Aus der Arbeit des Gemeinderates | 05.05.2026
Grünes Licht gab der Bau- Planungs- und Umweltausschuss für das Anlegen von „Hochgräbern“ im Friedhof Spielberg. Die Maßnahme gehört zur Karlsbader Friedhofsgesamtkonzeption. Diese hat der Gemeinderat am 15. Oktober 2025 nach Vorberatung im Ortschaftsrat Spielberg beschlossen. Aufgrund der speziellen örtlichen Gegebenheiten muss die Fläche noch mit einer Drainage ausgestattet werden. Die Kosten erhöhen sich dadurch von geplanten und im Haushalt eingestellten 300.000 Euro auf 400.000 Euro. Die Baumaßnahme soll schnell beginnen und bis zum Jahresende abgeschlossen werden. Sandra Kapfer vom beauftragten Planungsbüro stadt landschaft plus erklärte die Details.
Das Hochgrabkonzept
Im nördlichen Bereich des Friedhofs sollen Gräber in einem großflächigen Hochgrabfeld angelegt werden. Das ursprünglich geplante Konzept mit mehreren kleineren Hochgräbern wurde aus verschiedenen Gründen verworfen. Im anzulegenden Hochgrabfeld sind besonders Doppelgräber, Rasengräber und Baum- bzw. Urnengräber geplant. Der Zugang zu den Grabfeldern soll über eine gepflasterte Rampe sowie eine geschwungene, wassergebundene Wegedecke erfolgen. Die Zugangswege sollen stufenlos sowie ausreichend breit und damit barrierefrei gestaltet werden. Eine Drainage der Fläche ist wegen der speziellen Situation der Karlsbader Friedhöfe notwendig. Das zentrale Problem ist der hohe Feinporenanteil im Boden. Der Boden führt das Wasser mangelnd ab. Außerdem verursacht er einen Sauerstoffabschluss und eine nicht ausreichende Zersetzung von Leichnamen, Särgen und Textilien. Durch das Anlegen von Hochgräbern und dem Bau eines funktionierenden Drainagesystems sollen diese Probleme gelöst werden. Ein Restrisiko für höhere Baukosten, besonders durch abschnittsweisen ungeeigneten Boden, bleibt jedoch bestehen. Falls nötig, müssen entsprechende Bodenaustausch- oder Bodenverbesserungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Im Zuge der Planung wurde die Situation bereits analysiert sowie unter anderem Schächte und Abwasserleitungen im Umfeld vermessen. Dabei wurde festgestellt, dass man das Konzept von Tiefgräbern (zwei Särge übereinander) nicht umsetzen kann Ursächlich hierfür war die Höhe der anschlussfähigen Abwasserleitung. Diese liegt relativ hoch. Das zunächst geplante Tiefgräberkonzept kann daher wegen fehlenden Gefälles nicht verwirklicht werden. Nur mit einer funktionierenden Drainage können zusätzliche Maßnahmen und Kosten bei Bestattungen vermieden werden. Allerdings ist wegen der schlechten Bodenverhältnisse auch bei abgelaufener Ruhezeit mit nachbestattungsbedürftigen Überresten im Baufeld zu rechnen. Für diese Fälle ist ein Bereich im nordöstlichen Anschluss an die Hochgräberfläche vorgesehen. Die Pflanzplanung umfasst nur Baumarten mit niedriger bis mittlerer Endhöhe (max. ca. 12 m). Außerhalb der Hochgräber werden an einigen Stellen auch höhere und prägende Baumarten mit Endhöhen bis ca. 40 m gepflanzt. Ergänzend sind Klein- und Mittelsträucher vorgesehen. Bei nahezu allen Baum- und Straucharten handelt es sich um Bienenweiden. Dadurch wird die Ökologie gefördert.

Deckensanierung Alte Ittersbacher Straße
Die Firma SUT Straßen- und Umwelttechnik GmbH erhält einen Auftrag über rund 99.700 Euro für die Deckensanierung der Alte Ittersbacher Straße. Diese ist ein wichtiger Verbindungsweg für Forst- und Landwirtschaft. Sie wird außerdem von Sportlern, Radfahrern und Wanderern intensiv genutzt. Die vorhandene Asphaltdecke weist deutliche Risse, Ausmagerungen sowie Unebenheiten auf. Dadurch sind sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Verkehrsqualität deutlich beeinträchtigt. Mit der geplanten Sanierung im „Dünne Schicht im Kalteinbau (DSK) Verfahren“ verbessert man den Fahrbahnzustand. Außerdem verlängert sich die Restnutzungsdauer der Straße. Diese Sofortmaßnahme ist wirtschaftlich sinnvoll. Bei vergleichsweise geringen Kosten verbessert sich der Fahrbahnzustand deutlich. Erreicht wird auch eine ausreichende Ebenheit der Fahrbahn. Dadurch wird die Straße auch für Radfahrer verkehrssicherer. Der Einbau erfolgt vollflächig über die gesamte Fahrbahnbreite. Es entsteht eine neue, geschlossene Fahrbahndecke. Neben der funktionalen Verbesserung verbessert man dadurch auch die Optik der Straße. Die Ausführung erfolgt in zwei zeitlich getrennten Einbauschichten. Bei dem verwendeten Material handelt es sich um ein wassergebundenes Baustoffgemisch. Trotz dieses zweistufigen Aufbaus ermöglicht die DSK-Bauweise eine schnelle und weitgehend witterungsunabhängige Sanierung mit nur geringen Verkehrsbehinderungen. Die Einbauzeit beträgt nur wenige Tage je Schicht. Bisher gab es positive Erfahrungen mit der DSK-Bauweise sowie mit der ausführenden Firma SUT Straßen- und Umwelttechnik GmbH bei den aktuellen Projekten.
