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Redaktionelle Berichte | 07.04.2026

Geförderter Glasfaserausbau geht in die nächste Runde

Spatenstich in Spielberg

Die im letzten Jahr begonnen Ausbautätigkeiten in Auerbach und Mutschelbach gehen langsam dem Ende zu. Aktuell finden noch finale Glasarbeiten statt. Am 1.4.26 erfolgte dann auch für Spielberg als dritten Karlsbader Ortsteil der feierliche Spatenstich für den flächendeckenden Ausbau.

Neben der ausbauenden Firma Netze BW war auch Ragnar Watteroth - kaufmännischer Geschäftsführer der Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH sowie für den Bund Projektträger Felix Mach (aconium GmbH) anwesend. Das Land Baden-Württemberg vertrat Katharina Manthey (Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen). Von der Gemeinde nahmen Bürgermeister Björn Kornmüller, Ortsvorsteher Joachim Karcher, Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie Mitarbeiter/innen aus der Verwaltung teil. Die künftigen Mitglieder des Landtages – Lorenzo Saladino (CDU) und Kai Keune (Bündnis 90/Grüne) waren ebenfalls vor Ort.

Baustart durch die Netze BW war bereits im Februar 2026. Durch rund 4,35 Mio. € Förderung von Bund und Land ist es möglich, den Ortsteil flächendeckend mit dem zukunftsfähigen Medium Glasfaser ausbauen zu können.

Moderne und digitale Kommune als Ziel

Bürgermeister Kornmüller bezeichnet den Ausbau als weiteren Schritt in die richtige Richtung hin zu einer modernen, digitalen Gemeinde. Die Digitalisierung komme immer mehr im Alltag der Bürgerinnen und Bürger an. „Mit dem Spatenstich in Spielberg startet nun schon der dritte Ortsteil der Gemeinde Karlsbad in den flächendeckenden Ausbau. Von den rund 520 möglichen Hausanschlüssen wurden bisher 383 bei der Netze BW beauftragt. Die Maßnahme stellt eine einmalige Chance für die Bürgerinnen und Bürger in Spielberg dar. Sie können sich einen zukunftsfähigen Hausanschluss ohne weitere Kosten sichern. Dies verdanken wir vor allem auch den Fördergebern von Bund und Land, die den Ausbau mit 90 % unterstützen.“

Übernahme der Kosten für „Homes Passed“-Anschlüsse

Auch die sogenannten „Homes Passed“ – Adressen sollen beim Ausbau in Spielberg mit angeschlossen werden. Diese sind laut Fördergeber wegen bereits vorhandener Infrastruktur vor dem Grundstück von der Förderung ausgeschlossen. Die Gemeinde Karlsbad hat sich dazu entschieden, die Kosten der Anschlüsse zu übernehmen. Voraussetzung ist jedoch der schnelle Abschluss eines Vertrags zur Versorgung durch den Netzbetreiber inexio. Man muss diesen der Gemeinde dann auch vorlegen. Auch dafür haben die Netze BW bereits alle Informationen an die betroffenen Bürgerinnen und Bürger versendet.

Situation nach Rückzug der Deutschen Glasfaser

Für den Ausbau in den Ortsteilen Ittersbach und Langensteinbach hat die Gemeinde ergänzend eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Glasfaser für einen flächendeckenden eigenwirtschaftlichen Ausbau abgeschlossen. Leider ist dieses Modell fehlgeschlagen. Die Deutsche Glasfaser hat gerade letzte Woche einen vorläufigen Ausbaustopp verkündet. In den nächsten 2 Jahren soll kein weiterer Ausbau im Landkreis Karlsruhe begonnen werden. Damit ist der eigenwirtschaftliche Ausbau gescheitert. „Das ist der Bevölkerung schwer zu vermitteln“, so Kornmüller. Jetzt liegt es wieder bei der kommunalen Seite, Lösungen für einen flächendeckenden Ausbau zu finden. Die vorhandenen Förderbescheide müssen nun von Bund und Land ausgeweitet und geöffnet werden. Es gehe darum, nicht das gesamte Vertrauen zu verspielen.

Die Gemeinde muss daher den Ausbau in den verbleibenden Ortsteilen abermals neu bewerten. Dabei hofft sie auf die Unterstützung des Bundes. In Ittersbach wird gerade bereits eine Maßnahme geplant. Bei dieser sollen die schwer erschließbaren Außen- und Randlagen an das kommunale Glasfasernetz angeschlossen werden. Kornmüller bedankte sich abschließend bei allen am Projekt Beteiligten sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und Ragnar Watteroth.

