Moment mal | 21.04.2026
Vom Anfang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn. Psalm 113
Vielleicht geht es Ihnen genauso: Wenn ich diese Zeile lese, klingt in mir gleichzeitig die Melodie des Kanons mit. Ein großer Lobgesang ist das. Er bildet mit dem An-und Abstieg der Tonhöhe den Lauf der Sonne nach. Die Sonne, die jeden Morgen wieder aufgeht. Unserem Tag Licht und Wärme schenkt. Und am Abend zieht sie sich zurück und versinkt am Horizont. Zurzeit mit spektakulärem Farbenspiel. Jeden neuen Tag bekommen wir von Gott geschenkt. Wir dürfen neu anfangen in einem noch frischen Morgen, können den Tag gestalten und nach Spuren Gottes im Alltag suchen. Und wir können sie finden: Im Tau auf Grashalmen, in denen sich das Sonnenlicht bricht. In den Frühlingsblumen in den Gärten. Im Loblied der Amsel. In einem guten Gespräch, in einem Lächeln, in einer liebevollen Geste. Wenn wir darauf achten und sie als Geschenk annehmen, dann loben wir den Namen des Herrn. Wenn uns etwas Schönes begegnet, fällt es uns leicht, danke zu sagen. Mit dem Herzen oder dem Mund. Es gibt aber auch die dunklen Stunden. Wenn wir uns Sorgen machen, Schmerzen haben oder wenn wir uns einsam fühlen. Da fällt es uns nicht so leicht, das Loblied. Wie gut, dass wir auch das Gott sagen können. Im Vertrauen, dass er auch unsere Klage hört und bei uns bleibt bei Tag und in der Nacht. Wenn wir am Abend den Tag wieder in Gottes Hände zurücklegen.
Stefanie Fischer-Steinbach, ev. Klinikseelsorge im KKL