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Landkreisinformationen | 27.04.2026

Baum des Jahres 2026 - Landrat Dr. Schnaudigel pflanzt Zitterpappel im Gemeindewald Dettenheim

Mit der traditionellen Pflanzung des „Baumes des Jahres“ hat der Landkreis Karlsruhe auch 2026 ein sichtbares Zeichen für den Wald- und Naturschutz gesetzt. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel pflanzte am Freitag, 24. April im Gemeindewald Dettenheim gemeinsam mit Bürgermeister Frank Bolz sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Forst eine Zitterpappel (Populus tremula), den diesjährigen Baum des Jahres. Anlässlich des bundesweiten Tages des Baumes am 25. April machte der Landrat damit auf die zentrale Bedeutung unserer Wälder aufmerksam.

„Die Pflanzung des Baumes des Jahres ist für mich eine schöne und zugleich wichtige Tradition. Sie rückt unsere Wälder in den Mittelpunkt und macht auf ihre Bedeutung für Klima, Artenvielfalt und Lebensqualität aufmerksam“, betonte Landrat Dr. Schnaudigel.

Die Wälder im Landkreis Karlsruhe haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewandelt. Sie sind laubholzreicher und naturnäher geworden, Mischwälder haben zugenommen und die Bestände sind insgesamt vielfältiger und stabiler als noch vor 35 Jahren. Auch Totholzvorräte sind gestiegen, und rund die Hälfte der Waldfläche gilt inzwischen als naturnah oder sehr naturnah. Gleichzeitig stehen die Wälder zunehmend unter Druck: Klimatische Veränderungen und häufigere Extremwetterereignisse – insbesondere warme und trockene Sommer in der Oberrheinebene – stellen Waldbesitzer und Forstleute vor große Herausforderungen.

Mit der Zitterpappel wurde eine Baumart gewählt, die diesen Herausforderungen in besonderer Weise begegnen kann. Sie gehört zu den sogenannten Pionierbaumarten, die ein großes Verbreitungsgebiet haben, mit unterschiedlichsten Bodenverhältnissen zurechtkommen und auch große Kahlflächen schnell besiedeln können. Damit spielt sie eine wichtige Rolle bei der Wiederbewaldung. Zugleich zählt sie zu den ältesten heimischen Baumarten.

Ökologisch ist die Zitterpappel von hoher Bedeutung: Sie dient über 100 Insektenarten – darunter zahlreiche Schmetterlinge – als Nahrungsquelle und trägt damit wesentlich zur Biodiversität in den Wäldern bei. Ihren Namen verdankt sie den charakteristischen Blättern: Diese sitzen an langen, abgeflachten Stielen und beginnen schon bei leichtem Wind zu „zittern“ – daher auch der bekannte Ausspruch „Zittern wie Espenlaub“.

Das Holz der Zitterpappel ist besonders leicht und weich und wurde früher vor allem zur Herstellung von Streichhölzern verwendet. Heute findet es unter anderem als Sperrholz, in der Papierproduktion oder im Saunabau Verwendung. Auch medizinisch ist die Baumart interessant: Ihre Rinde enthält Salicin, einen Wirkstoff mit schmerz- und entzündungshemmender Wirkung.

Die Auswahl des Baumes des Jahres erfolgt jährlich durch das Kuratorium „Baum des Jahres“ gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und weiteren Fachorganisationen. Ziel ist es, auf die Bedeutung einzelner Baumarten aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für den Schutz und die Entwicklung der Wälder zu stärken.