jahre engagiert. Der Jugendtreff OTiLa – Offener Treff in Langensteinbach bot Jugendlichen regelmäßig einen Raum zur Begegnung, zum Austausch und zur aktiven Mitgestaltung. Dass der Treff aktuell zeitweise pausiert, zeigt nicht mangelndes Engagement, sondern vielmehr Verantwortungsbewusstsein. Neue Leiterinnen und Leiter werden sorgfältig ausgebildet, um die Qualität und Sicherheit der Jugendarbeit dauerhaft zu sicherzustellen. Zusätzlich übernimmt die KjG Karlsbad immer wieder ganz konkret Verantwortung für das Gemeinwohl. Während der Corona-Pandemie unterstützten Mitglieder ältere Menschen beim Einkaufen und leisteten damit praktische Nachbarschaftshilfe. Solidarität wurde hier nicht nur gepredigt, sondern gelebt. Ein weiteres Beispiel ist die regelmäßige Teilnahme an dem bundesweiten Projekt „72 Stunden – Uns schickt der Himmel“. Innerhalb von nur drei Tagen wird dabei ein gemeinnütziges Projekt von der Planung bis zur Umsetzung verwirklicht. Diese Aktionen zeigen eindrucksvoll, was junge Menschen gemeinsam erreichen können – und wie Engagement, Teamarbeit und Kreativität wachsen. Ein zentrales Anliegen der KjG Karlsbad ist außerdem die Förderung des Ehrenamts. Jugendliche werden gezielt an Leitungsaufgaben herangeführt und begleitet. So wird nicht nur aktuelle Jugendarbeit gesichert, sondern auch der Grundstein für künftiges ehrenamtliches Engagement gelegt. „Die KjG Karlsbad verbinde Tradition, Gemeinschaft und Innovation. "Ihr Engagement ist dauerhaft, nachhaltig und vorbildlich – genau die Eigenschaften, die der Bürgerpreis würdigen möchte“, meinte Watteroth abschließend.

Weitere Infos zur Arbeit der Stiftung

www.holzschuh-stiftung.de

V.l. Bürgermeister Björn Kornmüller, Maja Stengel, Vanessa Pagel (beide KjG Karlsbad), Klaus Kappler, Peter Konstandin, Guido Röder und Stiftungsvorsitzender Ragnar Watteroth. Foto: Di Nunzio Fotodesign
V.l. Bürgermeister Björn Kornmüller, Maja Stengel, Vanessa Pagel (beide KjG Karlsbad), Klaus Kappler, Peter Konstandin, Guido Röder und Stiftungsvorsitzender Ragnar Watteroth. Foto: Di Nunzio Fotodesign