Trassenlängen und Nutzerzahlen steigen

Ragnar Watteroth informierte zu weiteren Ausbauzahlen. Wegen früherer Maßnahmen gibt es bereits rd. 7.000 Meter Trasse. Man kann diese beim aktuellen Ausbau nutzen. Ca. 8.000 Meter Neubau und das Stellen von 5 weiteren Verteilern ist noch notwendig, bevor auch Spielberg als flächendeckend mit Glasfaser versorgt gilt. Aktuell wird mit der Fertigstellung des Ausbaus zum Jahresbeginn 2028 gerechnet.

„Bereits in früheren Maßnahmen konnten durch zwölf Landesbescheide und zwei Maßnahmen innerhalb der Weißen-Flecken-Bundesförderung durch rd. 2,64 Mio. Förderung rund 600 Hausanschlüsse hergestellt werden. Insgesamt nutzen Stand März 2026 in der Gemeinde Karlsbad über 1.000 Kundinnen und Kunden aktiv die kommunale Glasfaser.“, so Ragnar Watteroth weiter. Besonders erfreulich sei die steigende Tendenz. Der Bedarf nach einer schnellen, stabilen und leistungsfähigen Internetverbindung wächst immer weiter: „Dies zeigt sich auch in den vorangegangenen Maßnahmen in Auerbach und Mutschelbach wo wir insgesamt knapp 800 Hausanschlüsse beauftragt haben“.

Landkreis und Kommunen sorgen mit Breitband GmbH für Verlässlichkeit

Mit Spielberg werde nun der dritte Karlsbader Ortsteil nach einem verlässlichen Zeitplan im geförderten Ausbau umgesetzt. „Die Kommune und der Gemeinderat haben diesen Zeitplan früh festgelegt und wir sind pünktlich unterwegs", so betonte Watteroth. Das Projekt stehe für Verlässlichkeit, für Zusammenarbeit und für den klaren Willen, die digitale Infrastruktur unabhängig von kurzfristigen Marktentscheidungen voranzubringen. Er bedankte sich bei den Fördergebern von Bund und Land, die dieses Projekt mit erheblichen Mitteln ermöglichen. Außerdem bedankte er sich bei der Gemeinde Karlsbad für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Deutliche Worte fand er für das Verhalten der Deutschen Glasfaser: „Für die Ortsteile Ittersbach und Langensteinbach war ursprünglich ein eigenwirtschaftlicher Ausbau geplant. Dieses Modell ist gescheitert. Der Rückzug der Deutschen Glasfaser aus dem Landkreis Karlsruhe zeigt deutlich, dass wirtschaftlich getriebene Ausbauversprechen die notwendige Verlässlichkeit fehlt. Für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger bedeutet das vor allem eines: Enttäuschung und verlorenes Vertrauen in den privaten Ausbau“. Und genau hier werde deutlich, wie wichtig eine starke kommunale Verantwortung und verlässliche Förderstrukturen sind. Die Menschen vor Ort dürften mit solchen Entwicklungen nicht allein gelassen werden. Landrat Dr. Schnaudigel hat Bundes-Digital-Minister Herrn Dr. Karsten Wildberger angeschrieben. Er bittet ihn, hier eine schnelle und einfache Lösung für die betroffenen Kommunen aufzuzeigen (siehe Rubrik „Landkreisinformationen“).

Land und Bund fördern mit

Katharina Manthey (Land Baden-Württemberg): „Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in Spielberg ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem flächendeckenden und leistungsfähigen Breitbandnetz in Baden-Württemberg. Schnelle und zuverlässige Internetverbindungen sind heute unerlässlich, um wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Teilhabe in allen Regionen des Landes sicherzustellen. Mit dem heutigen Spatenstich machen wir einen großen Schritt und schaffen hier die Grundlage für zukunftssichere Glasfaseranschlüsse. Projekte wie dieses sind entscheidend, um Baden-Württemberg als starken und innovativen Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. Und um das Land weiter lebenswert zu gestalten.“ Projektträger Felix Mach (aconium GmbH) freute sich für den Bund als Fördergeber über das Projekt in Spielberg.

Kostenlose Hausanschlüsse noch möglich

„Die Hausanschlüsse können für den Eigentümer kostenlos erstellt werden. Allerdings muss man dafür einen Hausanschlussvertrag bei der Netze BW beantragen“, so Niklas Brück – Leiter Breitband Nord von Netze BW. Die Anschreiben mit allen weiteren Informationen wurden bereits versendet. Kontakt E-Mail: TK_Hausanschluss_Nord@Netze-BW.de.

Spatenstich für den geförderten Breitbandausbau in Karlsbad-Spielberg. Foto: Gemeinde Karlsbad
Spatenstich für den geförderten Breitbandausbau in Karlsbad-Spielberg. Foto: Gemeinde Karlsbad