Redaktionelle Berichte | 19.05.2026
Unser Wald erneuert sich zu einem großen Teil aus eigener Kraft. Viele Bäume wachsen hier durch natürliche Verjüngung nach. Das heißt, sie säen sich selbst aus und entwickeln sich fast ohne menschliches Zutun. Besonders Baumarten wie Buche, Fichte oder Ahorn wachsen so in millionenfacher Menge nach.
Dennoch reicht das es allein nicht aus: Um die Vielfalt zu erhöhen und den Wald klimafit zu machen, pflanzen wir zudem gezielt Baumarten, die bisher selten vorkommen oder sich von allein kaum gegen die oben genannten Baumarten durchsetzen können. Dazu zählen zum Beispiel Eichen, Kirschen, Elsbeeren oder Kastanien.
Wuchshüllen als Schutzmaßnahme
Diese jungen Bäume stehen jedoch vor besonderen Herausforderungen. Sie benötigen viel Licht, wachsen oft langsamer als andere Arten und sind für Wildtiere besonders schmackhaft. Ihre frischen Knospen werden gerne verbissen, was ihr Wachstum erheblich beeinträchtigen oder sogar ganz verhindern kann.
Um ihnen eine faire Chance zu geben, greifen wir zu gezielten Schutzmaßnahmen. Häufig kommen dabei sogenannte Wuchshüllen zum Einsatz. Das sind die weißen Kunststoffröhren, die die jungen Pflanzen umgeben. Sie wirken wie ein kleines Schutzhaus: Im Inneren entsteht wie in einem Gewächshaus ein günstiges Mikroklima. Dieses beschleunigt das Wachstum. Gleichzeitig sind die empfindlichen Triebe vor Wildverbiss und Beschädigungen durch Rehe geschützt. Auch für die Pflege im Wald sind die Hüllen hilfreich. Die jungen Bäume können dadurch leichter von den Waldarbeitern wiedergefunden und gezielt freigestellt werden. Dies ist wichtig, da zum Beispiel Farn oder Brombeeren die gepflanzten Bäume auch noch Jahre später überwuchern und zum Absterben bringen können.
Um Mikroplastikeinlagerungen im Waldboden zu verhindern, werden die Wuchshüllen, sobald die Bäume kräftig genug sind, wieder abgebaut. Viele von ihnen können erneut verwendet oder recycelt werden. Gleichzeitig arbeiten wir an neuen Lösungen: Erste Versuche mit biologisch abbaubaren Hüllen, zum Beispiel aus dünnem Holzfurnier, zeigen vielversprechende Ansätze.
Ohne die Wuchshüllen mit ihren vielen positiven Eigenschaften, wäre die Entwicklung eines vielfältigen und widerstandsfähigen Waldes nahezu unmöglich.
Bei weiteren Fragen zur Waldverjüngung und Schutzmaßnahmen schreiben Sie mir eine Email an: Alexander.mohr@landratsamt-karlsruhe.de
