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Redaktionelle Berichte | 24.03.2026

Ameisenart Tapinoma magnum in Karlsbad erstmals nachgewiesen

Hinweise zum Vorgehen

In Karlsbad wurde die Ameisenart Tapinoma magnum erstmals nachgewiesen.
Um ihre weitere Verbreitung besser einordnen und bei Bedarf begrenzen zu können, ist ein abgestimmtes Vorgehen hilfreich.

Allgemeine Informationen

Tapinoma magnum hat ihren Ursprung im Mittelmeerraum und wird seit einigen Jahren vermehrt auch in Süddeutschland festgestellt. Unter günstigen Bedingungen kann sie sich in Siedlungsbereichen etablieren und dabei auch bauliche Strukturen beeinflussen.

Die Art nistet überwiegend im Boden, insbesondere in sandigen Bereichen oder unter Pflasterflächen. Bei passenden Voraussetzungen können die Tiere auch in Gebäude eindringen.

Typischerweise bildet diese Ameisenart größere Kolonien mit mehreren Königinnen.
Dabei können zahlreiche Nester miteinander verbunden sein und sich über größere Flächen erstrecken. Solche Verbünde umfassen oft sehr viele Individuen. Dies begünstigt ihre Ausbreitung und erschwert eindämmende Maßnahmen.

Daher ist es sinnvoll, neue Vorkommen möglichst früh zu erkennen.

Erkennungsmerkmale

Eine sichere Unterscheidung von anderen Ameisenarten ist wichtig, bevor Maßnahmen ergriffen werden.

Farbe und Größe
Die Tiere sind durchgehend schwarz gefärbt. Die Arbeiterinnen werden etwa 2 bis 4 Millimeter groß und können innerhalb eines Vorkommens unterschiedlich groß sein.
Gleich große Tiere deuten häufig auf andere einheimische Arten hin.

Verhalten
Bei Störungen sind oft viele Ameisen gleichzeitig aktiv. Zudem treten häufig mehrere Nester in räumlicher Nähe auf.

Laufwege
Die Ameisen bewegen sich meist auf deutlich sichtbaren, breiteren Wegen, auf denen viele Tiere gleichzeitig unterwegs sind.
Die einheimischen unproblematische Arten bewegen sich einspurig.

Geruch
Beim Zerdrücken kann ein süßlich-chemischer Geruch wahrgenommen werden, der an Lösungsmittel, Minze oder Zitrus erinnern kann.

Puppen
Die Puppen liegen frei und sind nicht von einem Kokon umgeben. Körperstrukturen sind dabei bereits gut erkennbar.

Verdachtsfälle melden

Beobachtungen aus der Bevölkerung tragen dazu bei, die Verbreitung besser zu erfassen.

1. Fotos aufnehmen
Platzieren Sie ein kleines Blatt Karopapier (ca. 5 cm) mit einem zuckerhaltigen Lockstoff wie Honig oder Sirup in der Nähe eines Nesteingangs oder einer Ameisenstraße.
Nach kurzer Zeit sammeln sich dort meist mehrere Tiere. Fotografieren Sie diese aus verschiedenen Perspektiven (von oben und von der Seite).

2. Bilder überprüfen lassen
Senden Sie die Fotos zusammen mit Angaben zum Fundort an das Forschungsprojekt „Tapinoma“ der Naturkundemuseen Stuttgart und Karlsruhe:
tapinoma(@)smns-bw.de
Sie erhalten eine Rückmeldung zur Artbestimmung.

3. Fund melden
Bestätigte Nachweise sollten zusätzlich an die Gemeinde Karlsbad gemeldet werden:
E-Mail: umweltamt@karlsbad.de
Telefon: 07248-9144-800

Bitte geben Sie Ihre Kontaktdaten sowie die Fotos an.


Hinweise zum Umgang

Der Umgang mit Tapinoma magnum erfordert je nach Situation unterschiedliche Maßnahmen.

Insektizide
Der eigenständige Einsatz von chemischen Mitteln ist nicht zu empfehlen.
Handelsübliche Produkte wirken bei großen Kolonien oft nur eingeschränkt und können zudem andere Insekten beeinträchtigen.
Fachbetriebe sind hier die geeigneten Ansprechpartner.

Hausmittel
Substanzen wie Essig, Zimt oder Natron können kurzfristig wirken, führen jedoch in der Regel nicht zu einer dauerhaften Lösung.

Heißwasser
Bei frei zugänglichen Nestern kann heißes Wasser eingesetzt werden, um die Anzahl der Ameisen zu verringern.
Dabei ist auf mögliche Schäden an Pflanzen sowie auf die eigene Sicherheit zu achten.

Kieselgur
Dieses Pulver entzieht den Ameisen Feuchtigkeit und wird vor allem in Innenräumen oder geschützten Bereichen eingesetzt.
Der entstehende Staub sollte nicht eingeatmet werden.

Nematoden
Mikroskopisch kleine Fadenwürmer können im Boden angewendet werden und beeinflussen die Entwicklung der Ameisenlarven.
Sie gelten als unbedenklich für Menschen und Haustiere und eignen sich insbesondere für Grünflächen.

Vorbeugende Maßnahmen

Mit einfachen Schritten lässt sich eine weitere Ausbreitung erschweren:

Pflanzen kontrollieren
Ameisen können über Pflanzgefäße eingeschleppt werden. Prüfen Sie daher Wurzelballen und Töpfe vor dem Einbringen sorgfältig.

Nahrungsquellen reduzieren

Müllbehälter gut verschließen
Keine organischen Abfälle im Garten lagern
Blattläuse bei Befall reduzieren
Barrieren wie Leimringe oder Kieselgur regelmäßig erneuern
Grünschnitt richtig entsorgen
Da Ameisen häufig im Wurzelbereich nisten, sollte Schnittgut vor der Entsorgung kontrolliert werden.
Rückschnittarbeiten bieten sich besonders in den Wintermonaten an, wenn die Aktivität der Tiere geringer ist.
Gartenabfälle sollten ausschließlich über vorgesehene Sammelstellen entsorgt werden

Die Gemeinde Karlsbad hat zu dem Thema einen speziellen Link auf ihrer Webseite eingerichtet:

https://www.karlsbad.de/ameisenart-tapinoma

Tapinoma Magnum - Foto: Naturkundemuseum BW
Tapinoma Magnum - Foto: Naturkundemuseum BW