Bürgerenergie | 09.04.2026
In Deutschland sind mehrere Millionen Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern im Einsatz. Diese Heimspeicher laden in der Regel dann, wenn die PV-Anlage mehr Strom erzeugt, als im eigenen Haushalt aktuell verbraucht wird. An sonnigen Tagen im Sommerhalbjahr kann dies bereits in den Morgenstunden der Fall sein. Häufig ist der Speicher dann schon um die Mittagszeit vollständig geladen, sodass überschüssiger Strom anschließend in das öffentliche Netz eingespeist wird. Aus Sicht des einzelnen Haushalts stellt dieses Verhalten eine sinnvolle und wirtschaftlich optimale Strategie dar, da der Eigenverbrauch maximiert wird.
Aus Perspektive des Gesamtsystems ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Wenn viele Speicher bereits am Vormittag geladen werden, kann dies dazu führen, dass weiterhin konventionelle, insbesondere fossile Kraftwerke benötigt werden, um die Stromnachfrage zu decken. Gleichzeitig kommt es vor allem im Frühjahr und Sommer regelmäßig zu Situationen, in denen mehr Solarstrom erzeugt wird, als aktuell nachgefragt wird. Diese Überschüsse treten typischerweise in den Mittagsstunden zwischen etwa 11:00 und 15:00 Uhr auf.
In diesen Zeitfenstern steigt der Aufwand für die Netzbetreiber, das Gleichgewicht zwischen Stromangebot und -nachfrage aufrechtzuerhalten. Häufig führt dies dazu, dass Erzeugungsanlagen gedrosselt werden müssen und potenziell nutzbare erneuerbare Energie verloren geht.
Im Idealfall würden private Heimspeicher systemdienlich in den Netzbetrieb integriert. Eine intelligente Steuerung könnte dafür sorgen, dass die Speicher über den Tagesverlauf hinweg gezielt geladen werden und insbesondere während der Mittagsstunden noch freie Kapazitäten zur Verfügung stehen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass die Bedürfnisse der Speicherbesitzer berücksichtigt werden. Dadurch ließen sich Einspeisespitzen reduzieren und mehr erneuerbarer Strom im System nutzen. Die Kosten der Stromerzeugung und –Verteilung könnten dadurch für alle sinken.
In der Praxis ist eine solche netzdienliche Fahrweise bislang jedoch nur eingeschränkt möglich. Eine wesentliche Voraussetzung dafür sind intelligente Messsysteme („Smart Meter“) sowie entsprechende Steuerungs- und Kommunikationsinfrastrukturen, die derzeit noch nicht flächendeckend verfügbar sind.
Einige Anbieter von Heimspeichern, darunter Sonnen GmbH, Tesla und E3/DC, bieten bereits heute Lösungen für eine netzdienliche Be- und Entladungsstrategie an. Wirtschaftlich profitieren davon insbesondere die Netzbetreiber, da der Bedarf an konventionellen Kraftwerken reduziert werden kann. Die daraus entstehenden Kosteneinsparungen können perspektivisch genutzt werden, um Betreiber von Speichern für ihre systemdienliche Flexibilität zu vergüten.
In Deutschland haben laut EON erst 4% der Haushalte ein Smart Meter eingebaut. Der EU Durchschnitt liegt bei 60 – 65%. In der EU gehört Deutschland zu den Schlusslichtern.
Quelle: Enlit.
Wie in der Vergangenheit wollen wir auch in Zukunft an dieser Stelle alle Bürgerinnen und Bürger von Karlsbad informieren, wie die Faktenlage ist und wie jeder an der EnergieWende mitwirken kann.
Haben Sie Fragen oder möchten Sie mehr über eine Bürgerenergiegenossenschaft wissen, dann sprechen Sie uns an, via email an buergerenergie@karlsbad.de
Erneuerbare Energien treiben uns an!
Ihr Arbeitskreis Bürgerenergie
Kontakt per email: buergerenergie@karlsbad.de