Bürgerenergie | 08.02.2026
Jeder Mensch benötigt elektrische Energie. Der Stromverbrauch lässt sich der Stromrechnung entnehmen und wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben.
Darüber hinaus braucht jeder auch Wärme – zum Beispiel zum Heizen und für Warmwasser. Geheizt wird etwa mit Strom, Gas oder Heizöl. Während Strom direkt in Kilowattstunden gemessen wird, erfolgt die Abrechnung von Gas in Kubikmetern (m³) und von Heizöl in Litern (l). Um die verschiedenen Energieträger vergleichen zu können, lassen sie sich in Kilowattstunden umrechnen:
Ein Kubikmeter Erdgas entspricht ungefähr 10 kWh Energie, ebenso enthält ein Liter Heizöl etwa 10 kWh.
Auch der Verkehr spielt eine große Rolle im Energieverbrauch – insbesondere das Auto. Benzin, Diesel und Heizöl besitzen pro Liter einen ähnlichen Energiegehalt. Daher lässt sich auch der Kraftstoffverbrauch eines Autos gut in Kilowattstunden umrechnen.
Beispiel: Eine alleinlebende Person
Jährlicher Energiebedarf bei konventioneller Technik:
Elektrische Geräte und Beleuchtung: 1.500 kWh
Heizung und Warmwasser: 1.500 m³ Gas ≈ 15.000 kWh
Autofahren: 10.000 km → 600 l Benzin (6 l/100 km) ≈ 6.000 kWh
Gesamt: 22.500 kWh pro Jahr
Alternative mit moderner Technik
Würde dieselbe Person statt eines Verbrenner-Pkw ein Elektroauto fahren und statt einer Gasheizung eine Wärmepumpe nutzen, ergäbe sich folgender Energiebedarf:
Elektrische Geräte und Beleuchtung: 1.500 kWh
Heizung und Warmwasser: Benötigte Wärme: 15.000 kWh
Strombedarf der Wärmepumpe: ca. 4.500 kWh
Autofahren: 10.000 km bei 15 kWh/100 km = 1.500 kWh
Gesamt: 7.500 kWh pro Jahr
In beiden Fällen sind die Wohnung gleich warm und die jährliche Fahrleistung identisch. Dennoch sinkt der Energiebedarf um rund zwei Drittel – und ebenso der CO₂-Ausstoß.
Wie ist das möglich, ohne auf Komfort zu verzichten?
Beim Verbrennungsmotor wird der größte Teil der im Benzin enthaltenen Energie in Wärme umgewandelt; nur etwa 25 % dienen tatsächlich der Fortbewegung. Ein Elektromotor hingegen setzt rund 75 % der eingesetzten Energie in Fahrleistung um.
Die Wärmepumpe arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip der Effizienzsteigerung: Sie nutzt elektrische Energie, um der Umgebungsluft ein Vielfaches dieser Energie als Wärme zu entziehen. So können Heizung und Warmwasser mit vergleichsweise wenig Strom bereitgestellt werden.
Moderne Technologien gehen insgesamt deutlich effizienter mit Energie um.
Ein häufiges Gegenargument lautet, dass Strom ebenfalls aus Gas, Öl oder Kohle erzeugt wird und die Einsparung daher nur scheinbar sei. Dem steht entgegen, dass bereits heute rund 60 % des Stroms aus erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne, Wasser und Biomasse stammen – mit weiter steigender Tendenz.
Die Energie- und CO₂-Einsparung bleibt daher erheblich.
Wie in der Vergangenheit wollen wir auch in Zukunft an dieser Stelle alle Bürger von Karlsbad informieren, wie die Faktenlage ist und wie jeder an der EnergieWende mitwirken kann.
Erneuerbare Energien treiben uns an!
Ihr Arbeitskreis Bürgerenergie
Kontakt per email: buergerenergie@karlsbad.de