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Redaktionelle Berichte | 05.05.2026

Pflanzaktion am „Ehrlich Eck“ Ittersbach

Am Karsamstag, den 4. April 2026, fand am sogenannten „Ehrlich Eck“ nahe des Industriegebiets Ittersbach eine gemeinsame Pflanzaktion des BUND Ortsverband Mittleres Albtal sowie des NABU Karlsbad-Waldbronn unter der Leitung des Forstamtes Karlsruhe statt.

Am Ehrlich Eck befindet sich ein alter Eichenwald, der ökologisch besonders wertvoll ist. Die Kombination aus altem Baumbestand und dem bereits vorhandenen Heckenstreifen entlang des Weges bietet ein ideales Habitat für zahlreiche Tierarten. Um diesen wertvollen Lebensraum weiter aufzuwerten, wurde im angrenzenden Kiefernbestand ein neuer Waldrand angelegt.

Ein Waldrand soll einen fließenden Übergang von Wiese zu altem Wald schaffen. Im Idealfall befindet sich ganz außen eine Graszone, dann niedrige Hecken und Sträucher, dann größere Hecken, dann kleine Bäume und dann die normalen Waldbäume.

Zum einen erfüllt der neue Waldrand eine wichtige Schutzfunktion für den dahinterliegenden Altbestand. Ein gut strukturierter Waldrand kann nämlich das Risiko von Sturmschäden deutlich verringern.

Zum anderen sind die neuen Sträucher ein Übergangsbereich zwischen Offenland und Wald mit einer hohen Artenvielfalt und dadurch ein perfekter Lebensraum für Kleinsäuger, Insekten und Vögel.

Sie dienen zum Beispiel als Schutz vor Fressfeinden oder sind ein Rückzugsort bei schlechtem Wetter. Zudem brauchen auch viele Vogelarten diese Hecken als Brutplätze. Aber auch viele Kleinsäuger wie Igel oder Mäuse nutzen Hecken gerne als Lebensraum.

Außerdem sind Hecken mit ihren Beeren, Früchten und Blüten regelrechte Buffets für die Tierwelt.

Um eine solch wertvolle Struktur zu schaffen, wurde daher am Ehrlich Eck entlang des Weges auf einer Länge von etwa 40 Metern und einer Tiefe von rund 30 Metern eine buchtenartige Struktur geschaffen, indem einzelne Kiefern entnommen wurden.

Im Anschluss bepflanzten neun freiwillige Helferinnen und Helfer die Fläche mit verschiedenen Straucharten. Ziel ist die Entwicklung eines stufig aufgebauten Waldrandes, der sich durch eine vielfältige Struktur auszeichnet. Direkt am Weg wurden niedrig wachsende Sträucher wie Pfaffenhütchen und Kornellkirsche gesetzt, dahinter folgen Baumhasel und Holunder.

Zum Schutz der jungen Pflanzen vor Wildverbiss wurden Wildschutzgitter angebracht.

In den kommenden Jahren wird die Fläche weiterhin gepflegt werden müssen, da sich die gepflanzten Sträucher gegen konkurrierende Vegetation wie Brombeeren behaupten müssen. Die BUND Ortsgruppe Mittleres Albtal und der NABU Karlsbad-Waldbronn haben bereits ihre Unterstützung bei den notwendigen Pflegemaßnahmen zugesagt.

Ergänzend ist geplant, im Herbst Vogelnistkästen anzubringen, die auch dem langfristigen Monitoring dienen sollen. Zudem ist im Oktober ein weiterer Arbeitseinsatz vorgesehen, bei dem ein Totholzbiotop sowie eine Benjeshecke angelegt werden.

Ein besonderer Dank gilt dem NABU und dem BUND für die fachliche und tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung dieses Projekts.

Für Rückfragen steht Alexander Mohr gerne per E-Mail unter alexander.mohr@landratsamt-karlsruhe.de zur Verfügung. Text: Alexander Mohr, Forstamt Karlsruhe

Foto: Monika Waas
Foto: Monika Waas