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Landkreisinformationen | 03.02.2026

Der Kreistag stimmt der Fortschreibung des Nahverkehrsplans zu

On-Demand-Verkehr MyShuttle bildet einen wesentlichen Baustein

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im rechtsrheinischen Gebiet des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) wird umfassend weiterentwickelt. Mit der Fortschreibung des Nahverkehrsplans schaffen die beteiligten Aufgabenträger – darunter der Landkreis Karlsruhe, die Stadt Karlsruhe, der Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden – eine neue strategische Grundlage für Angebot, Qualität und Ausbau des ÖPNV bis in die kommenden Jahre. Der Kreistag, der am Donnerstag, 29. Januar, in der Mehrzweckhalle in Kronau tagte, hat dieser zugestimmt. Der bisherige Nahverkehrsplan stammt aus dem Jahr 2006 und wurde zuletzt 2014 fortgeschrieben. Angesichts veränderter Mobilitätsbedürfnisse, neuer gesetzlicher Anforderungen und aktueller verkehrspolitischer Zielsetzungen war eine grundlegende Aktualisierung erforderlich.

Derzeit läuft der Abstimmungsprozess mit dem KVV, den beteiligten Aufgabenträgern sowie den Städten und Gemeinden. In mehreren Abfragen, Informationsveranstaltungen und Gesprächen wurden kommunale Anliegen, geplante Maßnahmen und örtliche Rahmenbedingungen berücksichtigt. Auch der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen wurde aktualisiert. Nach der Anhörung der Träger öffentlicher Belange im Frühjahr 2025 soll das Verfahren bis April 2026 abgeschlossen werden.

Alle im Nahverkehrsplan enthaltenen Maßnahmen stehen grundsätzlich unter Finanzierungsvorbehalt, sofern sie nicht kostenneutral umgesetzt werden können. Insbesondere größere Schieneninfrastrukturprojekte sind von Förderzusagen abhängig. Aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ des Bundes in Höhe von 100 Milliarden Euro könnten dafür Mittel eingesetzt werden. Auf Baden-Württemberg entfallen davon rund 13,15 Milliarden Euro, wovon zwei Drittel für kommunale Maßnahmen vorgesehen sind. Rechnerisch ergibt sich für den Landkreis Karlsruhe ein Anteil von rund 91,7 Millionen Euro bis zum Jahr 2042. Konkrete Vorschläge, für welche Investitionen die Mittel verwendet werden, sollen im zweiten Quartal vorgelegt werden.

Ein wesentlicher Baustein der ÖPNV-Weiterentwicklung ist der On-Demand-Verkehr MyShuttle. Der Kreistag hat 2019 die schrittweise flächendeckende Einführung beschlossen. Seit Dezember 2025 sind zwei weitere Bediengebiete in Bretten und Gondelsheim hinzugekommen. Das Angebot ergänzt den klassischen Linienbusverkehr und erhöht die Attraktivität des ÖPNV gerade zu Randzeiten. Damit können die personell knappen Ressourcen der Busunternehmen geschont werden. Die Nachfrage bestätigt den Erfolg: Im Jahr 2025 wurden über 150.000 Fahrten mit rund 197.000 Fahrgästen verzeichnet. Besonders stark genutzt wird das Angebot in Ettlingen/Völkersbach sowie im zusammengelegten Gebiet Waldbronn/Karlsbad. Der Einsatz elektrischer Busse im Linienverkehr ist darüberhinaus ein Beitrag zur Lärm- und Emissionsminderung.