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Moment mal | 05.02.2026 – 11.02.2026

Tun oder Nichts-tun?

Im Freundeskreis von Jesus gab es ein Schwesterpaar, bei denen Jesus selbst gerne eingekehrt ist und deren Gastfreundlichkeit er genossen hat. Die beiden Schwestern, Martha und Maria, haben ganz offensichtlich einen gewissen Kontrast dargestellt.

Martha gehörte zu dem Typus Frau, die man als aktive, starke, tatkräftige und emanzipierte Frau beschreiben kann.

Martha bedeutet „Herrin“ und diese Frau war wirklich das Abbild einer Meisterin ihres Faches, die ihr Geschäft als Gastwirtin verstand. Eine starke Frau.

Auf den zweiten Blick stellt sich diese aktive Martha allerdings als eine durchaus schwache Frau dar, die ganz und gar nicht souverän agierte, sondern in einer Vielzahl von Zwängen und Diktaten befangen war. Martha war fest eingebunden in die ihr zugedachten Rollenzuweisungen und vermochte sich aus ihnen nicht zu lösen.

Maria wagte es, trotz aller dringlichen Tätigkeiten und gegen alle Gepflogenheiten sich zu den Jüngern zu setzen, um den Lehren Jesu zuzuhören. Das Verhalten ihrer Schwester war für Martha unsozial und ärgerlich. Weder vor Menschen noch vor Gott durfte so etwas Toleranz finden.

Maria aber wusste, dass immer dort, wo Jesus zu reden beginnt, sich in merkwürdiger Weise die Bewirtungsverhältnisse umdrehen. Wo Jesus das Wort Gottes austeilt, da deckt er selbst den Tisch für die Seele, da darf man das zu sich nehmen, was allein den Hunger und Durst nach Gott zu stillen vermag.

Das Leben als Christ wird sich immer zwischen „Maria“ und „Martha“ ausspannen müssen. Wo eine der beiden Aspekte aus dem Blick gerät, wird unser geistliches Leben in Schieflage geraten.