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Landkreisinformationen | 18.05.2026

Regenerative Energieversorgung an der Ludwig Guttmann Schule in Karlsbad

Übergabe des Förderbescheids für das Modellprojekt

Der Landkreis Karlsruhe hat erfolgreich am Aufruf des Wettbewerbs „Investive kommunale Klimaschutz-Modellprojekte“ des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) teilgenommen. Gemeinsam mit der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe und weiteren lokalen Akteuren hat er so Fördermittel für die Ludwig Guttmann Schule (LGS) in Langensteinbach erhalten. Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, Mitglied des Bundestags, überreichte den offiziellen Förderbescheid am Freitag, 15. Mai, im Foyer der Schule. Finanzdezernent Ragnar Watteroth nahm diesen stellvertretend für den Landkreis entgegen und bedankte sich dafür. Bei einem anschließenden Rundgang unter anderem mit Bürgermeister Björn Kornmüller wurde das Modellprojekt vor Ort erläutert. Dort wird künftig der CO2-Ausstoß bei derWärme- und Kälteerzeugung um 95 Prozent reduziert, was eine jährliche Vermeidung um die 300 Tonnen klimarelevanter Treibhausgase bedeutet. Dabei fördert das BMUKN die Umsetzung wegweisender investiver Modellprojekte zu Gunsten des kommunalen Klimaschutzes in dem Förderprogramm zu 70 Prozent. Die gesamten Projektkosten an der LGS belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro.

Die LGS als Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) ist mit ihren Räumlichkeiten auf den Förderschwerpunkt der körperlichen und motorischen Entwicklung bestens angepasst. Neben den Aufenthalts- und Lernräumen ist sie mit ihren 7.000 Quadratmetern Nutzfläche auch mit einer Turnhalle und einem Therapiebad ausgestattet. Die besondere Vulnerabilität der 120 Kinder und Jugendlichen erfordert ganzjährig eine stabile homogene Raumtemperatur von 25 °C, was in Anbetracht der immer heißeren Sommer eine Kühlung voraussetzt. Auf der anderen Seite muss das Therapiebad stets eine Temperatur von 34 °C aufweisen. Diesen hoch energieintensiven Betrieb kosteneffizient und nachhaltig umzustellen, ist eine enorme Herausforderung.

Die zwei derzeitigen 30 Jahre alten Gaskessel werden künftig durch ein Versorgungssystem aus Wärmepumpen und Pufferspeicher ersetzt. Fünf Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Luft aus den Klassenzimmern über eine „Primäre Vorwärmstufe“. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe gewinnt ihre Wärmeleistung aus 15 Erdsonden. Im Sommer dienen diese zur natürlichen Kühlung der Schule. Sie erzeugt gleichzeitig Wärme für das Therapiebad, wodurch Kühlen und Heizen parallel möglich sind. Die optimierte Wärmeverteilung und die dezentrale Warmwasserbereitung für die Duschbereiche der Sporthalle und des Therapiebads sparen ebenfalls Energie ein.

Eine intelligente Regelung der Wärmepumpen gewährleistet die höchstmögliche Nutzung des vor Ort erzeugten Solarstroms, wobei die Pufferspeicher bevorzugt dann beladen werden, wenn überschüssiger PV-Strom vorhanden ist. Zu diesem Zweck wird eine Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) parallel zur Realisierung der neuen Wärmeversorgung auf geeigneten Dachflächen der LGS eine ca. 800 kWp-Photovoltaikanlage errichten und betreiben. Der nicht für die Wärmeversorgung und den weiteren Strombedarf der LGS benötigte Strom wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern des Landratsamtes, des Landkreises sowie der Schule wurde das Modellprojekt gefeiert
Im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern des Landratsamtes, des Landkreises sowie der Schule wurde das Modellprojekt gefeiert