Bürgerenergie | 20.04.2026
In Deutschland sind noch immer viele ältere Stromzähler im Einsatz – die klassischen schwarzen Kästen im Zählerschrank, sogenannte Ferraris-Zähler. Diese mechanischen Geräte erfassen lediglich die bezogene Strommenge. Sie können zwar technisch sowohl vorwärts als auch rückwärts laufen, unterscheiden aber nicht zwischen Strombezug aus dem Netz und Einspeisung ins Netz.
Mit dem zunehmenden Ausbau von Photovoltaikanlagen in Privathaushalten wurde diese Unterscheidung jedoch notwendig. Deshalb begann die Umstellung auf digitale Zweirichtungszähler. Sie messen getrennt, wie viel Strom aus dem Netz bezogen und wie viel eingespeist wird.
Moderne Messeinrichtungen erfassen den Stromverbrauch in der Regel in 15-Minuten-Intervallen. Diese Daten werden jedoch nicht automatisch übertragen. Dafür ist eine zusätzliche Kommunikationseinheit erforderlich – das sogenannte Smart-Meter-Gateway.
Erst die Kombination aus digitalem Stromzähler und Smart-Meter-Gateway wird als „intelligentes Messsystem“ oder kurz Smart Meter bezeichnet. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt, meist über eine integrierte Mobilfunkverbindung.
Deutschland hat bei der Einführung besonders hohe Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit gestellt. Die entsprechenden Standards wurden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) definiert und gehören zu den strengsten in Europa. Diese hohen Anforderungen gelten als einer der Hauptgründe für die verzögerte Einführung.
Zusätzlich können intelligente Messsysteme mit Steuerungseinrichtungen kombiniert werden. Damit ist es Netzbetreibern möglich, bestimmte steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen, Wallboxen oder Batteriespeicher zeitweise zu regeln. Ziel ist es, Netzüberlastungen zu vermeiden. Verbraucher erhalten im Gegenzug finanzielle Anreize, wobei vertraglich zugesichert wird, dass der Komfort möglichst nicht beeinträchtigt wird.
Inzwischen kommt der Einbau von Smart Metern auch in Deutschland spürbar voran. Dennoch stellt sich die Frage, warum der Einführung so lange gedauert hat.
Ein Blick auf die Entwicklung zeigt die Gründe:
Andere EU-Länder begannen bereits ab etwa 2010 mit der Einführung. Dort waren die Sicherheitsanforderungen oft weniger streng und der Funktionsumfang teilweise geringer. Dadurch konnten sie die EU-Ziele deutlich schneller erreichen, während Deutschland lange Zeit noch mit regulatorischen und technischen Details beschäftigt war.
Wie in der Vergangenheit wollen wir auch in Zukunft an dieser Stelle alle Bürgerinnen und Bürger von Karlsbad informieren, wie die Faktenlage ist und wie jeder an der EnergieWende mitwirken kann.
Wir tun das übrigens auch gerne vor Ort und persönlich. Neben regelmässigen Info-Ständen, z.B. bei verkaufsoffenen Sonntagen, kommen wir auch zu Ihnen als Verein, Gruppe oder Initiative. Am Freitag den 17. April 2026 hatten wir z.B. einen Auftritt beim BUND Ortsverein Mittleres Albtal in Waldbronn. Nach einem Vortrag zur BürgerEnergieGenossenschaft (BEG) kam es zu einer regen Diskussion und interessanten Fragen. Eine runde Sache - mit win-win auf beiden Seiten.
Ansonsten gilt: Haben Sie Fragen oder möchten Sie mehr über eine Bürgerenergiegenossenschaft wissen, dann sprechen Sie uns an, via email an buergerenergie@karlsbad.de
Erneuerbare Energien treiben uns an!
Ihr Arbeitskreis Bürgerenergie