Landkreisinformationen | 21.04.2026
Der Landkreis Karlsruhe ist bestrebt, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreisgebiet weiter zu verbessern. Neben einem optimierten Linienangebot und neuen On-Demand-Verkehren wird insbesondere auch der Ausbau der Elektromobilität konsequent vorangetrieben. Der Verwaltungsausschuss hat in seiner Sitzung, die am Donnerstag, 16. April, im Panoramasaal der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft stattfand, zentrale Beschlüsse gefasst. Im Fokus standen die Vergabe der Verkehrsleistungen im Linienbündel Bruchsal Nord sowie der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrobusse.
Das Gremium hat beschlossen, die Verkehrsleistungen im Linienbündel Bruchsal Nord ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 an den wirtschaftlichsten Bieter, die Firma Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH, zu vergeben. Das Linienbündel umfasst jährlich rund 28.500 Fahrplanstunden auf den Linien 130 bis 140 im Raum Bruchsal, Ubstadt-Weiher, Bad Schönborn, Kronau und Östringen. Im Zuge der Neuvergabe wurden die Verkehre auch neu strukturiert und insbesondere die Anschlüsse an den Schienenverkehr verbessert. Ergänzend wird der On-Demand-Verkehr MyShuttle eingeführt. Dieser startet zum Fahrplanwechsel 2026 mit einem Bediengebiet in Bad Schönborn, Kronau, Weiher und Östringen. Für die Fahrgäste steht dieser in den Abend- und Nachtstunden bereit. Dafür wurden Fördermittel des Landes in Höhe von bis zu 785.000 Euro bereitgestellt. Im Busbetrieb ist zudem ein schrittweiser Einsatz von Elektrobussen vorgesehen: Ab dem zweiten Betriebsjahr kommen zunächst neun, ab dem dritten Betriebsjahr insgesamt zwölf Fahrzeuge zum Einsatz. Für einen Teil der Fahrzeuge wurde bereits eine Bundesförderung von bis zu 716.000 Euro bewilligt.
Parallel zur Vergabe hat der Verwaltungsausschuss beschlossen, die notwendige Ladeinfrastruktur zu errichten und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt. Als Standort wurde ein Grundstück in Ubstadt-Weiher gefunden, dessen Erwerb vom Ausschuss begrüßt wurde. Der Standort eignet sich aufgrund seiner Lage und vorhandener Anschlüsse besonders für den Betrieb.
Die Gesamtkosten für den Ladeinfrastrukturstandort werden derzeit auf rund 3,5 Millionen Euro geschätzt. Für die Finanzierung sollen Fördermittel beantragt werden. Die Infrastruktur soll ab Oktober 2027 zur Verfügung stehen, sodass der Einsatz der Elektrobusse planmäßig starten kann.
Das Gremium nahm in der Sitzung auch die allgemeine Entwicklung der E-Mobilität im ÖPNV in den Blick und wie diese weiter gestärkt werden kann. Bereits seit 2019 verfolgt der Landkreis konsequent das Ziel, den Busverkehr auf emissionsfreie Elektrobusse umzustellen. Um auch kleineren und mittleren Verkehrsunternehmen die Teilnahme an Ausschreibungen zu ermöglichen, setzt der Landkreis auf ein zentrales Infrastrukturmodell. Dieses hat sich bewährt und wurde auf Landes- und Bundesebene mehrfach als „Best Practice“ ausgezeichnet.
Bereits realisierte und laufende Projekte gibt es unter anderem in Ettlingen. Seit 2021 besteht ein Standort mit zehn Ladepunkten. Stutensee ist als zweiter Standort seit 2025 eingerichtet, seit Anfang 2026 werden dort alle Elektrobusse zuverlässig geladen. Weitere Strukturen werden in Karlsbad geschaffen: Baubeginn für den neuen Standort mit sechs Ladepunkten ist im Juni 2026. Für die Linienbündel Bruchsal Nord und Kraichtal werden zusätzliche Standorte vorbereitet. Für das besonders große Linienbündel Lußhardt wird frühzeitig nach geeigneten Flächen gesucht, da hier eine leistungsstarke Infrastruktur erforderlich ist. Durch die zentrale Bereitstellung der Ladeinfrastruktur schafft der Landkreis faire Wettbewerbsbedingungen, vermeidet Monopolstrukturen und reduziert Kostenrisiken für Verkehrsunternehmen. Gleichzeitig profitieren Fahrgäste und Anwohner von leiseren und klimafreundlicheren Verkehren. Mit dem weiteren Ausbau der Infrastruktur setzt der Landkreis konsequent seinen Kurs in Richtung nachhaltiger und zukunftsfähiger Mobilität fort.