BUND Ortsverband Mittleres Albtal

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BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 14.02.2026

Artensterben und Klima – Wie hängt das zusammen?

Der Zustand der Umwelt „vor unserer Haustür“ und das weltweite Klimasystem sind untrennbar miteinander verknüpft. Neuere Studien zeigen, dass wir es nicht mit zwei getrennten Problemen, sondern mit einer sich gegenseitig verstärkenden Doppelkrise zu tun haben: Der globale Klimawandel wirkt als Brandbeschleuniger für das Artensterben in unserer Heimat! Während früher vor allem die direkte Zerstörung von Lebensräumen wie die Abholzung von Wäldern oder die Trockenlegung von Mooren die Hauptursache war, hat inzwischen der Klimawandel diese Position zunehmend übernommen. Wodurch? Verlust von Habitat: Steigende Temperaturen machen ganze Regionen für heimische Arten unbewohnbar. Besonders betroffen sind Inseln, Korallenriffe und Hochgebirge, aber auch unsere heimischen Landschaften verändern sich zunehmend. Zeitliche Entkoppelung: Biologische Rhythmen wie Blütezeiten unserer Wiesenpflanzen und Schlüpfen von Bestäubern geraten aus dem Takt. Das über Jahrtausende entwickelte Zusammenspiel von Blütenpflanzen und Insekten ist für unser Ökosystem überlebenswert. Ein Beispiel ist die zeitliche Entkoppelung zwischen der Frühlings-Knotenblume und der Gehörnten Mauerbiene. Durch wärmere Winter blüht die Pflanze früher im Jahr, während die Larven der Biene im Boden länger brauchen, um durch steigende Temperaturen aktiviert zu werden. Wenn die Biene schließlich schlüpft, ist die Blütezeit bereits vorbei, was zu Nahrungsmangel für das Insekt und mangelnder Bestäubung für die Pflanze führt. Rückkopplung: Wenn die Natur zur Kohlendioxid-Quelle wird: Gesunde Ökosysteme stellen eine natürliche Kohlenstoffsenke dar, das heißt sie entnehmen CO² aus der Luft und binden es. Durch den Artenschwund verlieren sie diese Funktion: Degradierte Wälder: Kranke oder artenarme Wälder speichern weniger CO² und sind anfälliger für Dürren und Brände, wodurch gespeichertes CO² massiv freigesetzt wird. Moore und Böden: Die Entwässerung und Erwärmung von Mooren führt laut aktuellen Studien zu Emissionen, die oft doppelt so hoch sind wie bisher geschätzt. 3% Moore weltweit speichern doppelt so viel CO² wie alle Wälder der Erde zusammen! Moore können so 30 % der notwendigen Emissionsminderungen gegen den Klimawandel leisten. Der Schutz der Artenvielfalt ist also kein "Luxusproblem" des Naturschutzes, sondern eine wirtschaftliche und für unsere Gesellschaft entscheidende Notwendigkeit. Denn ohne intakte Ökosysteme sind die Pariser Klimaziele technisch kaum erreichbar.