BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 31.01.2026
…fragen sich sicher einige Bürger, die von der Zusage Deutschlands an den neuen internationalen Fonds zum Schutz der Regenwälder bei der letzten Klimakonferenz in Brasilien gehört haben. Ja, auch bei uns im Schwarzwald sterben zunehmend Fichten durch Borkenkäfer und Buchen oder Eichen durch den Klimawandel. Sollten wir also nicht erstmal „vor unserer Haustür kehren?“. Wir meinen, man muss beides tun: In Baden-Württemberg werden jährlich 1,56 Milliarden € für den Klimaschutz und die Wälder und Moore bereitgestellt. Gut so, denn haben Sie gewusst: Moore bedecken nur 3% der Landesfläche, speichern aber doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen! Ab Februar 2026 startet beim grünen Umweltministerium ein neuer Klimafonds, der gezielt den klimaangepassten Waldumbau finanziert. Reicht das denn nicht? Nun, „Heimatwald“ und Regenwald sind kaum vergleichbar. Bei uns geht es primär um die Reparatur von Schäden, wie der Trockenlegung der Moore in den letzten 100 Jahren. Die Milliarde für den Regenwald verteilt sich über 10 Jahre und stellt als „grüne Lunge“ einen Nutzen für die ganze Welt dar. Das Geld kommt direkt den indigenen und lokalen Gemeinschaften zugute, die entscheidend für den Schutz und Erhalt ihrer Wälder sind. Ohne die erforderlichen Mittel wären diese Länder dazu nicht in der Lage. Letztlich helfen sie damit uns, die durch den Klimawandel ausgelösten Schäden zu vermeiden: durch Fluten und Starkregen an Straßen, Brücken und Gebäuden entstehen im Land und bei unseren Gemeinden jährlich 3-stellige Millionenkosten. Beispiele sind die Ernteverluste im Obst- und Weinbau von 50-80% im Kaiserstuhl. Allein die versicherten Schäden im letzten Jahr betrugen bundesweit 2,6 Milliarden €, der größte Anteil fiel bei uns im Südwesten an! Und damit sind die hitzebedingten Sterbe- und Krankheitsfälle noch nicht einbezogen. Die LBBW schätzt, dass uns der Klimawandel bis 2030 jährlich 3% unserer Wirtschaftsleistung kosten wird. Wir geben also derzeit unser Geld für „Reparaturen“ aus, die sich Experten zufolge bis 2050 verdoppeln werden. Nochmals zurück zur Eingangsfrage: Studien schätzen, dass der Erhalt des Amazonas-Regenwalds – und damit unsere wichtigste Schadensprävention - einen Wert vom mehreren Billionen Dollar darstellt. Wir geben jährlich 100 Millionen dafür aus, während die Ahrtalschäden 2021 30 Milliarden und 135 Menschen das Leben gekostet haben… Wie fällt dann unsere Antwort aus?