Heimatverein Karlsbad | 18.05.2026
Zahlreiche Besucher strömten am Internationalen Museumstag 2026 in das Heimatmuseum Karlsbad in Ittersbach, wo der Heimatverein mit neuen Forschungsergebnissen zur Ortsgeschichte von Langensteinbach aufwartete.
Vorstand Günter Denninger eröffnete die Veranstaltung und begrüßte unter den Gästen u.a. Bürgermeisterstellvertreter Roland Rädle, Ehrenbürger und Altbürgermeister Rudi Knodel, Landtagsabgeordneten Kai Keune sowie Vertreter von Kirche, Gemeinderat und Parteien. In seinem Grußwort würdigte Roland Rädle die engagierte Arbeit des Vereins – nicht ohne augenzwinkernd darauf hinzuweisen, dass neue historische Erkenntnisse auch organisatorische Folgen für die Gemeinde haben könnten, etwa bei der Änderung von Veröffentlichungen und Neufestlegung von Ortsjubiläen.
Günter Denninger betonte, dass der Heimatverein das landesweite Motto „Baden-Württemberg erzählt“ auf die lokale Ebene übertragen habe und unterstrich die Bedeutung des Heimatvereins als Kultur- und Bildungsträger.
Im Mittelpunkt stand der Vortrag des Historikers und bekannten Heimatforschers Horst Sommer, der neue Erkenntnisse zur Frühgeschichte Langensteinbachs präsentierte. Bislang galt eine Urkunde des Klosters Seltz aus dem Jahr 1197 als ältester Nachweis des Ortes. Horst Sommer verwies jedoch auf einen Eintrag im Codex Hirsaugiensis aus dem Jahr 1095, in dem ein Ort „Steinbach“ im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster Hirsau genannt wird.
Mehrere Indizien sprechen dafür, dass es sich dabei um das heutige Langensteinbach handelt: die Nähe zu den ebenfalls genannten Orten Ellmendingen und Dietlingen, archäologische Funde an der ehemaligen Turmburg bei der St. Barbara Kapelle („Römertürmle“), die um 1100 datiert werden, sowie Hinweise auf eine frühromanische Kirche in Langensteinbach mit Nikolaus-Patrozinium – ein Baustil und Heiligenkult, der im 11. Jahrhundert bereits verbreitet war.
Andere Orte mit dem Namen Steinbach gab es in diesem Zeitraum laut Horst Sommer im süddeutschen Raum, allerdings nicht mit den im Codex genannten Merkmalen, es ist daher davon auszugehen, dass die Hirsauer Urkunde tatsächlich Langensteinbach betrifft.
Gemäß der Urkunde besitzt das Dorf eine Kirche, dazu Wald, Ackerland und Weinberge. Langensteinbach könnte somit zwischen 900 und 1000 entstanden sein und aus Lehensgut des Hochstifts Speyer oder des Klosters Weissenburg stammen.
Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes schiebt sich damit um mehr als 100 Jahre nach vorne – von 1197 auf 1095. Damit wäre Langensteinbach deutlich älter als bisher angenommen, wahrscheinlich reichen seine Ursprünge aber weiter zurück.





