Aus der Arbeit des Gemeinderates

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Aus der Arbeit des Gemeinderates | 27.01.2026

Entscheidungen zur Heizungsinfrastruktur im Schulzentrum

Sitzung des Bau- Planungs- und Umweltausschusses vom 14. Januar 2026

Neben Baugesuchen befasste sich das Gremium auch mit dem Thema Wärmeversorgung im Schulzentrum. Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte fassten mehrere Beschlüsse dazu.

Einbau einer Wärmeübergabestation Realschule/Gemeinschaftsschule Karlsbad-Waldbronn sowie Verbesserung der Heizungsinfrastruktur

Grünes Licht gab der Bau- Planungs- und Umweltausschuss, eine Wärmeübergabestation mit Wärmetauscher zur Systemtrennung für die Realschule/Gemeinschaftsschule einzubauen. Die Anlage wird an das bestehende Nahwärmenetz des Schulzentrums angeschlossen.

Für die Maßnahme werden im Haushaltsjahr 2026 zunächst Mittel in Höhe von 110.000 € brutto (Planung, Wärmeübergabestation, Elektroinstallationsarbeiten) verwendet. Die Verwaltung kann entsprechende Aufträge erteilen. Damit soll die bauliche Abwicklung in den Sommerferien 2026 gewährleistet werden.

Der Ausschuss wurde über einen Störfall vom 06.10.2025 im Nahwärmenetz des Schulzentrums Karlsbad informiert. Im Zuge der weiteren Sanierungsplanung (insbesondere Jahn- und Schelmenbuschhalle) arbeitet die Verwaltung ökologische und wirtschaftliche Varianten zur Warmwasserversorgung aus. Dabei geht es um eine kompakte Übergabestation versus dezentrale elektrische Lösungen unter Einbindung von Photovoltaikanlagen. Der Gemeinderat soll hierüber gesondert entscheiden.

Michael Gottlieb vom beauftragten Büro Adler + Retzbach erläuterte die Thematik.

Ausgangslage

Das Schulzentrum Karlsbad wird über eine zentrale Heizzentrale mit Holzhackschnitzelkessel und Ölbrenner versorgt. An diese sind mehrere Schul- und Sportgebäude sowie das Jugendzentrum über ein gemeinsames Nahwärmenetz angeschlossen. Am 6. Oktober 2025 kam es bei Arbeiten an der Heizungsanlage der Realschule zu einer Entleerung des Nahwärmenetzes. Als Folge überhitzte der Holzkessel in der Heizzentrale wegen Wassermangel. Durch die Restwärme im Kessel traten gefährliche Dampfschläge auf. Es musste sofort reagiert werden. Die Heizwasserqualität wieder herzustellen, war sehr kostenintensiv gewesen. Der Vorfall hat gezeigt, dass Eingriffe und Schäden im Gebäudenetz unmittelbare Auswirkungen auf die zentrale Erzeugungsanlage haben können. Im Extremfall kann die Wärmeversorgung im gesamten Schulzentrum komplett ausfallen. Bisherige Leckagen in den Gebäuden waren im Gesamtsystem zu gering, um bemerkt zu werden. Sie konnten aber zu Bauschäden führen. Die Nachspeisung hat die Verluste im Heizungssystem jeweils unbemerkt ausgeglichen.

Technische und versicherungsrechtliche Bewertung

Gymnasium und Jugendhaus verfügen bereits über Wärmeübergabestationen. Diese trennen das primäre Nahwärmenetz von den hausinternen Anlagen. Für die Realschule und die Gemeinschaftsschule soll der Einbau einer entsprechenden Übergabestation nun realisiert werden. Die übrigen angeschlossenen Gebäude – insbesondere die Jahn- und Schelmenbuschhalle, Aula und Beckerhalle - stellen ein erhöhtes Schadensrisiko dar. Dies resultiert unter anderem aus der ca. 45–50 Jahre alten Verteiler- und Leitungsanlage.

Bei der Anlagenerstellung der Heizzentrale 2005 wurde bewusst auf einen Wärmetauscher zur Systemtrennung verzichtet. Dadurch wollte man weniger Bauteile und niedrigere Rücklauftemperaturen erreichen. Mittlerweile wird diese Entscheidung sicherheitstechnisch und betriebswirtschaftlich nachteilig bewertet. Außerdem gibt es eine potenzielle Versicherungslücke bei Gebäudeschäden. Diese muss im Zuge der zu planenden Maßnahmen geschlossen werden. Ferner müssen die Absperrarmaturen in den Übergaberäumen gewartet und geprüft werden. Außerdem sind die Hausmeister und die beauftragten Fachfirmen zu schulen und zu sensibilisieren. Für die ökologische Optimierung der Wasserversorgung sollen die Warmwasserverbräuche analysiert werden. Dies betrifft insbesondere die Mensa.

 Die Heizungsinfrastruktur im Schulzentrum ist in die Jahre gekommen und muss teilweise verbessert werden. Im Bild ist die Heizzentrale zu sehen. Luftbild Pintilie  
 Die Heizungsinfrastruktur im Schulzentrum ist in die Jahre gekommen und muss teilweise verbessert werden. Im Bild ist die Heizzentrale zu sehen. Luftbild Pintilie  

Baugesuch – Gotenstraße 10 Langensteinbach – Aufbau auf bestehendes Wohnhaus

Der Ausschuss genehmigte den geplanten Ausbau mit Dachaufstockung des hinteren Winkelteils auf dieselbe Firsthöhe wie der parallel zur Straße verlaufende Teil des Daches. Das Vorhaben befindet sich im unbeplanten Innenbereich von Karlsbad-Langensteinbach.

Baugesuch – Schubertstraße 39 Langensteinbach – Neubau eines Einfamilienhauses mit Carport, Schuppen und Terrassenüberdachung

Das Gremium war einverstanden mit dem geplanten Bau eines Einfamilienhauses mit zwei Vollgeschossen und Satteldach. Er erteilte ferner das Einvernehmen für eine Befreiung zu einer festen Terrassenüberdachung mit 1,50 m über die rückwärtige Baugrenze. Das Vorhaben befindet sich im Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Schneidergärten I“ in Karlsbad-Langensteinbach.

Befreiungen wurden im Gebiet nur für Balkone oder Terrassenüberdachungen im untergeordneten Maße erteilt. Die Baugrenze wird durch das Wohnhaus nicht gänzlich ausgereizt. Die Verwaltung befürwortete, einer Terrassenüberdachung im untergeordneten Maße, also mit 1,50 m über die Baugrenze hinaus, zuzustimmen. Dies wird als städtebaulich vertretbar angesehen.

Ausführliche Informationen zu den Tagesordnungspunkten mit den Vorlagen finden Sie im Ratsinformationssystem der Gemeinde Karlsbad (Bürgerinfoportal).