BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 07.02.2026
Auch wir vom BUND-Ortsverband (damals noch Karlsbad/Waldbronn) waren mit Ständen vor den Rathäusern und mit Flugblättern aktiv dabei, als es im Sommer 2019 mit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" darum ging, etwas gegen das Artensterben zu tun. Nach einigen alarmierenden Studien wollten mehrere Umweltverbände, ökologische Landwirtschaftsverbände, Imker, Unternehmen und engagierte Bürger*innen ein Gesetz zum Schutz der Artenvielfalt im Land erwirken. Der Erfolg kam anders als geplant. „Die Forderungen an die Politik sind klar und deutlich“, so Dahlbender vom BUND und Enssle vom NABU. „Wir können die biologische Vielfalt nur erhalten, wenn es uns gelingt, den Pestizideinsatz im Land mindestens zu halbieren, die naturverträgliche Landbewirtschaftung auszubauen und mehr Blütenvielfalt als Nahrungsgrundlage für Insekten und andere Tiere zu schaffen“, erklären die beiden Landesvorsitzenden. Und: „Nur wenn Lebensräume von Tieren und Pflanzen miteinander verbunden und Ausbreitungshindernisse überwunden werden, kann die Artenvielfalt langfristig erhalten werden.“ Das Insektensterben erfordert aber auch Antworten von uns Bürgern: „Viele Maßnahmen richten sich dabei ausdrücklich an die landwirtschaftliche Praxis: vor allem die intensive Tierhaltung ist ein großer Teil des Problems. Gerade auch wir als Verbraucherinnen und Verbraucher sind mit unserem Einkaufsverhalten ein Schlüssel zur Problemlösung! Bei uns im Landkreis Karlsruhe liegt der Anteil ökologisch erzeugter Nahrungsmittel derzeit bei 14%. Der Ökolandbau schützt die Artenvielfalt vor allem durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und Kunstdünger. Diese Gifte töten sonst Insekten und Wildkräuter direkt ab oder entziehen ihnen die Lebensgrundlage. Vielfältige Fruchtfolgen verschiedener Pflanzenarten auf dem Feld bieten Tieren ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot über das ganze Jahr. Organischer Dünger fördert das Bodenleben durch Mikroorganismen und Regenwürmer, was die Basis für das gesamte Ökosystem bildet. Und was hat unser Einsatz genutzt? Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ führte 2020 mit dem (Zungenbrecher!) „Biodiversitätsstärkungsgesetz“ zu weitreichenden Änderungen im Naturschutz- und Landwirtschaftsrecht. Kern dabei ist die Förderung des ökologischen Landbaus (Ziel: 20-30%), die Halbierung des Pestizideinsatzes, der Schutz von Streuobstwiesen und Biotopverbünden sowie ein Verbot von Schottergärten. Eine tolle Sache, machen wir mit!