BUND Ortsverband Mittleres Albtal | 05.05.2026
Eine interessante Exkursion ins Weingartener Moor hatte der BUND Mittleres Albtal organisiert. Beim Start versprach der Blick in den Himmel nichts Gutes. Dennoch begaben sich zehn unerschrockene Radfahrer*innen zunächst bei Regen auf die etwa 40 km lange Rundtour. Über den Batzenhof und Thomashof ging es zum Turmberg und weiter über Grötzingen zum Grötzinger Baggersee. Dort traf die Gruppe auf diejenigen, die lieber mit dem Auto angereist waren, sowie auf Thomas Hauenstein vom Naturtreff Grötzingen, der die Führung leitete.
Zu Beginn der rund zweistündigen Führung erfuhren die Teilnehmer viel über die Landschaftsgeschichte des Weingartener Moors. So ist dieses, ebenso wie der Bruchwald des Naturschutzgebiets, der Rest einer Flussniederung, die sich am östlichen Rand des Oberrheingrabens befand.
Als Amphibienexperte erzählte uns Thomas Hauenstein viel Wissenswertes über das Vorkommen und die Lebensweise der im Schutzgebiet lebenden Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander. So befindet sich dank vieler Schutzmaßnahmen die größte Springfroschpopulation Süddeutschlands im Weingartener Moor. Ebenso lebt der Moorfrosch dort und auch die selten gewordene Gelbbauchunke. Für diese wurden am Rande des Schutzgebietes von freiwilligen Helfern kleine Tümpel angelegt, die dem Erhalt der Art dienen. Leider konnten die Exkursionsteilnehmer keine Gelbbauchunken entdecken. Thomas Hauenstein erklärte, dass auch im Weingartener Moor die Anzahl der Amphibien in den letzten Jahren drastisch gesunken ist, obwohl zahlreiche Schutzvorkehrungen getroffen wurden.
Über einen Holzsteg gelangte die Exkursionsgruppe zum Kernbereich des Niedermoors. Von einer Aussichtsplattform konnten die Teilnehmer einen herrlichen Blick auf den Flachwassersee mit dessen Vogelwelt werfen sowie die ökologisch wertvollen Uferbereiche mit ihren besonderen Pflanzen bewundern.
Nach einer verdienten Stärkung im Fischerheim Grötzingen ging es für alle nach Hause. Die Radfahrer wählten eine weniger anstrengende Route durch das Pfinztal und das Bocksbachtal zurück nach Waldbronn.