Bürgermeister Björn Kornmüller sieht hier insbesondere auch einen wichtigen Beitrag für die Radwegeverbindung innerhalb Karlsbads. Mit der gerade erfolgten Sanierung des Heerwegs, des geplanten Straußenausbaus Im Stöckmädle und der Sanierung der Alte Ittersbacher Straße ergibt sich am Ende ein geschlossener Radweg zwischen Langensteinbach und Ittersbach.


Bestandspläne von Kanalisation Ittersbach und Spielberg werden extern erstellt
Der Technische Ausschuss hat einstimmig beschlossen, dass das Büro Kirn Ingenieure GdR aus Pforzheim den Auftrag für die Erstellung von Bestandsplänen für Kanal und Wasser in den Ortsteilen Ittersbach und Spielberg erhält. Er umfasst ein Volumen von rund 102.800 Euro.
Bestand mit völlig unzureichenden Grundlagendaten
Die vorhandenen Bestandspläne für die Ortsteile Spielberg und Ittersbach stammen teilweise aus den 1970er Jahren. Diese Unterlagen sind sowohl physisch als auch inhaltlich überholt. Die Pläne liegen überwiegend nur analog vor und sind altersbedingt in einem empfindlichen Zustand. Eine zeitgemäße Nutzung, Weiterverarbeitung oder Vervielfältigung ist dadurch deutlich eingeschränkt. Zusätzlich entsprechen die vorhandenen Planunterlagen nicht mehr den aktuellen fachlichen, technischen und rechtlichen Anforderungen, darüber hinaus sind sie nicht digital verfügbar. Sie haben daher nur eine sehr eingeschränkte Aussagekraft für die Arbeits- und Entscheidungsprozesse. Die fehlende Digitalisierung sowie der veraltete Datenstand führen zu deutlichen Defiziten. Die Verwaltung habe daher reagiert und entsprechende Angebote eingeholt.
Baugesuch - Keltenstraße 14 Langensteinbach - Bauvoranfrage zum Neubau Wohnhaus
Grünes Licht erteilte der Ausschuss für eine Bauvoranfrage. Das Vorhaben liegt im unbeplanten Innenbereich von Karlsbad-Langensteinbach. Geplant ist, Nebengebäude auf dem hinteren Grundstücksteil abzubrechen.
Infolgedessen soll ein Einfamilienhaus errichtet werden. Mit der Bauvoranfrage soll geklärt werden, ob das Vorhaben planungsrechtlich (insbesondere Höhe und Bautiefe) und ordnungsrechtlich auf Grund der Grenzbebauung möglich ist. Die geplante Gebäudehöhe liegt unter der des bestehenden Wohnhauses im vorderen Grundstücksteil. Die maximale Bautiefe des Neubaus überschreitet auch nicht die Bautiefe auf den Nachbargrundstücken. Über die Zulässigkeit einer Grenzbebauung entscheidet alleine die Baurechtsbehörde im Landratsamt Karlsruhe.
Baugesuch - Siemensstraße 3 Langensteinbach (KSC) – Packstation - Antrag auf Befreiung
Einverstanden zeigten sich die Räte mit einem Befreiungsantrag. Das Vorhaben ist im Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Schießhüttenäcker I“ in Karlsbad-Langensteinbach. Geplant ist, eine Packstation zu errichten. Diese können in der Regel verfahrensfrei errichtet werden. Allerdings sind sie hier im Gebiet außerhalb der Baugrenze eigentlich nicht möglich. Daher wurde eine Befreiung zum Bau vor der Baugrenze beantragt. An der gleichen Stelle wurde vor ein paar Jahren bereits eine größere Werbeanlage genehmigt, diese steht nicht mehr. Die Packstation soll nicht frei, sondern an einer bestehenden höheren Mauer errichtet werden.
Baugesuch - Hertzstraße 15/1 Langensteinbach – Neubau einer Lagerhalle – Antrag auf Befreiung
Der technische Ausschuss befürwortete einen Antrag auf Befreiung für eine Dachneigung von 13 Grad statt 16 Grad. Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Schießhüttenäcker III“ in Karlsbad-Langensteinbach. Vorgesehen ist, eine Lagerhalle mit Unterstand zu errichten und zwar mit einem Vollgeschoss und einem Satteldach. Das Vorhaben wurde wegen einer Baugrenzüberschreitung bereits im Dezember 2025 beraten. Nachträglich wurde nun festgestellt, dass unterhalb der Hochspannungsleitung der Bebauungsplan eigentlich zwingend eine Dachneigung von 16° vorschreibt. Bei dem Bauvorhaben handelt es sich um eine Leichtbaubestandshalle. Diese kann an einem anderen Ort abgebaut und hier wieder aufgebaut werden. Daher wurde eine Befreiung für die durch den Bestandsbau vorgegebene Dachneigung von 13° beantragt. Auf dem Grundstück direkt nebenan wurde ebenfalls formell bereits eine Befreiung für eine Dachneigung von 10° bewilligt. Daher sieht die Verwaltung dies als vertretbar an.
Ausführliche Informationen zu den Tagesordnungspunkten mit den Vorlagen finden Sie im Ratsinformationssystem der Gemeinde Karlsbad (Bürgerinfoportal).