Moment mal | 20.03.2026
Am kommenden Sonntag ist Palmsonntag. Dieser Sonntag hat seinen Namen daher, dass vor 2000 Jahren die Menschen in Jerusalem Palmblätter von den Bäumen rissen und damit zur Begrüßung Jesu wedelten und sie legten Kleidungsstücke auf den Boden, über die Jesus auf einem Esel nach Jerusalem hineinritt.
Es ist mehr als 40 Jahre her, dass ich acht Monate in Jerusalem Theologie studiert habe. Das Studienprogramm war der Dormitio, einem deutschen Benediktinerkloster, angegliedert. Wir Studierenden nahmen regelmäßig an den Tagesgebeten und den katholischen Gottesdiensten teil.
Am Palmsonntag bekamen wir Gottesdienstbesucher Palmzweige, mit denen wir den Einzug Jesu in Jerusalem feierten. Diese Palmzweige hatten aber noch eine weitere Aufgabe. Sie wurden im Osterfeuer verbrannt. Die Asche wurde aufgehoben und kam am Aschermittwoch des folgenden Jahres zum Einsatz.
Jeder im Gottesdienst an Aschermittwoch ging nach vorne und bekam mit der Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet.
Dieses Kreuz erinnert zum einen an die zeitliche Begrenztheit meines Lebens. Und es steht für den Beginn der Fastenzeit. Und es deutet auf die Erlösung hin: Denn Jesus hat durch den Tod am Kreuz alle Menschen erlöst.
Wir bedenken unsere Schuld vor Gott und bitten ihn um Verzeihung. Wir bereiten uns vor auf das Leiden Christi, der am Kreuz für uns die Schuld auf sich genommen hat.
So wurde das ganz spürbar und sichtbar:
Jesu Kreuz gilt mir.
Ganz persönlich.
Ich wünsche Ihnen einen intensiven Weg vom Palmsonntag durch die Karwoche hin zum Licht von Ostern.
Seien Sie herzlich gegrüßt
Reinhild Prautzsch, Pfarrerin im Ehrenamt, Langensteinbach