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Moment mal | 16.02.2026

Loslassen -eine Lebensaufgabe

Liebe Leserinnen und Leser!

Das Loslassen ist eine unserer Lebensaufgaben. Von unserer frühen Kindheit an bis zum Tod besteht unser Leben aus unzähligen Abschiedssituationen. Diese sind meistens nicht angenehm, und daher tun wir uns mit dem Loslassen verständlicherweise schwer. Offenkundig erinnert uns jedes Abschiednehmen und Loslassen an die Endlichkeit des Lebens und unserer Beziehungen. Hilfreich ist es, wenn ich auf einem sicheren Fundament stehe, während ich mich im Loslassen übe. Nicht dass das Loslassen dann einfacher wäre, aber die Aussichten, dass es gelingt, sind größer. Der Glaube an den dreieinigen Gott ist für Christinnen und Christen ein solches Fundament. Sein Vertrauen auf Gott zu setzen, wirkt sich auch auf das Loslassen als eine unserer Lebensaufgaben aus. Wenn ich mich im Letzten geborgen und getragen weiß, kann ich auch im Vorletzten etwas wagen und mutige Schritte gehen. Loslassen hat also eine geistliche Dimension. Nicht umsonst üben geistliche Ordensgemeinschaften bis auf den heutigen Tag das Loslassen in vielerlei Hinsichten ein, etwa durch regelmäßiges Fasten. Loszulassen kann anstrengend sein, es kann uns traurig und wehmütig machen. Manchmal ist es mit Schmerzen verbunden. Doch es kann uns auch ein enormes Maß an innerer Freiheit vermitteln. Das wiederum stärkt uns in unserer Persönlichkeit. Eine gestärkte Persönlichkeit wird ihren Mitmenschen und sich selbst zum Segen, wo sie sich auf dem Fundament des Glaubens an Gott entfaltet.

Herzliche Grüße
Holger Jeske-Heß, Pfarrer der Evang. Kirchengemeinde Spielberg