BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 23.02.2026
Der Ausbau von Wind- und Solarenergie erreicht Rekordwerte, dennoch wird unser Primärenergiebedarf immer noch zu 80% aus Kohle, Öl und Gas gedeckt. Obwohl der Stromanteil aus Erneuerbaren bei uns inzwischen schon über 50% erreicht hat, liegt der Anteil im Wärmesektor nur bei knapp 18 %. Woran liegt das? Alleine in Baden-Württemberg wurden im letzten Jahr 2 Gigawatt an Photovoltaik zugebaut, dies entspricht etwa der Leistung von zwei Kernkraftwerken! Aufwändiger wird es allerdings im Wärmesektor. Bis zur Umsetzung des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) am 30. Juni 2028 kann jeder nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) selbst über den Einbau einer neuen Heizung entscheiden. Grundsätzlich dürfen so auch Öl- und Gasheizungen betrieben werden, wobei mindestens 65% z.B. als Hybridheizung über Solarthermie, Holz oder andere erneuerbare Energien abgedeckt werden. Fälschlicherweise wurde das GEG dennoch als „Zwang zum Einbau einer Wärmepumpe“ dargestellt. Richtig ist, dass die Wärmepumpe – auch im Altbau – mittel- und langfristig die ökologisch nachhaltigste und gleichzeitig wirtschaftlichste Lösung bei einem derzeit anstehenden Heizungsumbau ist. Da unser künftiger Energiebedarf durch Elektromobilität, energiehungrige KI-Rechenzentren etc. weiter steigt, ist ein weiterer schneller Ausbau dringend erforderlich. Mögliche Szenarien über Fusionskraftwerke sind laut Expertenmeinung Zukunftsperspektiven und nur mit hohen Aufwänden und Kosten umsetzbar. Auch ein erneuter Einsatz von sogenannten "Small Modular Reactors" (SMRa), also Mini-Atomkraftwerken, ist derzeit weder gesellschaftlich mehrheitsfähig noch verfahrenstechnisch absehbar realisierbar. Zudem wären bis zum Einsatz hohe staatliche Subventionen erforderlich. Um das gesetzlich festgesetzte Ziel zur Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, muss der Verbrauch an fossilen Kraftstoffen möglichst bald nahezu auf null gesenkt werden oder es müssen – die ebenfalls sehr umstrittenen - Verfahren zur Speicherung des erzeugten CO² (CCS) umgesetzt werden. Was bleibt deshalb für uns als Bürger und Gemeinde? Umstieg auf Wärmepumpen oder Anschluss an kommunale Nahwärmenetze. Wo möglich: Energetische Sanierung (Dämmung, Fenstertausch), um den Energiebedarf zu senken. Installation von Photovoltaik auf Dächern oder Balkonkraftwerken. Wechsel auf E-Mobilität und Nutzung des ÖPNV, Carsharing-Angeboten, Fahrradnutzung und Beteiligung an Energiegenossenschaften oder lokalen Klimaschutzinitiativen.