BUND Ortsverband Mittleres Albtal

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BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 02.03.2026

Wärmewende aktuell – Was soll ich als Bürger mit meiner Heizung machen?

Letzte Woche standen an dieser Stelle Tipps für Bürger für eine Entscheidung zur Heizungserneuerung. Allerdings beruhten diese auf dem Gebäudeenergiegesetz von 2024. Und genau in der letzten Woche wurde ein Vorschlag für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) veröffentlicht! Als Hauptargumente für die Änderung wurden genannt: Technologieoffenheit und Wegfall von Auflagen zur Nutzung von erneuerbaren Energien (sog. 65%-Regel). Der genannte Vorteil für uns Bürger: Es gibt aktuell keine Pflicht zum Austausch funktionierender Heizungen, Gas- und Ölheizungen dürfen weiterhin repariert oder neu eingebaut werden. Allerdings wird zur Einhaltung gesetzlicher Anforderungen an die Klimaneutralität bis 2045 eine neue „Bio-Treppe“ für fossile Heizungen gefordert. Anstatt eines harten Verbots soll es eine verpflichtende Beimischung „klimafreundlicher Brennstoffe“ geben: ab 2028 1 %, ab 2029 10 % Bio-Gas, zunehmend bis 2040. Trotz der Lockerungen sollen die Inhalte und Fristen für die kommunale Wärmeplanung bestehen bleiben, für unsere Gemeinde also bis zum 30. Juni 2028. Während die Immobilienwirtschaft die Wahlfreiheit und die Investitionssicherheit in bestehende Heizungen begrüßt, warnt unser BUND vor einer Kostenfalle. Durch den Emissionshandel mit steigenden CO2-Preisen (65 €/t in 2026) drohen Haushalten, die weiterhin auf fossile Brenner setzen, langfristig massiv steigende Betriebskosten, insbesondere die geringe Verfügbarkeit von Biomethan, Bio-Öl oder Wasserstoff. Problematisch ist, daß zur Herstellung der Bio-Brennstoffe u.a. mehr Mais auf unseren Feldern angebaut werden muss und damit die Diskussion „Tank oder Teller“ wieder eröffnet wird. Biokraftstoffe und grüner Wasserstoff werden Nischenprodukte bleiben, die wir, sollten sie einmal in größerem Stil mit erneuerbaren Energien produziert werden, für unsere Industrie, vor allem für Verkehr und Produktion von grünem Stahl, brauchen werden. Sie werden dem Heizungssektor sicher nicht als erstes zur Verfügung stehen und wenn, dann nur zu sehr hohen Kosten. Letztlich werden die Öl- und Gasheizungen so und aufgrund steigender CO2-Preise langfristig unwirtschaftlich, während moderne Alternativen wie Wärmepumpen weiterhin staatlich hoch gefördert werden. Unser Rat bleibt nach wie vor bestehen: lieber frühzeitig in eine effiziente und klimafreundliche Heizung investieren, als die unvorhersehbaren Kostensteigerungen einer fossilen Heizung in Kauf nehmen!