BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 23.01.2026
Zum neuen Jahr hat sich der BUND Mittleres Albtal im Rahmen des „Projekt Artenvielfalt“ das Ziel gesetzt, die Artenkenntnis der Karlsbader*innen zu verbessern. Dafür werden wir jeden Monat eine hier in Karlsbad wild vorkommende Tier-, Pflanzen- oder Pilzart porträtartig vorstellen. Den Startschuss macht die Gemeine Fichte (Picea abies).
Die Fichte ist ein heimischer Nadelbaum, der über 50 Meter hoch werden kann. Man erkennt sie am besten an ihren zylindrischen, länglichen Zapfen und ihren spitzen, kurzen, quirlig um den Ast angeordneten Nadeln. Die auf den ersten Blick ähnlich erscheinende Weißtanne hat hingegen waagerecht angeordnete, abgerundete und weiche Nadeln. Hier hilft das Sprichwort: „Die Fichte sticht, die Tanne nicht!“
Die Fichte ist mit einem Anteil von 25 % der häufigste Waldbaum in Deutschland. Doch das war nicht immer so. Natürlicherweise käme sie in Deutschland nur in montanen bis alpinen Lagen ab 700 Metern vor. In unserer Region beschränkt sie sich damit auf die höheren Gipfel des Schwarzwalds. Doch erkannte man früh die Vorzüge der Fichte als Forstbaum, und spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg galt sie als der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft. Sie wächst schnell und liefert sehr widerstandsfähiges und gerades Bauholz, aus dem etwa Balken für den Häuserbau gesägt werden.
Die flächige Anpflanzung dieser natürlicherweise recht seltenen Baumart führt aber auch zu einigen negativen Folgen. Bei nicht standortgerechten Pflanzungen sind Fichtenbestände wesentlich empfindlicher als Laubmischwälder und bieten bei entsprechender Witterung ideale Bedingungen für Massenvermehrungen von Borkenkäfern und infolgedessen das Absterben großer Waldflächen.
Der Nadelbaum bietet zwar Nahrung und Lebensraum für einige spannende Tierarten, wie etwa den seltenen Dreizehenspecht, einige Bockkäfer oder den Fichtenkreuzschnabel, doch ist er ökologisch wesentlich irrelevanter als die verschiedenen Laubbäume wie Buche oder Eiche, die er vielerorts ersetzt hat.
Aufgrund der ökologischen Probleme und ihrer mangelnden Klimaresilienz wird die Fichte in Zukunft vermutlich immer mehr aus unseren Wäldern verschwinden und höchstens vereinzelt im montanen Mischwald noch die Baumvielfalt bereichern.
Für mehr Infos zur Fichte schaut gern auf unserem Instagramkanal @projekt_artenvielfalt vorbei.